Cluster-Kopfschmerz: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Januar 2015)

Der Cluster-Kopfschmerz ist ein einseitiger, meist hinter dem Auge liegender, schwerer Kopfschmerz, der in Attacken und gehäuft auftritt (engl. cluster = Gruppe, Haufen) – das heißt periodenweise bis zu achtmal täglich, Meist treten Cluster-Kopfschmerzen zur gleichen Tageszeit (häufig nachts) auf.

Um einen Cluster-Kopfschmerz handelt es sich per Definition nur dann, wenn die Betroffenen (anders als bei Migräne) gleichzeitig eine Bewegungsunruhe zeigen und/oder auf der vom Schmerz betroffenen Kopfseite mindestens eins der folgenden Anzeichen auftritt:

  • tränendes Auge (Lakrimation)
  • gerötete Augen
  • verengte Pupille (Miosis)
  • herabhängendes oberes Augenlid (Ptosis)
  • geschwollenes Augenlid (Lidödem)
  • laufende Nase (Rhinorrhö)
  • verstopfte Nase (Kongestion)
  • verstärktes Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht

Im Frühjahr und Herbst treten Cluster-Kopfschmerz-Attacken häufiger auf. Dies spricht dafür, dass Cluster-Kopfschmerzen möglicherweise durch den Biorhythmus beeinflusst sind. Die einzelnen Perioden können über Wochen, Monate oder Jahre anhalten.

Je nach Verlauf kann man zwei Formen von Cluster-Kopfschmerz unterscheiden – episodische (80 Prozent aller Fälle) und chronische (20 Prozent) Cluster-Kopfschmerzen:

  • Ein episodischer Cluster-Kopfschmerz ist dadurch gekennzeichnet, dass die (eine Woche bis wenige Monate anhaltenden) Beschwerden immer wieder monate- bis jahrelang durch symptomfreie Intervalle unterbrochen sind.
  • Ein chronischer Cluster-Kopfschmerz liegt vor, wenn die Clusterperiode ohne Besserung über ein Jahr andauert oder die Pausen kürzer als vier Wochen sind.

Weitere Bezeichnungen für den Cluster-Kopfschmerz sind:

  • Bing-Horton-Syndrom
  • Erythroprosopalgie
  • Hemicrania angioparalytica

Häufigkeit

Der Cluster-Kopfschmerz hat etwa dieselbe Häufigkeit wie zum Beispiel multiple Sklerose: Etwa 120.000 Menschen in Deutschland haben Cluster-Kopfschmerzen, hauptsächlich junge Männer (insgesamt kommen auf 1 betroffene Frau etwa 3 betroffene Männer). Überwiegend treten Cluster-Kopfschmerzen um das 30. Lebensjahr herum auf, können sich aber auch schon im Kindesalter entwickeln.


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