|
Sie befinden sich hier:
Startseite > Krankheiten > BSE (Rinderwahn) > Definition
BSE (Rinderwahn)
BSE (Rinderwahn)HistorischesStand: 18. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Im Jahr 1985 starb in Südengland die erste Kuh an BSE. Bereits vorher hatten Tierärzte ähnliche Erkrankungsfälle beobachtet, die Krankheit wurde aber vorher nicht im Labor nachgewiesen. Im Verlauf der nächsten Jahre traten weitere Fälle mit typischen Symptomen auf: Die betroffenen Tiere zeigten sich ungewöhnlich aggressiv und litten unter schweren Bewegungsstörungen. Sie konnten ihre Gliedmaßen nicht kontrollieren, stürzten häufig und verstarben nach kurzer Zeit. Aufgrund der steigenden Zahl an Todesfällen untersuchten Tierärzte die Kadaver genauer und entdeckten dabei, dass im Gehirn der Tiere Nervenzellen in großer Zahl abstarben. Da die entstehenden Hohlräume im Hirngewebe unter dem Mikroskop an einen Schwamm erinnerten, bekam die Krankheit den Namen "schwammartige Hirnerkrankung des Rinds" (bovine spongiforme Enzephalopathie, BSE). Insbesondere die Medien betitelten die Erkrankung aufgrund der Symptome letztendlich als Rinderwahn. Da sich erste Hinweise verdichteten, dass Tiermehl die Krankheitserreger übertragen könnte, verbot die britische Regierung 1988 die Fütterung von Tiermehl an Wiederkäuer, der Export blieb jedoch weiterhin erlaubt. Nachdem die Bundesregierung bereits 1994 die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer in Deutschland verboten hatte, erließ auch die EU im Jahr 2000 ein entsprechendes Verbot. Bereits 1990 führte sie eine Meldepflicht für BSE-Fälle ein, denn aus einzelnen Fällen entwickelte sich schnell eine Epidemie. Um die Krankheit einzudämmen, bestand im Zeitraum von 1996 bis 1999 in der EU ein Exportverbot für britische Rinder sowie britisches Rindfleisch und Tiermehl. Schließlich reagierte auch die britische Regierung und veranlasste die Notschlachtung und Verbrennung von tausenden erkrankten Tieren. Seit Januar 2009 müssen Tierärzte alle Schlachttiere, die älter als 48 Monate und für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, mit einem Schnelltest auf BSE überprüfen. Tiere aus Drittländern werden bereits ab 30 Monaten getestet und bei kranken, notgeschlachteten oder verendeten Tieren erfolgt der BSE-Test ab 24 Lebensmonaten. Außerdem trat im September 2000 eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für Rindfleisch in Kraft, an der Verbraucher erkennen können, wo ein Tier geschlachtet wurde. Bis heute müssen Schlachter Hirn, Schädel, Augen und Milz von Rindern vernichten, damit diese Gewebe, die potenziell die höchste Konzentration der Erreger enthalten, nicht in die Nahrungskette gelangen können. Weiterlesen: BSE (Rinderwahn): Definition – Häufigkeit
Disclaimer:© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten. |