Cushing-Syndrom: Endogenes Cushing-Syndrom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. September 2015)

Nur selten hat ein Cushing-Syndrom von innen kommende Ursachen. Ein solches endogenes Cushing-Syndrom entsteht, wenn der Körper ohne äußere Einflüsse zu viel Kortisol bildet. Dies kann sowohl ACTH-abhängig als auch ACTH-unabhängig geschehen.

ACTH-abhängiges Cushing-Syndrom

Entsteht ein endogenes Cushing-Syndrom ACTH-abhängig, bedeutet das: Der Körper schüttet zu viele Glukokortikoide aus, weil er das Hormon ACTH in zu hohen Mengen bildet. Die häufigsten Ursachen für ein ACTH-abhängiges Cushing-Syndrom sind gutartige Geschwulste (sog. Adenome) oder bösartige Tumoren (sog. Karzinome), welche die Bildung von ACTH anregen:

  • Zentrales Cushing-Syndrom: Bei dieser häufigen Form entsteht der Hyperkortisolismus meist (zu 70%) durch eine gutartige Geschwulst des Hyphophysenvorderlappens (sog. Morbus Cushing). Ein weiterer möglicher Auslöser ist eine Überfunktion des Hypothalamus (einem Teil des Zwischenhirns).
  • Paraneoplastisches oder ektopes Cushing-Syndrom: Ursache für diese Form ist eine untypisch hohe Bildung der Hormone ACTH oder CRH (Corticotropin-releasing-Hormon), zu der es meist durch ein kleinzelliges Bronchialkarzinom kommt.

ACTH-unabhängiges Cushing-Syndrom

Entwickelt sich ein endogenes Cushing-Syndrom ACTH-unabhängig, ist der Glukokortikoidspiegel erhöht, obwohl der ACTH-Pegel normal ist. Die Gründe für ein solches ACTH-unabhängiges Cushing-Syndrom liegen in der Nebenniere selbst (d.h. adrenal).

Für ein endogenes ACTH-unabhängiges Cushing-Syndrom kommen als Ursachen Adenome oder Karzinome der Nebennierenrinde (sog. Neoplasien) infrage, die eine erhöhte Kortisolbildung auslösen. Dabei spielen teilweise auch erbliche Faktoren eine Rolle: Bei mehr als einem Drittel aller Nebennierenadenome, die zum Hyperkortisolismus führen, sind Veränderungen in einem Gen nachweisbar, die eine ungebremste Kortisolproduktion zur Folge haben. In seltenen Fällen sind auch gutartige Gewebewucherungen (sog. Hyperplasien) für die Erkrankung verantwortlich.


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