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CUP-Syndrom

Stand: 26. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei etwa zwei bis fünf Prozent aller Krebserkrankungen finden sich Metastasen (Tochtergeschwulste), deren Ursprungsherd trotz moderner Diagnoseverfahren unbekannt bleibt. Dies bezeichnet man als CUP-Syndrom. CUP steht für den englischen Begriff "Cancer of Unknown Primary Origin", was soviel bedeutet wie "Krebs unbekannten Ursprungs".

Warum werden bei den Betroffenen nur die Metastasen, nicht aber der Primärtumor selbst entdeckt? Auf diese Frage gibt es verschiedene Antwortmöglichkeiten: Es kann zum Beispiel sein, dass der Primärherd extrem klein ist und sich deshalb der Diagnostik entzieht. Oder der Tumor ist bereits zerfallen – er hat sich also aufgelöst, nachdem er in den Körper gestreut hat und bevor er beispielsweise mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen erkannt werden konnte. Manchmal entdecken die Ärzte den Primärtumor nach langem Suchen mittels verschiedener Untersuchungsmethoden.

Beim CUP-Syndrom unterscheiden sich die Beschwerden je nachdem welches Organ betroffen ist: Metastasen im Gehirn können zum Beispiel Kopfschmerzen verursachen. Ist die Lunge von Metastasen befallen, können Husten oder Atemnot dazuführen, dass die Betroffenen ihren Arzt aufsuchen. Das Diagnose-Ziel ist beim CUP-Syndrom nicht, den Ursprungstumor (Primärtumor) mit allen Mitteln zu finden. Vielmehr sollte möglichst schnell festgestellt werden, ob der Primärtumor behandel- oder sogar heilbar ist. Auch die Therapie richtet sich individuell nach dem Patienten. Ein vorrangiges Ziel ist dabei oft, Schmerzen zu behandeln und die Lebensqualität des Betroffenen zu erhalten.

Beim CUP-Syndrom fällt die Prognose zwar recht unterschiedlich aus – die durchschnittliche Überlebenszeit liegt aber zwischen sechs und elf Monaten. Dennoch gibt es, auch dank moderner Therapieansätze, einige Fälle von Langzeitüberlebenden oder sogar Heilungen.

Weiterlesen: CUP-Syndrom: Definition

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