Clostridium-difficile-Infektion: Definition

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (21. März 2017)

Eine Infektion mit Clostridium difficile (CDI = Clostridium-difficile-Infektion) kann eine Erkrankung der Darmschleimhaut auslösen, die vor allem mit Durchfall einhergeht. Ärzte sprechen auch von einer Clostridium difficile assoziierten Diarrhö, kurz CDAD. Die Erkrankung kann dabei unterschiedlich schwer ausgeprägt sein.

Clostridium difficile ist ein stäbchenförmiges Bakterium und zählt zur Gattung der Clostridien. Clostridien sind anaerob, das heißt: Sie können nur dort wachsen, wo kein Sauerstoff vorhanden ist, so wie etwa im Darm. Allerdings sind Clostridien in der Lage, auch in sauerstoffreicher Umgebung zu überleben, indem sie sogenannte Sporen bilden. Sporen sind widerstandsfähige Dauerformen der Bakterien. Die Sporen von Clostridium difficile sind besonders resistent gegen Hitze, Trockenheit und verschiedene Chemikalien, so zum Beispiel gegen viele Desinfektionsmittel. Gelangen die Sporen in den Körper, können sie dort wieder zu "aktiven" Bakterien werden und sich ausbreiten.

Bakterienkultur von Clostridium difficile: Der Keim kann die Darmschleimhaut angreifen. © iStock

Das Bakterium Clostridium difficile kann die Darmschleimhaut angreifen.

Nicht jeder Mensch, der Clostridium difficile in sich trägt, wird davon krank: Bei bis zu 5 von 100 Menschen gehört das Bakterium zur normalen Darmflora. Sie tragen das Bakterium in sich, ohne dass sie davon krank werden.

Schwere Verläufe oder Todesfälle durch eine Clostridium-difficile-Infektion sind meldepflichtig. Der Arzt muss eine Infektion den Behörden melden, wenn

  • Komplikationen entstanden sind, die einen chirurgischen Eingriff erforderlich machten,
  • sich der Patient nicht im Krankenhaus infiziert hat, aufgrund der Erkrankung aber stationär aufgenommen werden muss,
  • der Patient aufgrund der Erkrankung auf die Intensivstation verlegt werden muss,
  • der Patient schon einmal erkrankt war und einen Rückfall erlitten hat oder wenn
  • der Patient an der Erkrankung gestorben ist bzw. die Erkrankung zum Tode beigetragen hat.


Häufigkeit

Schätzungen zufolge sind 2 bis 4 von 10 Krankenhauspatienten mit Clostridium difficile infiziert. Die wenigsten werden tatsächlich davon krank, da ihre Darmflora widerstandsfähig genug ist – jedoch können sie den Keim auf andere Patienten übertragen. Clostridium difficile gilt als häufigster Erreger eines im Krankenhaus erworbenen Durchfalls.

Immer mehr Fälle

Forscher beobachten seit 2003 einen weltweiten Anstieg von Clostridium-difficile-Infektionen. Zudem werden vermehrt besonders schwere Verläufe verzeichnet. Viele von ihnen sind auf neue, aggressive Stämme des Keims zurückzuführen, Stämme vom sogenannten Ribotyp 027. Diese Variante von Clostridium difficile produziert besonders viele Giftstoffe – bis zu 20-mal mehr als andere Stämme – und ist gegen einige Antibiotika resistent. Die Folge sind schwere Erkrankungen, die tödlich verlaufen können. Auch in Deutschland ist ein deutlicher Anstieg der Clostridium-difficile-Infektionen zu verzeichnen. Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 1.715 Fälle von schweren Clostridium-difficile-Infektionen gemeldet, 2012 waren es 1.250 Fälle.