Dekubitus (Wundliegen): Vorbeugen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. November 2014)

In Sachen Dekubitus (Wundliegen) ist Vorbeugen besonders wichtig: Da die Dekubitusbehandung sehr aufwendig ist und ein Dekubitalgeschwür nur sehr langsam heilt, gehört bei der verantwortungsvollen Betreuung kranker und pflegebedürftiger Menschen eine angemessene Dekubitusprophylaxe immer von Anfang an dazu.

Jeder bettlägerige Mensch hat ein erhöhtes Risiko, ein Druckgeschwür auszubilden. Wenn Sie mit der Pflege eines solchen Menschen betraut sind, informieren Sie sich daher unbedingt umfassend darüber, wie man einem Dekubitus vorbeugen kann. Dabei ist es wichtig, dass Sie auch die Faktoren kennen, welche das Wundliegen begünstigen: Nur so können Sie schon zu Beginn der Pflege das Dekubitus-Risiko richtig einschätzen und geeignete Anti-Dekubitus-Maßnahmen einleiten. Diese Risikoeinschätzung ist nachfolgend regelmäßig zu wiederholen, um neue Risiken rechtzeitig erkennen und entsprechend darauf reagieren zu können.

Die wichtigste Maßnahme zur Dekubitusprophylaxe besteht darin, länger andauernden Druck auf Hautbereiche mit erhöhten Risiko für ein Wundliegen zu vermindern.

Die Druckverminderung kann durch Mobilisation (Bewegungsförderung) der Pflegebedürftigen aus dem Bett geschehen. Dies bedeutet allerdings nicht, die Betroffenen nur von einer liegenden in eine sitzende Position umzulagern, sondern sie auch zum Stehen und zum Gehen anzuregen (falls nötig, mit Ihrer Unterstützung). Sind diese Maßnahmen wegen des schlechten Allgemeinzustands der Betroffenen nicht möglich, ist eine Druckentlastung durch Lagerungstechniken ratsam: Das bedeutet, Sie können dem Dekubitus vorbeugen, indem Sie alle zwei Stunden die Lage der Betroffenen verändern.

Sind diese Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe nicht ausreichend, können bei der Lagerung zusätzlich verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz kommen, die das Risiko für ein Wundliegen deutlich senken: So können beispielsweise spezielle Dekubitus-Kissen (Lagerungskissen, Rollstuhlkissen), eine Dekubitus-Matratze oder Hüftprotektoren einem Dekubitus vorbeugen.

Um Pflegekräfte bei der Dekubitusprophylaxe zu unterstützen, steht auch ein neues Anti-Dekubitus-System zur Verfügung: Dieses System kann die Lage des Patienten mithilfe einer Software erkennen und an Stellen mit hoher Druckbelastung automatisch über verschiedene Luftkammern den Druck anpassen. Zusätzlich informiert das System den Pflegenden darüber, wann ergänzende Maßnahmen zur Umlagerung nötig sind, um ein Wundliegen zu verhindern.


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