Demenz: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. November 2014)

Eine Demenz kann unterschiedliche Ursachen haben. In den meisten Fällen handelt es sich um eine primäre Demenz – das heißt: Die Betroffenen sind wegen Vorgängen dement, die ursprünglich im Bereich von Gehirn beziehungsweise Nervenzellen stattfinden.

  • Am häufigsten entsteht eine Demenz im Rahmen von Alzheimer: Dies ist eine sogenannte neurodegenerative Erkrankung (d.h. sie geht mit einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen einher). Mindestens 50 Prozent aller dementen Menschen haben eine reine Alzheimer-Demenz. Die genauen Ursachen für die Alzheimer-Krankheit sind unbekannt.
  • Die zweithäufigste reine Demenz-Form ist die mit einem Anteil von mindestens 15 Prozent weitaus seltenere vaskuläre Demenz. Ihre Ursachen sind gefäßbedingte Schädigungen des Gehirns, zum Beispiel infolge von Arterienverkalkung (Arteriosklerose) oder durch einen Schlaganfall.
  • Es finden sich auch Mischformen zwischen Alzheimer- und vaskulärer Demenz, deren gemeinsame Ursachen also die Alzheimer-Krankheit und eine Gefäßschädigung bilden.
  • Drei weitere, seltenere Formen von Demenz, bei denen (wie bei Alzheimer) ein fortschreitender Verlust von Nervenzellen vorliegt, sind:
    • die Pick-Krankheit beziehungsweise die frontotemporale Demenz, bei der Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns zugrunde gehen
    • die Parkinson-Demenz
    • die sogenannte Lewy-Body-Demenz (bzw. Lewy-Körperchen-Demenz)

Diese primären Demenzformen sind grundsätzlich fortschreitende Erkrankungen. In seltenen Fällen kann eine Demenz ihre Ursachen aber auch in einer anderen Erkrankung haben, die sich nur sekundär auf Gehirn beziehungsweise Nervenzellen auswirkt: Solche Demenzen sind dann in der Regel wieder umkehrbar (reversibel).

Für eine sekundäre Demenz kommen folgende Ursachen infrage:

  • Infektionen
    So kann eine sekundäre Demenz zum Beispiel bei AIDS (sog. AIDS-Demenz) oder Prionenerkrankungen wie der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auftreten.
  • Drogenvergiftung
    Das mit Demenz-Symptomen verbundene sogenannte Wernicke-Korsakoff-Syndrom entsteht durch Alkohol.
  • Sauerstoffmangel und raumfordernde Prozesse im Gehirn
    Sowohl ein Normaldruck-Wasserkopf (Hydrozephalus) als auch Meningeome können Anzeichen einer Demenz verursachen.
  • Stoffwechselkrankheiten
    So kommen für eine sekundäre Demenz als Ursachen Störungen der Schilddrüse oder Diabetes mellitus infrage.
  • Depressionen
    Gerade im höheren Lebensalter können Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit und Denkabläufe durch eine Depression ähnlich stark beeinträchtigt sein wie in frühen Demenz-Stadien. Dies bezeichnen Mediziner als depressive Pseudodemenz oder Demenz-Syndrom bei Depression.

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