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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 14. Oktober 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Das Burkitt-Lymphom hat möglicherweise mehrere Ursachen – warum genau es entsteht, ist jedoch noch unklar. Je nach Form scheinen unterschiedliche Faktoren eine Rolle zu spielen. Menschen in Zentral- und Ostafrika sowie Personen mit HIV erkranken häufiger als andere Personen.
Offenbar zählt eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus zu den möglichen Ursachen des Burkitt-Lymphoms – insbesondere bei Menschen mit endemischem Burkitt-Lymphom kann es häufig nachgewiesen werden. Das Epstein-Barr-Virus wird mit Speichel und Rachensekreten ausgeschieden und durch engen Kontakt oder durch mit Speichel kontaminierte Gegenstände übertragen. Das Virus wird über die Schleimhäute aufgenommen und erreicht über lymphatische Organe die B-Lymphozyten, in denen es sich teilweise unter Zerstörung der Zellen vermehrt. Das Epstein-Barr-Virus ist als Erreger des pfeifferschen Drüsenfiebers (Mononucleosis infectiosa) bekannt. Der genaue Zusammenhang zwischen dem Virus als mögliche Ursache und der Entstehung eines Burkitt-Lymphoms ist allerdings noch nicht bekannt.
Viele Menschen mit Burkitt-Lymphom weisen sogenannte Translokationen auf, die als mögliche Ursache infrage kommen. Eine Translokation ist eine Schädigung der Chromosomen, bei der Chromosomenabschnitte an eine andere Position eines Chromosoms verlagert sind. Beim Burkitt-Lymphom betrifft die Translokation ein Gen auf dem Chromosom 8. Durch die Translokation wird die normale Funktion des Gens beeinflusst, welches eine Steuerungsfunktion bei der Zellteilung wahrnimmt und eine Vielzahl anderer Gene beeinflusst.
Defekte im Immunsystem, wie sie bei HIV-Infizierten oder auch bei Personen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (sog. Immunsupressiva) erhalten, vorkommen, scheinen ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung des Burkitt-Lymphoms zu spielen.
Weiterlesen: Burkitt-Lymphom: Symptome
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