COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Lungenfunktionsdiagnostik

Stand: 25. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) kommt zur Diagnose die sogenannte Spirometrie zum Einsatz – eine Messung und Aufzeichnung der Atmung, die eine umfassende Lungenfunktionsdiagnostik ermöglicht. Dabei lassen sich zum Beispiel folgende Werte erfassen:

  • das Gesamtfassungsvermögen der Lunge
  • die Kraft, die man aufbringen kann, um Luft aus der Lunge auszuatmen
  • den Widerstand der Atemwege, den verengte Bronchien verursachen

Die häufig vor Beginn einer COPD bestehende einfache chronische Bronchitis zeigt gewöhnlich keine wesentlichen Veränderungen in der Spirometrie. Liegt eine chronisch obstruktive Bronchitis vor, sind bei der Diagnose dagegen deutliche Zeichen einer Verengung der Bronchien feststellbar.

Beim Lungenemphysem verursacht der Verlust von Lungengewebe eine erhöhte Luftmenge in der Lunge. Die Ausatmungskraft ist bei dieser COPD-Form aber deutlich vermindert.

Bei der Diagnose einer COPD ist zur Unterscheidung zusätzlich ein sogenannter Bronchospasmolyse-Test hilfreich: Dazu inhalieren die Betroffenen ein Medikament, das ihre Bronchien erweitert. Wenn bei einem erneuten Lungenfunktionstest nach etwa zehn Minuten die Luftwege nicht mehr verengt sind, spricht dies für eine asthmatische Erkrankung. Der Grund: Nur bei einer asthmatischen Erkrankung sind die Bronchien vollständig erweiterbar. Bleibt nach dem Test die Verengung bestehen, liegt eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung vor.

Diese zur COPD-Diagnose eingesetzte Lungenfunktionsdiagnostik ermöglicht es außerdem, den Schweregrad der Lungenkrankheit festzustellen. Nach den Kriterien der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) unterscheidet man die COPD-Stadien 0 bis IV:

  • Schweregrad 0: Die Ergebnisse der Spirometrie sind nach Einnahme eines Bronchodilatators normal; die Betroffenen haben aber chronischen Husten und Auswurf sowie ein erhöhtes Risiko für eine COPD.
  • Schweregrad I: Die Ergebnisse der Spirometrie weisen auf eine leichte COPD hin, wobei Husten, Auswurf und Atemnot chronisch oder zeitweise (z.B. bei körperlicher Belastung) auftreten können.
  • Schweregrad II: Die Ergebnisse der Spirometrie weisen auf eine mittelschwere COPD hin (die Ausatmungskraft, ermittelt als Atemvolumen, das die Betroffenen nach maximaler Einatmung forciert in der ersten Sekunde ausatmen können, beträgt weniger als 80%, aber mindestens 50% vom Normalwert), wobei Husten, Auswurf und Atemnot chronisch oder zeitweise auftreten können.
  • Schweregrad III: Die Ergebnisse der Spirometrie weisen auf eine schwere COPD hin (die Ausatmungskraft beträgt weniger als 50%, aber mindestens 30%), wobei Husten, Auswurf und Atemnot chronisch oder zeitweise auftreten können.
  • Schweregrad IV: Die Ergebnisse der Spirometrie weisen auf eine sehr schwere COPD hin (die Ausatmungskraft beträgt weniger als 30% oder bei gleichzeitiger chronischer Ateminsuffizienz weniger als 50%).

Labordiagnostik

Bei einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) spielt die Labordiagnostik eine untergeordnete Rolle: Spezielle Blutwerte zur Diagnose einer Lungenkrankheit wie der COPD, die beispielsweise mit Werten zur Leber- oder Nierenfunktion vergleichbar wären, gibt es nicht.

Dennoch sind bei der COPD-Diagnose Basislaboruntersuchungen notwendig, um neben der COPD bestehende Entzündungen und Begleiterkrankungen zu erkennen. Außerdem ermöglicht es die Labordiagnostik, die sehr seltene erbliche Ursache einer COPD auszuschließen: das Antitrypsin-Mangel-Syndrom. Hierfür ist die Bestimmung des Alpha-1-Antitrypsins erforderlich.

Die Blutgasanalyse liefert Hinweise darüber, ob der Gasaustausch in der Lunge beeinträchtigt ist. Sie ist bei der Verlaufskontrolle einer COPD ein wichtiges Hilfsmittel.

Weiterlesen: COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung): Diagnose – Röntgen

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