Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose): Verschleiß des Hüftgelenks

Veröffentlicht von: Till von Bracht (12. Juni 2015)

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Bei einer Coxarthrose ist das Hüftgelenk abgenutzt, wodurch starke Hüftschmerzen entstehen können. Genauer gesagt beginnt eine Hüftgelenksarthrose damit, dass die knorpeligen Oberflächen der Hüftpfanne und des Hüftkopfes mit der Zeit aufrauen – etwa durch Überbelastung, Fehlstellungen oder Verletzungen.

Langsam, aber fortlaufend baut sich der Gelenkknorpel ab, wodurch der natürliche Puffer im Hüftgelenk verloren geht. Dieser Knorpelverschleiß kann so weit gehen, dass irgendwann die Knochen des Hüftgelenks direkt aneinander reiben. Daher werden bei einer Hüftgelenksarthrose auch die Gelenkflächen selbst nach und nach beschädigt.

Da bei einer Coxarthrose nicht nur die Knorpel des Hüftgelenks beschädigt werden, sondern auch die umliegenden Knochen, Bänder und Muskeln von Umbauprozessen betroffen sein können, sollte man eine Coxarthrose nicht als reine Knorpelerkrankung betrachten.

Durch den Gelenkverschleiß entstehen allmählich Schmerzen in der Leistengegend und im Gesäßbereich, die bis in das Knie ausstrahlen können – dies sind die typischen Symptome einer Coxarthrose.

Eine Coxarthrose entwickelt sich schleichend: Zuerst treten die Hüftgelenksschmerzen nur zu Beginn einer Belastung auf – zum Beispiel wenn man nach längerem Sitzen aufsteht. Im Laufe der Bewegung lässt der Schmerz aber rasch wieder nach.

Im weiteren Verlauf geht eine Hüftgelenksarthrose mit

  • ständigen Schmerzen (auch in Ruhe),
  • zunehmenden Bewegungseinschränkungen
  • und einem veränderten Gangbild (Schonhinken)

einher.

Prinzipiell kann eine Arthrose jedes Gelenk des Körpers betreffen. Am häufigsten tritt sie allerdings an den Gelenken auf, die durch das Körpergewicht besonders intensiven Belastungen standhalten müssen – dazu gehören vor allem

  • das Knie (die Arthrose im Knie heißt Gonarthrose)
  • und die Hüfte.
Wissenswertes
Die Hüftgelenksarthrose ist die häufigste Arthrose überhaupt. Etwa 70 bis 90 Prozent der bei über 65-Jährigen weisen im Röntgenbild eine Coxarthrose auf – wobei nur etwa ein Drittel der Betroffenen behandlungsbedürftige Beschwerden entwickelt.

Wie entsteht eine Coxarthrose?

Vereinfacht gesagt entsteht eine Coxarthrose durch ein Ungleichgewicht zwischen der Belastungsfähigkeit des Hüftgelenkes und der tatsächlichen Belastung – die Hüfte kann der ihr zugemuteten Belastung nicht standhalten.

Die Ursachen für dieses Ungleichgewicht können ganz unterschiedlich sein. Manchmal tritt die Hüftgelenksarthrose ohne erkennbaren Grund auf – man spricht dann von einer sogenannten primären Coxarthrose. Die primäre Coxarthrose beruht vermutlich auf dem natürlichen Knorpelabrieb im Laufe des Lebens, der sich dann im höheren Alter bemerkbar macht.

Die Coxarthrose kann aber auch im Verlauf einer anderen Erkrankung entstehen – beispielsweise

  • als Folge einer Gelenkfehlstellung,
  • durch eine angeborene Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne (sog. Hüftdysplasie)
  • oder als Spätfolge eines Unfalls.

Auch rheumatische Erkrankungen, bakterielle Infektionen oder Durchblutungsstörungen (Morbus Perthes) können unter Umständen zu einer Coxarthrose führen. Dies nennt man eine sekundäre Coxarthrose.


Hüftgelenksarthrose: Was tun?

Eine Heilung der Coxarthrose im eigentlichen Sinne ist nicht möglich – das liegt daran, dass sich aufgrund der fehlenden Blutgefäße die Gelenkknorpel nur sehr schlecht regenerieren. Mithilfe bestimmter Medikamente sowie physikalischer (z.B. Krankengymnastik) und orthopädischer Maßnahmen (z.B. Pufferabsätze) lassen sich aber zumindest

  • die Schmerzen lindern,
  • Entzündungen hemmen,
  • die Gelenkbeweglichkeit und das Gangbild fördern
  • und somit insgesamt die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Erst wenn konservative Therapien nicht den gewünschten Erfolg zeigen, wird der Arzt eine Operation in Erwägung ziehen. Zu den operativen Maßnahmen bei einer Coxarthrose zählen

  • die Osteotomie (die Korrektur der Gelenkfehlstellung)
  • und die Endoprothetik (der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks, sog. Hüft-TEP).
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie versuchen, einer Coxarthrose so gut es geht vorzubeugen. Generell empfehlenswert sind gezieltes Muskeltraining und regelmäßige Bewegung.

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