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Stand: 26. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Bulimie (Bulimia nervosa) kann die Therapie in der Regel ambulant erfolgen. Eine stationäre Behandlung der Ess-Brech-Sucht ist erst dann nötig, wenn medizinische Komplikationen auftreten, die Betroffenen psychisch start belastet sind oder die ambulante Behandlung unwirksam ist.
Die Behandlung einer Bulimie besteht zum einen darin, körperliche Beschwerden oder Veränderungen (z.B. Elektrolytstörungen) zu beheben. Zum anderen zielt die Therapie darauf ab, den Auslöser der Bulimia nervosa zu behandeln. Da anzunehmen ist, dass eine Bulimie eine tiefer liegende psychische Ursache hat, liegt der Schwerpunkt der Behandlung darauf, auf psychischer und verhaltensbedingter Ebene Wege aus der Essstörung und dem damit verbundenen Suchtverhalten zu finden.
Bei Bulimie (Bulimia nervosa) besteht ein wichtiges langfristiges Ziel der Therapie darin, das Essverhalten zu ändern. Dabei ist nicht nur auf eine ausreichende Kalorienzufuhr zu achten, sondern auch auf eine angemessene Nahrungszusammensetzung und zeitliche Verteilung der Nahrungsaufnahme. Dazu untersuchen Therapeuten zunächst das Essverhalten. Anschließend erfolgt eine Aufklärung über die biologischen und psychologischen Konsequenzen der Mangelernährung. In einer abschließenden Übungsphase strukturieren Therapeuten und Betroffene die Nahrungsaufnahme. Häufig ist es beim Ernährungsmanagement erforderlich, die von Bulimie Betroffenen stark zu kontrollieren, da diese sich zwar oft scheinbar auf die Umstellung der Ernährung einlassen, aus Angst vor einer Gewichtszunahme aber heimlich gewichtsreduzierende Maßnahmen ergreifen. Es ist daher erfolgversprechend, Belohnungen für das Einhalten der Therapie zu entwickeln.
Bei einer Bulimie (Bulimia nervosa) kommen zur Therapie auch kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden zum Einsatz. Im Laufe ihrer Essstörung haben bulimische Menschen aufgrund ihrer Angst vor der Gewichtszunahme gewichtsregulierende Maßnahmen als eine Art der Problemlösung anerkannt. Nun sollen sie lernen, auch ohne schlechtes Gewissen Nahrung zu sich zu nehmen und nicht durch Abführmittel oder Erbrechen in den normalen Prozess der Verdauung einzugreifen.
Darüber hinaus ist es wichtig, bei der Therapie die der Bulimie zugrunde liegenden irrationalen Annahmen zu bearbeiten. So kann zum Beispiel die Überzeugung, nur schlank liebenswert zu sein, ein Motiv für die strikte Gewichtskontrolle bei Bulimia nervosa sein. In diesem Fall erarbeiten Therapeuten und Betroffene gemeinsam, welche anderen Eigenschaften einen Menschen liebenswürdig machen. Es ist außerdem ratsam, durch kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden geeignete Strategien zu erarbeiten, um die Menschen mit Bulimie unabhängiger von der Meinung anderer zu machen. Alternative Lebensinhalte und Quellen der Befriedigung sind dabei eine große Hilfe. Übungen sollen dazu beitragen, die bei der Bulimie bestehende Körperschemastörung zu beseitigen oder zu vermindern.
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