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Bulimie (Bulimia nervosa): Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. November 2012)

Die Bulimie (Bulimia nervosa) ist durch Symptome gekennzeichnet, die an ein Suchtverhalten erinnern: Typisch für die Essstörung sind wiederholt auftretenden Essanfälle, bei denen die Betroffenen in kurzer Zeit große Nahrungsmengen zu sich nehmen, ohne die Nahrungsaufnahme kontrollieren zu können. Meist sind dies kohlenhydrat- und kalorienreiche Speisen wie Gebäck, Schokolade, Kartoffelchips oder Pudding. Der Kalorienverbrauch kann bei einem solchen Essanfall bis zu 10.000 Kalorien betragen. Die Essattacken treten in der Regel mehrmals wöchentlich, in einigen Fällen täglich auf – besonders oft abends und nachts. Damit ihr enormer Verbrauch an Nahrungsmitteln nicht auffällt, gehen die Betroffenen häufig in viele verschiedene Supermärkte, in denen sie jeweils nur eine kleine Menge einkaufen. 20 Prozent der Menschen mit einer Bulimie begehen Ladendiebstähle, um sich Nahrungsmittel zu besorgen.

Gleichzeitig haben Menschen mit Bulimie große Angst vor einer Gewichtszunahme und beschäftigen sich andauernd und übertrieben mit ihrem Gewicht. Ihre Figur ist entscheidend für ihr Selbstwertgefühl. Ein häufiges Bulimie-Anzeichen ist die sogenannte Körperschemastörung: Die Betroffenen nehmen sich selbst als dicker wahr, als sie wirklich sind. Entsprechend erleben bulimische Menschen die nach der Essattacke befürchtete Gewichtszunahme als sehr bedrohlich und greifen zu Maßnahmen der Gewichtskontrolle: Dazu führen sie meist ein Erbrechen herbei (weshalb die Bulimie auch als Ess-Brech-Sucht bekannt ist) oder nehmen große Mengen harntreibender Medikamente oder Abführmittel ein. Als weitere Maßnahmen zur Gewichtssenkung machen Bulimiker häufig Diäten, fasten, vermeiden kalorienreiche Lebensmittel und treiben übermäßig viel Sport. Diese typischen Bulimie-Symptome – Fressattacken und Gegenmaßnahmen – sind oft mehrmals pro Woche zu beobachten.

Als Folgen von Bulimie entstehen mit der Zeit verschiedene körperliche Veränderungen. So hat die Bulimie oft Folgen für die Zähne: Das bei der Essstörung weit verbreitete Erbrechen schädigt den Zahnschmelz und es entwickelt sich Karies. Außerdem kann wiederholtes selbst herbeigeführtes Erbrechen zu Schwielen an den Fingern führen; manchmal haben Bulimiker auch geschwollene Speicheldrüsen. Weitere mögliche körperliche Bulimie-Symptome infolge des Erbrechens sind Heiserkeit und Schluckstörungen; es können Schmerzen in der Speiseröhre auftreten. Und bei Menschen mit Bulimia nervosa, die missbräuchlich Abführ- oder harntreibenden Mittel verwenden, kann es zu Nebenwirkungen im Magen-Darm- oder Nierenbereich kommen.

Die sich bei der Bulimia nervosa abwechselnden Essanfälle und Maßnahmen zur Gewichtssenkung können zu starken Gewichtsschwankungen führen. Im Durchschnitt bleibt das Gewicht jedoch im Normalbereich. Trotzdem treten bei der Bulimie Symptome einer Mangelernährung auf: Es kommt zu Veränderungen im Vitamin- oder Elektrolythaushalt. Durch Kaliummangel können in ausgeprägten Fällen Herzrhythmusstörungen entstehen. Die Fehlernährung bei der Bulimie führt außerdem zu hormonellen und Stoffwechselveränderungen, die den Energieverbrauch herabsetzen. Unter diesen Bedingungen nehmen die Betroffenen bei normaler Kalorienzufuhr kurzfristig an Gewicht zu. Da sie nun versuchen, ihr Gewicht verstärkt zu kontrollieren, entsteht ein Teufelskreis, der für Bulimie typisch ist.

Darüber hinaus sind häufig andere seelische Erkrankungen als begleitende Symptome bei Bulimie zu beobachten: So zeigen sich bei bis zur Hälfte aller Menschen mit Bulimie depressive Symptome. Im Zusammenhang mit den Ess- und Brechanfällen treten Stimmungslabilität, Schuldgefühle und Selbstmordgedanken auf. Essanfälle bedingen Selbstvorwürfe – die Betroffenen sind der Meinung, sich selbst nicht ausreichend unter Kontrolle zu haben. Das Gefühl der Erleichterung nach dem Erbrechen ist von kurzer Dauer und weicht einer Niedergeschlagenheit. Das gestörte Essverhalten bei Bulimia nervosa geht häufig mit einem veränderten Sozialverhalten einher: Die Betroffenen ziehen sich von Freunden und Familie zurück und verlieren zunehmend das Interesse an anderen Dingen. Diese Isolierung kann den Mangel an Selbstwertgefühl verstärken, was die Betroffenen wiederum motiviert, durch die Gewichtskontrolle ein vermeintlich attraktiveres Äußeres zu erreichen.






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