Clostridium-difficile-Infektion: Ursachen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (21. März 2017)

Clostridium difficile ist hoch ansteckend. In den meisten Fällen entstehen die Infektionen im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes.

Viele Menschen tragen das Bakterium in sich, ohne davon krank zu werden. Nur wenn die Darmflora sehr gestört ist, kann sich Clostridium difficile übermäßig vermehren und zu Durchfall führen – bis hin zu einer schweren Darmentzündung (sog. pseudomembranöse Kolitis). Dies passiert meist

  • nach einer Therapie mit Antibiotika innerhalb der letzten drei Monate und / oder
  • bei älteren, geschwächten Menschen, insbesondere, wenn sie unter schweren Vorerkrankungen leiden.

Oft sind Antibiotika die Ursache für eine Durchfallerkrankung durch Clostridium difficile. Normalerweise sind die in der natürlichen Darmflora vorkommenden Keime in der Lage, fremde Erreger in Schach zu halten. Antibiotika reduzieren jedoch vorübergehend die Zahl der schützenden Keime im Darm, sodass sich andere Erreger wie etwa Clostridium difficile ausbreiten können. Durch die Antibiotika wird das natürliche Gleichgewicht der Darmflora gestört – die Bakterien können sich übermäßig vermehren.

Aber auch Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder einem schwachen Immunsystem (z.B. aufgrund einer Chemotherapie) sind gefährdet, durch Clostridium difficile krank zu werden. Große bauchchirurgische Eingriffe erhöhen ebenfalls das Erkrankungsrisiko, ebenso wie eine Behandlung mit Protonenpumpenhemmern. Protonenpumpenhemmer kommen zum Einsatz, um die Bildung von Magensäure zu reduzieren.

Illustration der Darmflora – ist die Darmflora angegriffen, kann sich Clostridium difficile ausbreiten und krank machen. © iStock

Ist die Darmflora angegriffen, kann sich Clostridium difficile ausbreiten und krank machen.

Was genau führt zu den typischen Symptomen einer Clostridium-difficile-Infektion? Das Bakterium – genauer gesagt einige Stämme des Keims – bildet Giftstoffe (Toxine), die für die Beschwerden verantwortlich sind. Dies sind vor allem:

  • Enterotoxin A: Das Toxin stört u.a. den Elektrolythaushalt im Darm und ist z.B. für den Flüssigkeitsverlust in Form von wässrigen Durchfällen verantwortlich.
  • Zytotoxin B: Dieses Gift schädigt die Schleimhautzellen im Darm, was sich z.B. durch Entzündungen und Blut im Stuhl bemerkbar machen kann.


Übertragung

Das Bakterium kann auf verschiedenen Wegen in den menschlichen Körper gelangen:

  • Übertragung von Mensch zu Mensch: Sporen von Clostridium difficile werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Das Bakterium kann durch eine Schmierinfektion weitergegeben werden, etwa beim Händeschütteln, wenn die Hände nach dem Toilettengang nicht ausreichend gereinigt wurden. Ist das Bakterium auf die Hand einer Person gelangt, kann es leicht in den Körper geraten – etwa, wenn die Person anschließend etwas isst oder sich an den Mund fasst.
  • Übertragung über kontaminierte Gegenstände: Die Sporen können an Gegenständen haften und somit an einen anderen Menschen geraten, so zum Beispiel über eine Türklinke, den Telefonhörer oder über die Brille einer Toilettenschüssel.

Zudem ist es möglich, dass sich die Sporen über die Luft verbreiten.

Während der akuten Krankheitsphase ist die Gefahr einer Ansteckung besonders hoch. Aber auch, wenn die Symptome bereits verschwunden sind, kann das Bakterium noch für einige Zeit im Stuhl zu finden sein und andere Menschen infizieren.

Ein Krankenhausflur – Im Krankenhaus verbreitet sich Clostridium difficile schnell. © Jupiterimages/iStockphoto

Im Krankenhaus verbreitet sich Clostridium difficile schnell.

Darmentzündungen durch Clostridium difficile treten am häufigsten im Krankenhaus auf (als sog. nosokomiale Infektion). Im Krankenhaus kann sich der Keim besonders gut ausbreiten – gegen viele Desinfektionsmittel ist er resistent. Auch in Alten- und Pflegeheimen ist die Gefahr einer Ansteckung erhöht.