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Dekubitus (Wundliegen)

Risikofaktoren

Stand: 2. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Manche Menschen entwickeln schneller einen Dekubitus (Wundliegen) als andere. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Risikofaktoren für ein Druckgeschwür sind:

  • Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit: So ist zum Beispiel bei Bettlägerigkeit wegen chronischer Erkrankungen (wie multiple Sklerose), nach einer Operation, einem Unfall oder einem Schlaganfall, bei Lähmungen oder Bewusstlosigkeit das Dekubitus-Risiko erhöht.
  • Stoffwechselerkrankungen und Durchblutungsstörungen: Hierzu gehören unter anderem Diabetes mellitus, Herzschwäche, periphere arterielle Verschlusskranheit, Thrombose und Ödeme, aber auch Schock: Bei schockbedingt stark herabgesetzter Durchblutung der Haut reicht sogar schon ein wenige Minuten erhöhter Auflagedruck, um einen Dekubitus zu verursachen.
  • Schlechter Allgemein- oder Ernährungszustand: So begünstigen zum Beispiel eine starke Abmagerung (Kachexie), eine Austrocknung (Exsikose), fieberhafte Erkrankungen sowie eine (durch Verletzung, Ekzeme, Pilze o. Bakterien) vorgeschädigte Haut die Entstehung von Dekubitalulzera.
  • Veränderungen der Haut und Schleimhaut: Vor allem Hautaufweichungen (Mazerationen) durch starkes Schwitzen oder Harninkontinenz sind oft für ein erhöhtes Dekubitus-Risiko verantwortlich.

Entsprechend den Dekubitus-Risikofaktoren gehören auch höheres Alter und starkes Übergewicht (Adipositas) zu den möglichen Ursachen für ein schnelleres Wundliegen:

  • Ältere Menschen liegen sich gehäuft wund, da sie häufiger eine schlechtere Durchblutung, eine geringere Herzleistung und Störungen des Nervensystems haben (auch Empfindungsstörungen können zur Bildung eines Dekubitus führen, da die Wahrnehmung von Schmerz und Druck herabgesetzt sein kann und die Betroffenen deshalb keinen Anreiz verspüren, ihre Liege- oder Sitzposition zu verändern); außerdem verliert die Haut mit zunehmendem Alter an Widerstandskraft und Elastizität, was ebenfalls Druckgeschwüre fördern kann. Die im Alter nicht seltene Harninkontinenz begünstigt Dekubitalulzera bei bettlägerigen Menschen zusätzlich, da längeres Liegen in der Feuchtigkeit den Säure-Fett-Mantel der Haut verändert und sich auf den betroffenen Stellen schneller Keime ansiedeln.
  • Stark übergewichtige Menschen entwickeln schneller Dekubitalulzera, da sie bei Bettlägerigkeit einer höheren Druckbelastung ausgesetzt sind; außerdem schwitzen Menschen mit Übergewicht oft übermäßig, wodurch sich feuchte Kammern bilden und Hautaufweichungen (Mazerationen) entstehen können, was die Entwicklung eines Dekubitus ebenfalls begünstigt.

Weiterlesen: Dekubitus (Wundliegen): Symptome

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