Dekubitus (Wundliegen): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. November 2014)

Bei einem Dekubitus (Wundliegen) ist eine konsequente Therapie nötig, um zu verhindern, dass sich die chronische Wunde weiter ausbreitet.

Ein erster Schritt zur Behandlung des Dekubitus besteht darin, für eine Druckentlastung durch wechselnde Lagerung zu sorgen.

Bei einem Dekubitus ist regelmäßiges Umlagern (mindestens alle 2 Stunden!) wichtig. Außerdem ist es ratsam, die Betroffenen – wenn möglich – aktiv zu mobilisieren: Bei dieser Bewegungsförderung ist darauf zu achten, dass auf das Dekubitalgeschwür selbst niemals Druck einwirkt. Um eine gute und gleichmäßige Druckverteilung zu unterstützen, stehen spezielle Lagerungshilfen (Betteinlage, Anti-Dekubitus-Matratze, Anti-Dekubitus-Kissen) zur Verfügung.

Auch die richtige Wundversorgung ist Teil der Dekubitus-Therapie.

Der Dekubitus ist mindestens zweimal täglich mit sterilen feuchten Verbänden zu versorgen. Die Anwendung feuchter Verbände ist wichtig, damit das Verbandmaterial nicht mit der offenen Wunde verklebt. Trockene, verklebte Verbände lassen sich nur schwer und unter großen Schmerzen entfernen und führen schnell dazu, dass die durchs Wundliegen entstandene Wunde erneut aufreißt. Darüber hinaus fördert ein feuchtes Klima die Wundheilung.

Beim Verbandswechsel ist der Dekubitus sorgsam mit entsprechenden Spüllösungen (z.B. 0,9-prozentige Natriumchloridlösung) auszuspülen und anschließend mit geeigneten Hydrogelen und Hydrokolloiden feucht abzudecken, sodass keine Bakterien von außen in die Wunde eindringen können.

Wundauflagen, die Desinfektionsmittel, Parfüme oder Öle enthalten, sind bei der Dekubitus-Therapie nicht zur Wundversorgung zu empfehlen, da sie allergische Reaktionen auslösen können. Auch Salben, die die Hautporen luftundurchlässig verschließen, sowie Puder, die eine harte Kruste auf der Wundoberfläche bilden, darf man nicht auf eine durch Wundliegen entstandene Wunde auftragen. Für die richtige Behandlung offener Druckgeschwüre steht spezielles Verbandsmaterial zur Verfügung. Deshalb ist es wichtig, dass die Angehörigen von Pflegebedürftigen bei einer ambulanten Pflege zu Hause immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt beziehungsweise dem Pflegepersonal halten.

Wenn Bakterien über den Dekubitus in den Körper gelangen und eine allgemeine Infektion des Körpers verursachen, kommen zur Therapie Antibiotika zum Einsatz. Zudem ist es bei einem Druckgeschwür notwendig, abgestorbene Gewebereste chirurgisch zu entfernen. Hat das Wundliegen tiefe oder großflächige Wunden hinterlassen, ist es möglich, diese durch Verpflanzung eigener Haut abzudecken.

Trotz schneller und konsequenter Dekubitus-Therapie kann die Heilung langwierig sein. Daher ist es besonders wichtig, dem Wundliegen vorzubeugen.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst