Startseite > Krankheiten > Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose)
Stand: 15. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) ist eine durch Bakterien der Gattung Campylobacter ausgelöste Darmentzündung (Enteritis). In der Regel verläuft eine Campylobacter-Infektion gut und heilt von alleine aus.
Campylobacter-Bakterien kommen praktisch überall vor; ihren natürlichen Lebensraum haben sie in vielen Wildtieren, Haustieren und Nutztieren. Menschen stecken sich bei diesen Tieren überwiegend durch indirekte Übertragung der Erreger an: Meist kommt es dann über verschmutzte Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder verschmutztes Trinkwasser zur Campylobacter-Infektion. Weil mit Campylobacter infizierte Menschen und Tiere die Erreger über den Kot ausscheiden, ist aber auch eine Ansteckung durch direkte Übertragung von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch möglich (sog. Schmierinfektion). Da schon eine geringe Bakterienmenge ausreicht, um beim Menschen eine Campylobacteriose auszulösen, ist die Ansteckungsgefahr bei einer Campylobacter-Infektion sehr groß.
Es gibt mehr als 20 verschiedene Arten von Campylobacter-Bakterien. In den Industrieländern ist vor allem die Art Campylobacter jejuni als Erreger der Campylobacteriose von Bedeutung: Dieses Bakterium ist neben den Salmonellen die häufigste Ursache für infektiöse Durchfallerkrankungen. Eine Campylobacter-Infektion durch Campylobacter jejuni äußert sich neben Durchfall durch Symptome wie Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl.
In seltenen Fällen ist die Art Campylobacter fetus für eine Campylobacteriose verantwortlich. Die Campylobacter-Infektion mit Campylobacter fetus führt zu einer schweren fieberhaften Erkrankung mit verschiedenen Krankheitsbildern wie Durchfall, Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) und Entzündungen von Gelenken (Arthritis). Meist liegt der Campylobacter-fetus-Infektion eine Erkrankung zugrunde, bei der das Immunsystem der Infizierten stark geschwächt ist (HIV-Infektion, Tumorerkrankungen).
Diagnostizieren lässt sich eine Campylobacter-Infektion durch den Nachweis der Erreger in Stuhlproben und Blutproben oder anderen Körpersekreten. Da die Campylobacter-Infektion in der Regel von alleine ausheilt, ist eine Therapie mit Antibiotika in der Regel nicht notwendig. Stattdessen sind die Symptome durch Flüssigkeits- und Nährstoffausgleich oder mit Schmerzmitteln behandelbar. Ist der Verlauf einer Campylobacter-Infektion schwerwiegend oder hat Campylobacter fetus die Infektion verursacht, ist es hingegen ratsam, Antibiotika einzunehmen. In einzelnen Fällen können sich im Anschluss an eine Campylobacteriose die Gelenke oder Nerven entzünden. Einer Campylobacter-Infektion lässt sich durch hygienische Maßnahmen vorbeugen.
Weiterlesen: Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose): Definition
Von A wie Allergien bis Z wie Zahnerkrankungen – hier finden Sie alle Krankheiten nach Krankheitsgebieten sortiert. mehr ...
Bilderpaarsuche ist ein Merkspiel, das Sie sicher noch aus Kindertagen kennen. Halten Sie Ihr Gedächtnis in Schwung und spielen Sie hier Bilderpaarsuche online! mehr ...
Wir erfüllen die afgis-Transparenzkriterien. Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheits-informationen.
Wir befolgen den HONcode-Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.
Onmeda zählt zu den zertifizierten Gesundheitswebseiten nach den Medisuch-Kriterien.
© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.