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Campylobacter-­Infektion (Campylobacteriose)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (14. Juli 2013)

Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) ist eine durch Bakterien der Gattung Campylobacter ausgelöste Darmentzündung (Enteritis). In der Regel verläuft eine Campylobacter-Infektion gut und heilt von alleine aus.

Campylobacter-Bakterien kommen praktisch überall vor; ihren natürlichen Lebensraum haben sie in vielen Wildtieren, Haustieren und Nutztieren. Menschen stecken sich bei diesen Tieren überwiegend durch indirekte Übertragung der Erreger an: Meist kommt es über verschmutzte Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder verschmutztes Trinkwasser zur Campylobacter-Infektion. Weil Menschen und Tiere mit einer Campylobacter-Infektion die Erreger über den Kot ausscheiden, ist eine Ansteckung aber auch durch direkte Übertragung von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch möglich (sog. Schmierinfektion).

Da schon eine geringe Bakterienmenge ausreicht, um beim Menschen eine Campylobacteriose auszulösen, besteht bei einer Campylobacter-Infektion eine hohe Ansteckungsgefahr.

Es sind mehr als 20 verschiedene Arten von Campylobacter-Bakterien bekannt. In den Industrieländern ist vor allem die Art Campylobacter jejuni als Erreger der Campylobacteriose von Bedeutung: Dieses Bakterium ist neben den Salmonellen die häufigste Ursache für bakterielle Durchfallerkrankungen. Eine typische Campylobacter-Infektion durch Campylobacter jejuni verursacht als Symptome neben Durchfall meist Bauchschmerzen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Das Bild zeigt eine Großaufnahme des Erregers Campylobacter jejuni

Das Bakterium Campylobacter jejuni ist die häufigste Ursache für infektiöse Durchfallerkrankungen. © Dr. Gary Gaugler/OKAPIA

In seltenen Fällen ist die Art Campylobacter fetus für eine Campylobacteriose verantwortlich. Die Campylobacter-Infektion mit Campylobacter fetus führt zu einer schweren fieberhaften Erkrankung mit verschiedenen Krankheitsbildern wie Durchfall, Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) und Entzündungen von Gelenken (Arthritis). Meist liegt der Campylobacter-fetus-Infektion eine Erkrankung zugrunde, bei der das Immunsystem der Infizierten stark geschwächt ist (HIV-Infektion, Tumorerkrankungen).

Um eine Campylobacter-Infektion eindeutig zu diagnostizieren, ist der Nachweis der Erreger in Stuhlproben und Blutproben oder anderen Körpersekreten nötig. Da die Campylobacter-Infektion in der Regel von alleine ausheilt, ist eine Therapie mit Antibiotika in der Regel nicht notwendig. Stattdessen reichen ein Flüssigkeits- und Nährstoffausgleich oder Schmerzmittel, um die Symptome zu behandeln. Verläuft die Campylobacter-Infektion schwerwiegend oder hat Campylobacter fetus die Infektion verursacht, ist hingegen eine Antibiotika-Behandlung ratsam. In einzelnen Fällen können sich im Anschluss an eine Campylobacteriose die Gelenke oder Nerven entzünden.

Vorbeugen kann man einer Campylobacter-Infektion durch hygienische Maßnahmen.






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