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Burnout-Syndrom

Burnout-Syndrom: Therapie

Stand: 14. September 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Beim Burnout-Syndrom richtet sich die Therapie vor allem danach, welche Beschwerden genau vorliegen und wie stark sie sind. Jede Therapie sollte individuell auf den Betroffenen ausgerichtet sein. Je früher mit einer Therapie begonnen wird, desto günstiger wirkt sich dies auf den Krankheitsverlauf aus.

Je eher Burnout-Betroffene selbst erkennen und akzeptieren, dass sie Hilfe brauchen, desto besser sind die Therapieaussichten. Nach diesem ersten wichtigen Schritt sollten Betroffene als nächstes versuchen, sich selbst zu entlasten und ihnen bekannte Stressauslöser weitestgehend zu meiden.

Tipps zur kurzfristigen Entspannung

Zur kurzfristigen Entspannung können Sie ganz verschiedene Mittel einsetzen:

  • Atmen Sie tief durch und strecken Sie sich. Wiederholen Sie dies für etwa ein bis zwei Minuten.
  • Lenken Sie Ihre Gedanken vom Stressauslöser weg und richten Sie sie auf etwas Schönes bzw. Neutrales. Hören Sie z.B. Musik oder denken Sie an Ihr nächstes Urlaubsziel.
  • Reden Sie sich selbst gut zu: "Ich kann das.", "Das schaffe ich schon.", etc.
  • Reagieren Sie Ihren Stress körperlich ab, indem Sie z.B. im Treppenhaus die Treppe rauf- und runterlaufen oder machen Sie etwa 30 Liegestützen.

Strategien zur Stressbewältigung

Langfristig sollten Burnout-Betroffene versuchen, bessere Strategien zur Stressbewältigung im Alltag zu entwickeln. Hilfreich sind hier zum Beispiel Entspannungstechniken wie:

  • progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • autogenes Training
  • Yoga
  • Meditation
  • Bewegungstherapie mit isometrischen Übungen der Halswirbelsäule sowie der Brust- und Lendenwirbelsäule: Bei diesen Übungen bleibt die Muskellänge trotz wechselnder Muskelkraft gleich, z.B. wenn man die Finger auf Brusthöhe ineinander verhakt und die Ellenbogen rechts und links nach außen zieht.
Man sieht mehrere Sonnenblumen.

Versuchen Sie außerdem, sich Zeit und Raum für Dinge zu nehmen, die Sie zufrieden machen, wie zum Beispiel Hobbies, Spaziergänge in der Natur oder Sport. Frischen Sie Kontakte zu Freunden und Familie wieder auf, die Sie zuvor vernachlässigt haben. Soziale Kontakte aufrechtzuhalten, ist sehr wichtig – ebenso, Hilfe von Freunden oder Verwandten anzunehmen. Dies stärkt Ihr Selbstwertgefühl und bestätigt, dass Sie nicht nur auf sich selbst gestellt sind.

Beleuchten Sie Ihren eigenen Perfektionsdrang und fahren Sie diesen falls notwendig runter. Lassen Sie auch einmal "fünf gerade sein". Das Gleiche gilt für unrealistische oder überhöhte Vorstellungen von Ihrem Arbeitsplatz.

Sind Sie in der Lage, Hilfe durch Ärzte und Therapeuten bei der Behandlung des Burnout-Syndroms zu akzeptieren, können verschiedene Ziele angestrebt werden. Dazu gehört zum einen, Ihre eigenen sozialen Fähigkeiten zu verbessern und sich vor allem besser abgrenzen zu können. Sie lernen, eigene Belange besser gegen andere zu vertreten und mit Konflikten umzugehen. Unangenehme Arbeiten und zusätzliche Aufgaben sollen Sie ablehnen können und dürfen.

Zum anderen ist es wichtig, dass Sie sich selbst besser einschätzen lernen und Zeitfresser erkennen. Zu viele oder übermäßig lange Besprechungen lassen sich zum Beispiel im Gespräch mit dem Vorgesetzten unter Umständen schnell verkürzen oder in ihrer Zahl verringern. Zeitmanagement-Seminare können Ihnen helfen, die eigene Zeitplanung zu verbessern.

Mithilfe der kognitiven Verhaltenstherapie lassen sich zudem negative Handlungsmuster oder Einstellungen erkennen und gezielt verändern. Unter Umständen kann auch eine tiefenpsychologische Therapie angebracht sein. Sind die Beschwerden des Burnout-Syndroms sehr stark ausgeprägt, ist es unter Umständen sinnvoll, die psychotherapeutische Behandlung stationär in einer Klinik durchzuführen.

Bei ausgeprägtem Burnout-Syndrom helfen kurzfristig Antidepressiva oder Medikamente gegen Schlafstörungen.

Weiterlesen: Burnout-Syndrom: Verlauf

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