Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Chlamydien: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Oktober 2014)

Chlamydien sind Bakterien, die je nach Art beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen können. Aus medizinischer Sicht sind für den Menschen vor allem drei Chlamydien-Arten von Bedeutung:

Chlamydia trachomatis

Bei Chlamydia trachomatis unterscheidet man drei verschiedene Gruppen von Serotypen:

  • Serotyp A-C: Führen zum Trachom, einer chronischen Horn- und Bindehautentzündung des Auges, die unbehandelt zur Erblindung des Betroffenen führen kann. Die Erreger finden sich nur im Auge und werden vor allem durch Schmierinfektionen (Hand/Auge) übertragen. Ob auch Fliegen die Erreger übertragen können, ist bislang nicht sicher. Erkrankungen durch Serotyp A-C kommen hauptsächlich in Ägypten, China und Indien vor und sind in der Regel eine Folge mangelnder Hygienemöglichkeiten. Die Betroffenen erkranken meist bereits im Kindesalter.
  • Serotyp D-K: Zu einer Chlamydien-Infektion im Genitalbereich kommt es durch die Serotypen D-K. Diese werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Schmierinfektionen übertragen. Eine Infektion mit diesen Chlamydien ist häufig und zählt weltweit und auch in Deutschland mit zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten.
  • Serotyp L1-L3: Diese Untergruppe von Chlamydia trachomatis kommt hauptsächlich Asien und Afrika vor, seltener in Mitteleuropa. Eine Infektion mit diesen Chlamydien erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und führt zum sogenannten Lymphogranuloma venereum. Diese Geschlechtskrankheit äußert sich vor allem durch kleine Geschwüre und schmerzhaft geschwollene Lymphknoten im Genitalbereich.

Chlamydophila pneumoniae (Chlamydia pneumoniae)

Die Chlamydien-Art Chlamydophila pneumoniae (früher Chlamydia pneumoniae genannt) ist die Ursache für Atemwegsbeschwerden bis hin zur Lungenentzündung und wird vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen, also etwa durch Husten oder Niesen.

Chlamydophila psittaci (Chlamydia psittaci)

Durch Chlamydophila psittaci (früher Chlamydia psittaci) erkranken hauptsächlich Vögel, vor allem Papageien, Tauben, Wellensittiche. Aber auch Menschen können sich mit dem Erreger infizieren. Beim Menschen rufen diese Chlamydien die sogenannte Papageienkrankheit (Psittakose, Ornithose) hervor. Hierbei treten neben grippeähnlichen Beschwerden mit Fieber und Kopfschmerzen auch Atemwegsbeschwerden wie Husten auf.

Zu einer Ansteckung mit Chlamydophila psittaci kann es durch engen Kontakt zu erkrankten Tieren kommen. In Deutschland sind Erkrankungen durch Chlamydophila psittaci relativ selten – meist haben die Betroffenen beruflich oder durch ein Hobby mit Vogelhaltung zu tun.

Häufigkeit

Die Erkrankungen durch Chlamydien unterscheiden sich abhängig davon, um welche Chlamydien-Art es sich handelt:

Chlamydien-ArtErkrankungVerbreitung
Chlamydia trachomatis
Serotyp A-C
TrachomFührt vor allem in Ägypten, China und Indien zu Erkrankungen, weltweit sind vermutlich etwa 150 Millionen Menschen von einem Trachom betroffen.
Chlamydia trachomatis
Serotyp D-K
Infektion der Harnwege und GeschlechtsorganeZählt weltweit zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten – auch in Deutschland.
Chlamydia trachomatis
Serotyp L1-L3
Lymphogranuloma venereumDas Lymphogranuloma venereum ist ebenfalls eine Geschlechtskrankheit. Es kommt vor allem in Afrika, Asien, Südamerika sowie in manchen Karibikregionen vor.
Chlamydophila pneumoniae (Chlamydia
pneumoniae)
AtemwegsinfektionAtemwegsinfektionen durch Chlamydophila pneumoniae sind weltweit häufig. Man schätzt, dass im Alter von 20 Jahren bereits 60 Prozent der Bevölkerung einmal eine Infektion mit diesen Chlamydien durchgemacht haben. Mit zunehmendem Alter wird der Anteil der Betroffenen in der Bevölkerung größer.
Chlamydophila psittaci (Chlamydia psittaci)Papageienkrankheit (Psittakose, Ornithose)In Deutschland eher selten: Pro Jahr erkranken nur einige Hundert Menschen. Meist hatten die Betroffenen engen Kontakt zu Vögeln.





Anzeige