Dekubitus (Wundliegen): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. November 2014)

Beim Dekubitus (Wundliegen) ist der Verlauf der Heilung meist sehr langwierig: Auch bei angemessener Dekubitusbehandung dauert es häufig Monate, bis das Dekubitalgeschwür abheilt. Da die Abheilung mehrere Phasen durchläuft, sind die regelmäßige Inspektion der Wunde und eine eventuelle Anpassung der Wundbehandlung für den weiteren Heilungsverlauf von großer Bedeutung.

Um eine erfolgreiche Heilung des Dekubitus zu sichern, ist es daher wichtig, dass Betroffene und Angehörige, Pflegepersonal und Ärzte in dieser Phase eng miteinander zusammenarbeiten.

Auch nachdem der Dekubitus abgeheilt ist, besteht über längere Zeit noch ein erhöhtes Risiko, dass es an der betroffenen Stelle erneut zum Wundliegen kommt (sog. Rezidiv).

Komplikationen

Ein Dekubitus kann im weiteren Verlauf zu verschiedenen Komplikationen führen: Ein durch Wundliegen entstandener Gewebsschaden neigt stark dazu, sich in die Tiefe des Gewebes auszubreiten. Das betroffene Gewebe stirbt ohne rechtzeitige konsequente Behandlung ab (sog. Nekrose). Dann ist es notwendig, es chirurgisch zu entfernen.

Da über den offenen Dekubitus Krankheitserreger in den Körper gelangen können, besteht bei jedem Wundliegen das Risiko einer bakteriellen Infektion. Reicht ein solch infiziertes Dekubitalgeschwür bis in den Knochen hinein, kann sich eine akute Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) ausbilden. Darüber hinaus kann sich der Erreger über den Blutweg im gesamten Körper ausbreiten, was im weiteren Verlauf möglicherweise Knochenabszesse, eine Lungenentzündung oder eine schwere Blutvergiftung (Sepsis) mit lebensbedrohlichen Organschädigungen zur Folge hat.

Breitet sich der Dekubitus großflächig über die Haut aus, verliert der Körper darüber ständig Eiweiß und Nährstoffe. Dies kann eine Mangelernährung verursachen, was wiederum zu Komplikationen bei der Wundheilung führt, die dann verzögert ist oder stoppt.

Neben den körperlichen kann ein Dekubitus auch psychische Komplikationen auslösen: Infolge der ständigen Schmerzen und des mit dem Wundliegen häufig einhergehenden Gefühls, bei lebendigem Leibe zu verfaulen (v.a. dann, wenn das Druckgeschwür infiziert ist und übel riecht), können im Verlauf der Wundbildung Angst, Depression und Teilnahmslosigkeit entstehen.


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