Anzeige

Anzeige

Chlamydien: Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Oktober 2014)

Eine Chlamydien-Infektion kann unbehandelt zu Komplikationen führen.

Infektion mit Chlamydia trachomatis

Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane

Eine Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane mit Chlamydia trachomatis (Serotyp D-K) verursacht in den meisten Fällen nur schwache Beschwerden oder bleibt sogar unbemerkt. Daher ist es sinnvoll, auch bei schwachen Symptomen zum Arzt zu gehen, um die Erkrankung so früh wie möglich behandeln zu können und Komplikationen zu vermeiden. Mit einer Antibiotika-Therapie lassen sich Chlamydien in der Regel leicht behandeln.

Bei Frauen besteht das Risiko, dass sich die Entzündung unbehandelt weiter auf die Geschlechtsorgane ausbreitet. Als Spätfolge kann es zum Beispiel zu Unfruchtbarkeit kommen, wenn durch die Chlamydien-Infektion etwa die Eileiter verklebt sind. Weitere mögliche Komplikationen einer Chlamydien-Infektion

Bei Männern lösen Chlamydien anfangs eine Harnröhrenentzündung aus, die sich unbehandelt auch auf Prostata und Nebenhoden ausweiten kann. Ob es als Folge der Chlamydien-Infektion auch bei Männern zu einer Sterilität kommen kann, ist bislang nicht eindeutig geklärt.

Neugeboreneninfektion

Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion (Chlamydia trachomatis, Serotyp D-K) bei Frauen wird in 60 bis 70 von 100 Fällen beim Geburtsvorgang auf das Neugeborene übertragen. Bei ihm kann es zu einer Bindehautentzündung, Lungenentzündung oder in seltenen Fällen auch zu einer Mittelohrentzündung kommen, die behandelt werden muss.

Trachom

Wird ein durch Chlamydien (Chlamydia trachomatis, Serotyp A-C) ausgelöstes Trachom, also eine in Deutschland seltene Form der Binde- und Hornhautentzündung, nicht mit Antibiotika behandelt, kommt es im Verlauf der Erkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Erblindung.

Lymphogranuloma venereum

In vielen Fällen heilt die durch den Serotyp L1-L3 von Chlamydia trachomatis übertragene Geschlechtskrankheit Lymphogranuloma venereum auch von allein aus. Allerdings vernarben im Verlauf der Heilung häufig die betroffenen Lymphgefäße im Genitalbereich, was den Lymphfluss behindern kann. Bei einer Infektion des Analbereichs (zum Beispiel durch anale Sexpraktiken) kann es durch die narbige Abheilung als Komplikation zu einer Verengung des Enddarms kommen sowie zu Verengungen der Blutgefäße, die möglicherweise operativ gelöst werden müssen.

Infektion mit Chlamydophila pneumoniae

Atemwegsinfektionen durch Chlamydophila pneumoniae (früher Chlamydia pneumoniae) sind häufig. In der Regel kommt es hier zu keinen Komplikationen. Nur in sehr seltenen Fällen kann es als Folge der Infektion zum Beispiel zu einer Herzinnenhautentzündung (Endokarditis), Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder auch einer reaktiven Arthritis kommen.

Infektion mit Chlamydophila psittaci

Anzeige

Im Verlauf einer Infektion mit Chlamydophila psittaci (früher Chlamydia psittaci), der sogenannten Papageienkrankheit, sind im Verlauf verschiedene Komplikationen möglich, wie zum Beispiel:

  • Herzinnenhautentzündung (Endokarditis)
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
  • Venenentzündung (Thrombophlebitis)

Reaktive Arthritis

Einige Wochen nach einer akuten Infektion mit Chlamydien kommt es bei etwa ein bis drei Prozent von hundert Betroffenen im Verlauf zu einer Gelenkentzündung, einer sogenannten reaktiven Arthritis. Männer erkranken hieran häufiger als Frauen.

Anzeige

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige