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Bulimie (Bulimia nervosa)

Bulimie (Bulimia nervosa): Verlauf

Stand: 26. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einer unbehandelten Bulimie (Bulimia nervosa) wechseln sich im weiteren Verlauf Phasen mit geringer und stark ausgeprägter Symptomatik ab. Im Durchschnitt besteht die Bulimie bereits fünf Jahre, ehe der erste Behandlungsversuch erfolgt. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Betroffenen häufig versuchen, ihre Essstörung zu verheimlichen.

Wer die Bulimie in einer entsprechenden Klinik behandeln lässt, hat gute Chancen, die Essstörung zu besiegen: Nach einer stationären Bulimie-Therapie in einem Fachzentrum zeigen fünf Jahre später etwa 40 Prozent der Behandelten eine deutliche Besserung und 20 Prozent eine teilweise Besserung. Bei den übrigen 40 Prozent bleibt ein Behandlungserfolg aus. Ein solcher chronischer Verlauf der Bulimie kommt besonders bei zusätzlichen weiteren psychischen Störungen (depressive Symptome, Angst- oder Zwangstörungen) vor. Die Sterblichkeit ist bei der Bulimia nervosa gering und liegt bei 1 Prozent in einem Beobachtungszeitraum von fünf Jahren.

Komplikationen

Bei einer Bulimie (Bulimia nervosa) können im weiteren Verlauf verschiedene Komplikationen auftreten. So hat das bei der Bulimie typische Erbrechen medizinische Schäden zur Folge: Der durch das wiederholte Erbrechen häufig entstehende Kaliummangel kann Herzrhythmusstörungen auslösen. Weitere mögliche Folgen der Bulimie sind Speiseröhrenentzündungen, Magenwandschädigungen, Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen, erhebliche Schäden am Zahnschmelz und Veränderung an Haut und Haaren. Beim selbst ausgelösten Erbrechen können die Betroffenen ihre Mundhöhle verletzen; außerdem besteht Erstickungsgefahr, wenn Mageninhalt in die Luftröhre gelangt.

Nehmen Menschen mit Bulimia nervosa harntreibende und abführende Mittel missbräuchlich ein, kommt es – neben dem Kaliummangel – zu weiteren schweren Störungen des Mineralstoffwechsels. Die bei Bulimie mögliche Mangelernährung hat negative Folgen für das Hormonsystem. Im weiteren Verlauf entstehen weitere Komplikationen: Die Menstruation bleibt aus, es kommt zu Unfruchtbarkeit, Energiemangel und Kälteempfindlichkeit. Aufgrund der immensen Ausgaben für Lebensmittel und Abführmittel kann eine Bulimie darüber hinaus finanzielle Schwierigkeiten verursachen.

Weiterlesen: Bulimie (Bulimia nervosa): Vorbeugen

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