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Forenexperte: Dr. Dirk Hennesser
Forum Darmkrebs
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Stand: 28. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Wärmetherapie (Hyperthermie) ist in Kombination mit einer Strahlentherapie ein neuer Therapieansatz bei Darmkrebs (Kolonkarzinom, Rektumkarzinom). Kurz vor oder nach einer Bestrahlung des Beckens wird die zu bestrahlende Region dabei auf etwa 40 bis 42 Grad Celsius erwärmt.
Wenn sich Tochtergeschwulste (Metastasen) des Darmkrebses in der Leber abgesiedelt haben (Lebermetastasen), kann der Arzt diese operativ entfernen, soweit er dabei nicht zu viel Lebergewebe herausschneiden muss. Eine gute Voraussetzung ist es, wenn die Metastasen sich nur auf einen Leberlappen beschränken. Dann kann der Arzt diesen Lappen vollständig entfernen.
Sind beide Leberlappen von den Tochtergeschwulsten des Kolonkarzinoms betroffen und ein Herausschneiden der Metastasen unmöglich, kann die Lasertherapie weiterhelfen. Bei dieser Methode führt der Arzt ein Endoskop in den Bauchraum ein und "verbrennt" die Lebermetastasen mithilfe eines Lasers. Damit die Lasertherapie erfolgreich sein kann, dürfen die Lebermetastasen allerdings eine bestimmte Anzahl und Größe nicht überschreiten.
Durch verschiedene Therapien (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung) verlieren viele Menschen mit einem Kolonkarzinom stark an Gewicht, da die Behandlung einen großen Teil des Verdauungstrakts direkt beeinträchtigt. Daher ist zumindest vorübergehend häufig eine spezielle Ernährung bei Darmkrebs nötig. Nach einer erfolgreichen Operation normalisiert sich das Gewicht mit der Zeit jedoch in der Regel wieder.
Zieht sich die Darmkrebs-Therapie über eine längere Zeit hin oder haben sich Absiedelungen des Tumors in anderen Regionen des Körpers gebildet, ist häufig eine längerfristige Ernährungsunterstützung nötig. Ärzte und Ernährungsexperten arbeiten dafür auf den Patienten individuell zugeschnittene Ernährungspläne aus. Wichtig ist bei der speziellen Ernährung, dass sie die Verdauungsorgane möglichst wenig belastet, jedoch kalorienreich ist, um den Gewichtsverlust auszugleichen.
Nach der Darmkrebs-Therapie kann man damit beginnen, sich wieder langsam an normale, ausgewogene Kost zu gewöhnen. Diese sollte zunächst ballaststoffarm und nicht blähend sein. Ballaststoffe gehören in der Regel zu einer gesunden Ernährung dazu. Nach einer Darmkrebs-Behandlung sind sie jedoch vorerst zu belastend für den Darm.
Auf längere Zeit gesehen gibt es nach einer Darmkrebs-Erkrankung keine speziellen Ernährungsregeln, solange die Ernährung weitgehend ausgewogen ist. Dies gilt auch, wenn im Rahmen der Darmkrebs-Therapie ein künstlicher Darmausgang gelegt wurde oder wenn der Darm nach der Operation deutlich kürzer ist. Kommt es zu Verstopfungen, ist es Sache des Arztes, die Ursachen genau abzuklären und nötige Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Ein künstlicher Darmausgang (med. Fachbegriff: Stoma oder auch Anus praeter) oder ein durch die Operation verkürzter Darm bedeuten nicht zwingend, dass eine spezielle Ernährung erforderlich ist. Häufig ist jedoch eine Ernährungsberatung sinnvoll, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten und den Verdauungstrakt nicht unnötig zu belasten.
Da ein künstlicher Darmausgang in der Regel durch die Bauchdecke gelegt wird, sollte der Betroffene möglichst nicht übergewichtig sein.
Patienten, die nach einer Darmkrebs-Therapie einen Anus praeter (Stoma) haben, sind dadurch oft zusätzlich belastet. Es ist deshalb hilfreich, sich bei den betreuenden Ärzten, Pflegepersonal und speziellen Selbsthilfegruppen Rat zu suchen – zum Beispiel, um die nötigen Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Stomabeutel-Wechseln zu erlernen oder mit anderen Menschen, die ein Stoma tragen, auszutauschen.
Je nachdem, welcher Bereich des Darms nach der Operation fehlt, kann es zu Mangelerscheinungen kommen – dies muss aber nicht notwendigerweise der Fall sein. Häufig haben die Betroffenen jedoch Durchfall, da der Stuhl nicht mehr ausreichend eingedickt werden kann. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass die Person ausreichend trinkt.
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