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Chlamydien: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Oktober 2014)

Um festzustellen, ob bei Ihnen eine Infektion mit Chlamydien vorliegt, wird der Arzt Sie zuerst nach Ihren Beschwerden fragen. Für eine genaue Diagnose sind außerdem eine körperliche Untersuchung sowie Labortests nötig.

Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane

Bei Verdacht auf eine Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane mit Chlamydia trachomatis (Serotyp D-K) nimmt der Arzt in der Regel einen Abstrich (bei der Frau einen Abstrich des Gebärmutterhalses, beim Mann einen Abstrich der Harnröhre) und schickt diesen ins Labor. Auch eine Urinprobe kann weiterhelfen, wobei hier darauf zu achten ist, dass nicht der Mittelstrahlurin genommen wird, sondern die erste Urinportion.

Von dem Abstrich oder aus der Urinprobe lässt sich mithilfe einer speziellen Methode (der sogenannte PCR) nachweisen, ob im Probenmaterial Erbmaterial (DNA) von Chlamydia trachomatis (Serotyp D-K) vorkommt.

Eine Frauenärztin im Gespräch mit einer Patientin, im Vordergrund medizinische Geräte. © Jupiterimages/iStockphoto

Mithilfe eines Abstrichs lassen sich Chlamydien nachweisen.

Ob Chlamydien dieses Serotyps im Körper vorliegen, lässt sich außerdem feststellen, indem man Antikörper in einer Blutprobe nachweist. Ein positiver Befund weist jedoch nur nach, dass sich das Immunsystem mit diesem Erreger auseinandergesetzt hat, nicht jedoch, wann das war. Man erhält also keine Information darüber, ob es sich um eine akute oder bereits länger andauernde Infektion handelt. Außerdem ist zu bedenken, dass es bei einer akuten Infektion einige Wochen dauern kann, bis das Immunsystem anfängt, Antikörper gegen die Chlamydien zu produzieren. Ein Antikörper-Test kann jedoch als Hinweis auf mögliche Ursachen einer Unfruchtbarkeit dienen.

Theoretisch lassen sich Chlamydien im Labor anzüchten. Da eine Anzucht recht kompliziert ist und hierbei leicht fehlerhafte Ergebnisse möglich sind, kommt diese Methode im Rahmen der Diagnose normalerweise nicht in Betracht.

Augeninfektion (Trachom)

Ob eine Augeninfektion durch die Chlamydien-Art Chlamydia trachomatis (Serotyp A-C) verursacht wird und ein Trachom vorliegt, stellt der Augenarzt meist durch das Beschwerdebild fest und indem er nach kurz zurückliegenden Auslandaufenthalten fragt. Denn häufig haben die Betroffenen kurz zuvor Länder wie Ägypten, China oder Indien bereist, in denen Erkrankungen durch diese Chlamydien hauptsächlich auftreten. Daneben untersucht der Arzt die Augen näher, zum Beispiel mit einer Spaltlampe.

Atemwegsinfektion

Ob die Chlamydien-Art Chlamydophila pneumoniae (früher Chlamydia pneumoniae) die Ursache einer Atemwegsinfektion ist, lässt sich nur durch eine Laboruntersuchung feststellen. Hierzu verwendet man meist entweder eine Blutprobe oder eine Probe des Auswurfs oder Bronchialsekrets.

Papageienkrankheit (Psittakose, Ornithose)

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Einen Hinweis darauf, dass es sich bei den Beschwerden um die Papageienkrankheit handeln könnte beziehungsweise dass eine Infektion mit Chlamydophila psittaci (früher Chlamydia psittaci) vorliegt, erhält der Arzt meist schon aus der Krankengeschichte. Denn in der Regel haben die Betroffenen sehr viel mit Vogelhaltung zu tun, zum Beispiel beruflich oder als Hobby.

Für einen genauen Erregernachweis ist eine Laboruntersuchung notwendig. In der Regel nimmt der Arzt hierfür einen Rachen- oder Nasenabstrich.

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