Chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen)

Chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen)

Chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen): Verlauf

Stand: 21. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) nimmt unbehandelt einen fortschreitenden Verlauf. Die Prognose hängt davon ab, wie weit die Nierenschwäche zu Beginn der Behandlung schon fortgeschritten ist: Solange die chronische Niereninsuffizienz das Endstadium noch nicht erreicht hat, lässt sich die Verminderung der Nierenfunktion durch geeignete Behandlungsmaßnahmen und geänderte Lebensgewohnheiten meist aufhalten oder sogar rückgängig machen. Unbehandelt verschlechtert sich die Nierenfunktion mit der Zeit, bis die Niere nicht mehr in der Lage ist, ihre Aufgaben zu erfüllen, was lebensbedrohliche Folgen haben kann. Dann ist eine Dialyse beziehungsweise eine Transplantation lebensnotwendig.

Komplikationen

Eine unbehandelte chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) führt im weiteren Verlauf infolge der fortschreitenden Schädigung der Niere zu verschiedenen Komplikationen. Das Endstadium dieser Entwicklung heißt terminale Niereninsuffizienz. Da der Körper die Abbau- oder Abfallprodukte, die ihm in zu hoher Konzentration schaden (sog. harnpflichtige Substanzen), dann nicht mehr ausscheidet, entsteht eine Harnvergiftung (Urämie). Hierbei treten zusätzlich zu den Beschwerden der Niereninsuffizienz Komplikationen wie starke Überwässerung, Knochenschmerzen, Herzbeutelentzündung oder Lungenfellentzündung, Lungenödem, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrhythmusstörungen durch Elektrolytveränderungen und Bewusstseinsveränderungen (urämisches Koma) auf. Die Zehnjahresüberlebensrate liegt bei der terminalen Niereninsuffizienz bei etwa 55 Prozent.

Nachsorge

Auch wenn frühzeitig eine Therapie gegen chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) erfolgt, ist im weiteren Verlauf eine regelmäßige Nachsorge ratsam. Dabei untersucht der Arzt Blut und Urin und stellt Fragen zu neu oder verstärkt auftretenden Symptomen. Die Nachsorge dient dazu, den Verlauf der chronischen Niereninsuffizienz abzuschätzen. Des Weiteren sind so mögliche Komplikationen frühzeitig erkennbar.

Weiterlesen: Chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen): Vorbeugen

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