Medikamente

Stand: 19. Dezember 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) stehen zur Therapie folgende Medikamente zur Verfügung:

Bronchodilatatoren

Bei der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) besteht das Hauptziel der Therapie darin, die Bronchien weit zu stellen und dadurch die Atmung zu verbessern. Dies gelingt mithilfe bestimmter Medikamente – sogenannter Bronchodilatatoren: Sie erweitern die verengten Bronchien, indem sie auf die Bronchialmuskulatur einwirken. Die Bronchodilatatoren stehen in Sprayform (z.B. Beta-2-Sympathomimetika oder Anticholinergika), als Tabletten, als Tropfen oder als Trinklösung (z.B. Theophylline) zur Verfügung.

Wenn bei fortgeschrittener COPD die Therapie mit Bronchodilatatoren keine ausreichende Wirkung zeigt, ist der Einsatz kortisonhaltiger Medikamente sinnvoll:

Kortison

Bei der COPD wirkt eine Kortison-Therapie, bei der Sie das Kortison inhalieren (in die Lunge einziehen) müssen, sehr gut gegen die chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. Wenn Sie eine mittelschwere bis schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung haben, gehört inhalatives Kortison zur Basistherapie. Manchmal ist es bei akuten Krankheitsschüben notwendig, Kortison in Tablettenform zu geben oder zu spritzen.

Durch die konsequente Anwendung von inhalativem Kortison kommt es seltener zu einer akuten Verschlechterung der COPD (sog. Exazerbation). Dies wirkt sich positiv auf Ihre Leistungsfähigkeit und Ihr Allgemeinbefinden aus. Kortison lindert auch die häufig sehr belastenden Allgemeinsymptome wie Husten mit Auswurf.

Schleimlösende Mittel

Auf den COPD-Verlauf hat eine Therapie durch schleimlösende Mittel wie Acetylcystein oder Efeuextrakt keine direkte Wirkung. Deshalb ist es nicht allgemein ratsam, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung durch diese Medikamente zu behandeln. Sinnvoll sind Schleimlöser allerdings zur Behandlung von akuten Infekten und massiver Schleimbildung.

Hustenstiller

Verursacht die COPD trockenen, lästigen Husten (Reizhusten), kann dagegen ein Hustenstiller mit Codein oder Noscapin helfen. Jedoch ist es (nicht nur bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) ratsam, diese Arzneimittel nur in Ausnahmefällen und kurzfristig anzuwenden, denn: Hustenstiller unterdrücken den Hustenreiz, sodass Sie den Schleim nicht mehr auf natürliche Weise abhusten können – der Schleim kann sich dann in Ihren Bronchien festsetzen und letztendlich eine Lungenentzündung auslösen.

Antibiotika

Unter bestimmten Umständen sind bei einer COPD zur Therapie antibiotisch wirkende Medikamente sinnvoll. Eine Antibiotika-Behandlung ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn

  • sich die Atemnot verstärkt oder sich der Husten verschlimmert,
  • der Auswurf nicht mehr weiß, sondern gelb-grün ist und
  • Fieber besteht.

Solche Veränderungen sind Anzeichen einer Infektion, für die in den meisten Fällen Bakterien verantwortlich sind – seltener Viren. Bakterielle Atemwegsinfekte im Rahmen der COPD sind konsequent mit Antibiotika zu behandeln, weil sich Ihr Zustand sonst dauerhaft verschlechtern kann. Vor der Therapie ist eine Speichelentnahme empfehlenswert, um die Bakterienart und deren Widerstandsfähigkeit (sog. Resistenz) gegen die veschiedenen antibiotischen Medikamente zu bestimmen.

Weiterlesen: COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung): Therapie – Nicht-medikamentöse Therapie

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