CUP-Syndrom: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

Beim CUP-Syndrom richtet sich die Therapie nach dem zugrunde liegenden Primärtumor beziehungsweise dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung (Biopsie) der Metastase. Auch Anzahl und Größe der Metastasen spielen eine Rolle beim CUP-Syndrom. Für die Therapie ist es sehr wichtig, prognostisch günstige Unterformen des CUP-Syndroms zu identifizieren. Diese liegen bei rund 30 Prozent der CUP-Patienten vor.

Für die Behandlung des CUP-Syndroms stehen – wie bei vielen anderen Krebserkrankungen – grundsätzlich vor allem die Operation, die Strahlentherapie, die Chemotherapie und die Hormontherapie zur Verfügung.

Bei örtlich begrenzten Metastasen bieten sich die lokalen Verfahren an, also Operation und Strahlentherapie. Dies gilt zum Beispiel für einzelne Lymphknotenmetastasen, die bevorzugt bestrahlt werden, oder für einzelne Lungen- oder Lebermetastasen beim CUP-Syndrom, die operativ entfernt werden.

Bei CUP-Patienten, die eine Vielzahl von Metastasen aufweisen, empfiehlt es sich, vor Beginn der Behandlung abzuschätzen, ob die Lebenserwartung nur wenige Wochen oder mehrere Monate beträgt. Je kürzer die Lebenserwartung, umso weniger aggressiv sollte die Therapie sein, da die therapiebedingten Nebenwirkungen häufig eine zusätzliche große Belastung für den Betroffenen bedeuten. Hier zielt die Behandlung auf eine Verbesserung der Lebensqualität, wie durch eine Schmerzlinderung, sowie auf die Vermeidung von Komplikationen (sog. palliative Therapie).

Bei einer günstigeren Lebenserwartung legen die behandelnden Ärzte die Behandlung des CUP-Syndroms individuell unter Berücksichtigung des Allgemeinzustands, der Nebenerkrankungen, des Alters und natürlich des Therapiewunschs des Erkrankten fest. Infrage kommen entweder die Chemotherapie oder die Hormontherapie. Eine Hormontherapie ist nur bei bestimmten hormonabhängigen Krebserkrankungen sinnvoll, zum Beispiel bei Brustkrebs oder Prostatakrebs. Konnte der Primärtumor gefunden werden, richtet sich die Behandlung nach der Art der Krebserkrankung. Wird er nicht identifiziert, erfolgt eine Chemotherapie (mit Zytostatika). Es kommen sowohl Einzelsubstanzen als auch die Kombination mehrerer Chemotherapeutika infrage.

In manchen Fällen setzen Mediziner beim CUP-Syndrom auch immunologisch wirksame Substanzen, zum Beispiel Antikörper und Interleukine, im Rahmen von Immuntherapien (zielgerichtete molekulare Therapieansätze) ein. Dieser Therapieansatz wird derzeit jedoch noch erprobt. 


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