Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Bulimie (Bulimia nervosa): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. November 2012)

Unbehandelt nimmt die Bulimie (Bulimia nervosa) einen Verlauf, in dem sich Phasen mit geringer und stark ausgeprägter Symptomatik abwechseln. Im Durchschnitt besteht die auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnete Essstörung bereits fünf Jahre, ehe der erste Behandlungsversuch erfolgt. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Betroffenen häufig versuchen, ihre Essstörung zu verheimlichen.

Wer sich seiner Essstörung stellt und sich behandeln lässt, hat gute Chancen, die Bulimie zu besiegen: Fünf Jahre nach einer stationären Bulimie-Therapie in einem Fachzentrum sind die bulimischen Symptome bei etwa 40 Prozent der Behandelten deutlich und bei 20 Prozent teilweise besser.

In den übrigen Fällen ist allerdings keine Besserung festzustellen: Ein solcher chronischer Bulimie-Verlauf kommt besonders dann vor, wenn zusätzlich zur Essstörung andere psychische Störungen (wie depressive Symptome, Angst- oder Zwangstörungen) vorliegen. Die Sterblichkeit ist bei der Bulimia nervosa gering und liegt bei 1 Prozent in einem Beobachtungszeitraum von fünf Jahren.

Komplikationen

Bei einer Bulimie (Bulimia nervosa) können im weiteren Verlauf verschiedene Komplikationen auftreten. Einige medizinische Schäden als Folgen von Bulimie entstehen durch das typische selbst herbeigeführte Erbrechen: Durch das wiederholte Erbrechen kommt es häufig zu Kaliummangel, der Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Weitere mögliche Bulimie-Folgen sind Speiseröhrenentzündungen, Magenwandschädigungen, Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen, erhebliche Schäden am Zahnschmelz und Veränderung an Haut und Haaren. Beim selbst ausgelösten Erbrechen können die Betroffenen ihre Mundhöhle verletzen; außerdem besteht Erstickungsgefahr, wenn Mageninhalt in die Luftröhre gelangt.

Nehmen Menschen mit Bulimia nervosa harntreibende und abführende Mittel missbräuchlich ein, kommt es – neben dem Kaliummangel – zu weiteren schweren Störungen des Mineralstoffwechsels. Die bei Bulimie mögliche Mangelernährung hat negative Folgen für das Hormonsystem. Im weiteren Verlauf entstehen zusätzliche Komplikationen: Die Menstruation bleibt aus, es kommt zu Unfruchtbarkeit, Energiemangel und Kälteempfindlichkeit. Wenn schwangere Frauen eine vollständig ausgeprägte Bulimie haben, ist das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft erhöht; außerdem ist bei bulimischen Schwangeren mit einem niedrigeren Geburtsgewicht beim Neugeborenen zu rechnen.

Geht eine Bulimie in ihrem Verlauf mit deutlichem Untergewicht einher, tritt als eine der schwerwiegenderen Komplikationen oft eine verminderte Knochendichte (Osteopenie bzw. Osteoporose) auf. Aufgrund der immensen Ausgaben für Lebensmittel und Abführmittel kann eine Bulimia nervosa darüber hinaus finanzielle Schwierigkeiten verursachen.






Anzeige