Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Campylobacter-­Infektion

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (23. Juni 2014)

Eine Campylobacter-Infektion führt vor allem zu einer Darmentzündung (sog. Campylobacter-Enteritis), die mit Durchfall einhergeht. In der Regel heilt sie von alleine aus.

Campylobacter-Bakterien kommen natürlicherweise in der Darmflora vieler Wildtiere, Haustiere und Nutztiere vor und werden mit dem Kot ausgeschieden. Menschen stecken sich überwiegend durch eine indirekte Übertragung der Erreger an: Meist kommt es über verunreinigte Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder verunreinigtes Trinkwasser zur Infektion mit Campylobacter. Eine Ansteckung ist aber auch durch eine direkte Übertragung von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch möglich (sog. Schmierinfektion), wenn auch eher selten.

Die Ansteckungsgefahr bei einer Campylobacter-Infektion ist hoch: Bereits eine geringe Zahl an Bakterien (ca. 500) reicht aus, um beim Menschen eine Erkrankung auszulösen.

Es sind mehr als 20 verschiedene Arten von Campylobacter-Bakterien bekannt. In Industrieländern ist vor allem die Art Campylobacter jejuni als Krankheitserreger von Bedeutung: Sie ist neben Salmonellen die häufigste Ursache für bakterielle Durchfallerkrankungen.

Eine typische Campylobacter-Infektion durch C. jejuni äußert sich durch Symptome wie:

Sehr selten ist die Bakterienart Campylobacter fetus für eine Campylobacter-Infektion verantwortlich. Sie führt zu einer schweren fieberhaften Erkrankung mit verschiedenen Krankheitsbildern wie:

Zu einer Campylobacter-fetus-Infektion kommt es meist bei Betroffenen, bei denen das Immunsystem bereits durch eine andere Erkrankung stark geschwächt ist (z.B. HIV-Infektion, Tumorerkrankungen).

Um eine Campylobacter-Infektion eindeutig zu diagnostizieren, ist der Nachweis der Erreger in Stuhlproben und Blutproben oder anderen Körpersekreten nötig.

Da eine Campylobacter-Infektion in der Regel von alleine ausheilt, ist eine Therapie mit Antibiotika meist nicht notwendig. Stattdessen reichen ein Flüssigkeits- und Nährstoffausgleich sowie Schmerzmittel, um die Symptome zu behandeln.

Verläuft die Erkrankung schwerwiegend oder hat Campylobacter fetus die Infektion verursacht, ist hingegen eine Antibiotika-Behandlung in jedem Fall ratsam. In einzelnen Fällen kann es im Anschluss an eine Campylobacter-Infektion zu einer Gelenk- oder Nervenentzündung kommen.






Anzeige