Cushing-Syndrom: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. September 2015)

Bei Verdacht auf ein Cushing-Syndrom besteht der erste Schritt zur Diagnose darin, den Kortisolspiegel im Blut und im Urin zu prüfen, da ein Überangebot des Hormons Kortisol (sog. Hyperkortisolismus) typisch für das Syndrom ist.

Um den Kortisolspiegel zu messen, bietet sich der Dexamethason-Kurztest an: Hierbei nimmt man ein bis zwei Milligramm Dexamethason ein; anschließend bestimmt der Arzt den Kortisolwert im Blut. Um den Hyperkortisolismus sicher zu diagnostizieren, ermittelt der Arzt zudem die Konzentration des freien Kortisols im 24-Stunden-Urin. Sind beide Testwerte normal, liegt in der Regel kein Cushing-Syndrom vor. Zur genaueren Diagnose ist es möglich, zusätzlich die Kortisoltagesrhythmik zu untersuchen.

Weisen die Symptome und die Ergebnisse der Blut- und Urinuntersuchungen auf ein Cushing-Syndrom hin, ermittelt der Arzt anschließend, ob das Überangebot an Kortisol im Körper exogen (von außen verursacht) oder endogen (von innen entstanden) ist: Dies ist wichtig, um die richtige Behandlung einleiten zu können. Da die exogene Form durch bestimmte Medikamente entstehen kann, ist sie durch eine gründliche Feststellung der Krankengeschichte (sog. Anamnese) relativ leicht zu diagnostizieren.

Um die genaue Ursache für ein endogenes Cushing-Syndrom ermitteln zu können, muss der Arzt abklären, ob es sich um eine ACTH-abhängige oder eine ACTH-unabhängige Form handelt. Zu diesem Zweck lässt er die Konzentration des Hormons ACTH im Blutserum bestimmen:

  • Bei einem niedrigen ACTH-Spiegel könnte beispielsweise ein Tumor der Nebennierenrinde der Grund für den Hyperkortisolismus sein (adrenales Cushing-Syndrom).
  • Wenn der ACTH-Spiegel erhöht ist, steckt meist eine gutartige Geschwulst des Hyphophysenvorderlappens (sog. Morbus Cushing) dahinter. Aber auch bösartige Tumoren (Karzinome) können die Bildung von ACTH anregen und so ein Cushing-Syndrom verursachen.

Um Tumoren als mögliche Ursachen für das Cushing-Syndrom zu ermitteln oder auszuschließen, sind bildgebende Verfahren wie Computertomographie, Röntgen, Angiographie oder eine Szintigraphie geeignet.


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