Clostridium-difficile-Infektion: Verlauf & Vorbeugen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (21. März 2017)

Beschwerden durch eine Clostridium-difficile-Infektion (CDI) können einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Manche Betroffene haben leichte Durchfälle und Bauchschmerzen. Andere Patienten wiederum entwickeln eine schwere Darmentzündung, die unterschiedliche Komplikationen nach sich ziehen kann.

Besonders gefährdet für einen schweren Erkrankungsverlauf sind Senioren und Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Für diese Personengruppen ist das Risiko für Komplikationen besonders hoch.

Zu möglichen Komplikationen zählen zum Beispiel

  • eine Blutvergiftung,
  • ein Darmdurchbruch oder
  • eine akute, durch die Entzündung bedingte Überdehnung des Dickdarms (toxisches Megakolon) mit Gefahr eines Darmrisses (Darmperforation).

Diese Komplikationen sind lebensbedrohlich und müssen sofort behandelt werden. Schätzungen zufolge sterben 1 bis 2 von 100 Menschen an den Folgen einer durch Clostridium difficile ausgelösten Darmentzündung – bei bestimmten Personengruppen kann diese Rate aber deutlich höher liegen, so etwa bei Senioren. Zudem führt eine Infektion mit Clostridium difficile vom aggressiven Ribotyp 027 häufiger zu schweren Verläufen mit Todesfolge als bei anderen Stämmen.

Ältere Menschen bekommen nach einer Infektion häufiger einen Rückfall als jüngere Personen, das heißt, die Entzündung flammt wieder auf. Ein solcher Rückfall tritt in der Regel zwischen zwei bis sechs Wochen nach Beenden der Therapie auf.

Wie kann man vorbeugen?

Vor und während einer Therapie mit Antibiotika können sogenannte Probiotika das Risiko für eine Clostridium-difficile-Infektion (CDI) senken. Probiotika sind spezielle, lebende Bakterienkulturen, die es zum Beispiel als Joghurt zu kaufen gibt. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, welche Präparate geeignet sind.

Die meisten Clostridium-difficile-Infektionen entstehen im Krankenhaus. Daher ist eine sachgerechte Hygiene dort besonders wichtig: Um zu verhindern, dass infizierte Krankenhauspatienten andere Personen anstecken, sollte man die Betroffenen dort isolieren. Zur Desinfektion von potenziell verunreinigten Flächen sollten im Krankenhaus spezielle sauerstoffabspaltene Mittel (Peroxide) zum Einsatz kommen – gegen herkömmliche Desinfektionsmittel sind die Sporen von Clostridium difficile resistent. Da der Erreger auch durch viele Händedesinfektionsmittel nicht abstirbt, ist es sehr wichtig, die Hände nicht nur zu desinfizieren, sondern anschließend auch gründlich zu waschen und zu trocknen. So verringert sich das Risiko einer Übertragung.

Jemand wäscht sich die Hände – Clostridium difficile ist gegen viele Händedesinfektionsmittel resistent. Die Hände sollten daher insbesondere im Krankenhaus nicht nur desinfiziert, sondern auch gründlich gewaschen und getrocknet werden. © iStock

Clostridium difficile ist gegen viele Händedesinfektionsmittel resistent. Die Hände sollten daher insbesondere im Krankenhaus nicht nur desinfiziert, sondern auch gründlich gewaschen und getrocknet werden.

Wenn Sie unter sehr starkem Durchfall leiden, der Durchfall Sie sehr schwächt oder wenn er länger als drei Tage anhält, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Insbesondere, wenn Sie in letzter Zeit Antibiotika einnehmen mussten oder zu einer Risikogruppe zählen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Clostridium-difficile-Infektion handelt, erhöht. Achten Sie zudem darauf, ausreichend zu trinken, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen.