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Brustkrebs (Mammakarzinom)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Juni 2017)

© Jupiterimages/iStockphoto

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung der Frau. Oft ist die Diagnose für Betroffene erstmal ein Schock. Früh erkannt sind die Heilungsaussichten jedoch meist gut.

Um Brustkrebs früh zu erkennen, spielen vor allem Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt eine wichtige Rolle. Diese stehen jeder Frau einmal jährlich ab dem 30. Lebensjahr kostenlos zu. Daneben sollten Frauen ihre Brust einmal im Monat selbst abtasten.

Was ist Brustkrebs?
Brustkrebs (auch Mammakarzinom genannt) ist ein bösartiger Tumor der Brustdrüse, der meist bei Frauen, in seltenen Fällen aber auch bei Männern auftreten kann.

Ursachen unklar

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) sind die genauen Ursachen bislang nicht vollständig geklärt. Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen erkrankt spontan, also ohne dass Mediziner sichere Ursachen ausmachen können. Jedoch sind mittlerweile verschiedene Risikofaktoren bekannt, die die Krankheit begünstigen können.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Zu den Risikofaktoren für Brustkrebs zählen:

  • fortgeschrittenes Alter
  • langfristige Einnahme weiblicher Sexualhormone (z.B. Hormonersatztherapie in den Wechseljahren)
  • lange Zeitspanne an natürliche Hormonschwankungen bei der Frau, das heißt
  • Übergewicht nach den Wechseljahren
  • Bewegungsmangel nach den Wechseljahren
  • regelmäßiger Konsum von größeren Mengen Alkohol
  • fortgeschrittene Mastopathie (also eine zunächst gutartige Vermehrung der Drüsenläppchen und des Bindegewebes der Brustdrüsen)
  • Kinderlosigkeit bzw. eine späte erste Schwangerschaft (nach dem 30. Lebensjahr)
  • erbliche Einflüsse

Risikofaktor Alter

Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Die meisten Frauen sind zum Zeitpunkt der Brustkrebs-Diagnose über 65 Jahre alt. Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen tritt Brustkrebs dennoch durchschnittlich in einem jüngeren Lebensalter auf: Gut 30 Prozent der Betroffenen sind jünger als 55 Jahre, wenn die Diagnose gestellt wird.

Risikofaktor Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

Eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden kann die Wahrscheinlichkeit für ein Mammakarzinom steigern. Dabei gilt: Je länger eine Frau Hormone einnimmt, desto größer das Risiko. Daher empfehlen Fachleute, dass Frauen wenn überhaupt nur möglichst kurze Zeit Hormone einnehmen sollten, um ihre Wechseljahresbeschwerden zu behandeln. Nach heutigem Wissen erhöhen Kombinationspräparate, die als Hormone Östrogen und Progesteron enthalten, das Risiko stärker also reine Östrogenpräparate. Fünf Jahre nach einer Hormonersatztherapie gleicht sich das Brustkrebsrisiko wieder an und entspricht dem einer Frau, die keine Hormonersatztherapie erhalten hat.

Die Antibabypille enthält zwar auch weibliche Sexualhormone, erhöht das Risiko für Brustkrebs aber nur geringfügig.

Risikofaktor genetische Veranlagung

Bei 25 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs (also bei etwa jeder vierten Betroffenen) finden sich mehrere Fälle eines Mammakarzinoms in der Familie, etwa bei der Mutter oder Schwester. Hier scheinen genetische Ursachen eine Rolle zu spielen. Doch nur bei etwa 5 bis 10 Prozent der erkrankten Frauen ist tatsächlich eine genetische Veranlagung mitverantwortlich für die Entstehung von Brustkrebs.

BRCA-1 und BRCA-2 erhöhen das Risiko

Nachweislich stehen die beiden "Tumorgene" BRCA-1 und BRCA-2 mit Brustkrebs in Verbindung. BRCA steht dabei für Breast Cancer (engl. für Brustkrebs). Statistisch gesehen entwickelt sich bei etwa 50 bis 80 Prozent der Frauen, bei denen die Tumorgene BRCA-1 oder BRCA-2 eine Erbgutveränderung (Mutation) aufweisen, vor dem 70. Lebensjahr ein Mammakarzinom – meist im Alter von 40 Jahren. Das Risiko für Brustkrebs steigt bei den betroffenen Frauen etwa um das 10-Fache.

Die veränderten BRCA-Gene erhöhen zudem das Risiko für andere Krebserkrankungen wie Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Bei Männern steigt durch ein mutiertes BRCA-Gen die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs ebenfalls, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie bei Frauen.

Studien weisen zudem darauf hin, dass bei der Entstehung von Brustkrebs auch Veränderungen in anderen Genen eine Rolle spielen können (z.B. bei den Genen RAD51C oder PALB2), wenn auch in geringerem Maße.

Wann ist ein Gentest sinnvoll?

Bei Frauen, auf die eines der folgenden Kriterien zutrifft, ist ein Gentest sinnvoll:

  • mindestens drei Frauen in der Familie haben Brustkrebs
  • zwei Frauen in der Familie mit Mammakarzinom, von denen mindestens eine vor dem 51. Lebensjahr erkrankt ist
  • mindestens eine Verwandte mit Brustkrebs und eine mit Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
  • mindestens eine Verwandte mit Brustkrebs und Eierstockkrebs
  • mindestens zwei Frauen in der Familie mit Eierstockkrebs
  • mindestens eine Verwandte mit beidseitigem Mammakarzinom, die mit 50 Jahren oder früher erkrankt ist
  • mindestens eine Verwandte, die mit 35 Jahren oder jünger Brustkrebs bekommen hat
  • ein männlicher Verwandter mit Brustkrebs und eine weibliche Verwandte mit Brustkrebs oder Eierstockkrebs

Eine spezielle Therapie für Träger derartiger Mutationen gibt es derzeit jedoch nicht. Eine mögliche Behandlung in solchen Fällen besteht zum Beispiel darin, das Brustgewebe auch ohne einen bestehenden Tumor in einer Operation zu entfernen und die Brüste zum Beispiel mit einem Implantat wieder aufzubauen.

Frauen, die zu dieser Risikogruppe zählen, haben ab dem 25. Lebensjahr Anspruch auf eine halbjährliche Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt und ab dem 30. Lebensjahr auf eine Mammographie in ein- bis zweijährlichen Abständen.

Unser Brustkrebs-Video veranschaulicht Ihnen, wie die Erkrankung entsteht.

Anfangs kaum Symptome

Anfangs bereitet Brustkrebs (Mammakarzinom) in aller Regel keine Symptome wie etwa Schmerzen. Es gibt jedoch Anzeichen, die auf einen Tumor in der Brust hindeuten können. Frauen, die ihre Brüste regelmäßig selbst abtasten und zudem auf äußerlich sichtbare Veränderungen achten, entdecken solche eventuell auf Brustkrebs hinweisende Symptome schneller.

Mögliche Anzeichen für Brustkrebs:

  • Knoten oder Verhärtungen in der Brust, die früher nicht zu ertasten waren
  • Einziehung der Haut oder Einziehung einer Brustwarze
  • Größenunterschied der Brüste, der vorher nicht bestand
  • unterschiedliches Aussehen der Brüste beim Anheben der Arme
  • Absonderungen aus einer Brustwarze (z.B. wässrig, blutig oder eitrig)
  • andere Veränderungen der Brust oder Brustwarze, z.B. eine plötzliche starke Rötung
  • tastbare Lymphknoten in der Achselhöhle, die vorher nicht bestanden und nicht durch eine andere Erkrankung bedingt sind (z.B. entzündeter Pickel im Bereich der Achselhöhle)

Diese Anzeichen bedeuten nicht zwingend, dass es sich um Brustkrebs handelt. Um die genaue Ursache der Symptome festzustellen, sollte man die Brust jedoch ärztlich untersuchen lassen.

Wird Brustkrebs früh erkannt – zum Beispiel im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung – und erfolgreich behandelt, kommt es meist gar nicht erst so weit, dass Symptome auftreten. Hat das Mammakarzinom jedoch bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, kann der Brustkrebs Symptome verursachen, wie:

In manchen Brustbereichen tritt Brustkrebs häufiger auf

Denkt man sich über der weiblichen Brust ein Kreuz mit der Brustwarze als Zentrum, so kann man eine räumliche Häufigkeitsverteilung von Brustkrebs in vier Quadranten vornehmen. Am häufigsten ist der obere äußere Quadrant befallen, da er auch den größten Teil der Brustdrüse enthält.

Brustkrebs: Eine weibliche Brust, auf der einzelne Abschnitte mit Prozentzahlen der jeweiligen Krebshäufigkeit markiert sind.

Häufigkeitsverteilung von Brustkrebs

Wie häufig kommt Brustkrebs vor?

In den westlichen Industrieländern ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau: Jährlich erkranken rund 70.000 Frauen in Deutschland daran. Bei Männern tritt Brustkrebs viel seltener auf: Pro Jahr kommt es bei Männern zu circa 620 Neuerkrankungen. Das bedeutet, nur etwa eine von hundert Brustkrebs-Erkrankungen betrifft einen Mann. Männer sind im Durchschnitt zudem älter, wenn das Mammakarzinom festgestellt wird.

Diagnose

Jeden Verdacht auf Brustkrebs (Mammakarzinom) sollte man ärztlich abklären lassen, denn eine frühe Diagnose erhöht die Erfolgschancen der Therapie deutlich. Beim Arztbesuch erfragt der Arzt zunächst die Krankengeschichte und beginnt im Anschluss mit der körperlichen Untersuchung. Dabei tastet er beide Brüste sowie die Achselhöhlen und die Schlüsselbeingruben genau ab.

Ergibt sich ein Verdacht, erfolgt bei Frauen ab 40 Jahren zunächst eine Mammographie, also eine Röntgenuntersuchung der Brust, und unter Umständen bei unklaren Befunden zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Brust (Mammosonographie). Bei Frauen unter 40 Jahren bietet sich die Ultraschalluntersuchung als erste Untersuchungsmethode an.

Mithilfe der Mammographie lassen sich gutartige von bösartigen Veränderungen weitestgehend abgrenzen, Größe und Anzahl der Veränderungen bestimmen. Außerdem ermöglicht dieses Verfahren es, sogenannten Mikrokalk zu erkennen:

  • Mikrokalk sammelt sich in den Gängen des Brustdrüsengewebes.
  • Mikrokalk kommt sowohl bei gutartigen wie auch bösartigen Veränderungen der Brust vor und kann auf einen noch sehr kleinen Tumor hinweisen.
  • Form, Größe und Anordnung des Mikrokalks geben dem Arzt Aufschluss darüber, ob es sich eher um eine gut- oder bösartige Ursache handelt.

Eine Ultraschalluntersuchung in Kombination mit der Mammographie erhöht die Sicherheit der Brustkrebs-Diagnose. Um endgültig sagen zu können, ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind, entnimmt der untersuchende Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie). Mögliche Verfahren hierbei sind:

  • Stanzbiopsie: Entnahme einer Gewebeprobe mithilfe einer Hohlnadelstanze unter Ultraschallsicht
  • Vakuumbiopsie: Entnahme einer Gewebeprobe unter Bildüberwachung, z.B. bei einer Röntgenuntersuchung ("mammographisch"), mit einer etwa drei Millimeter dünnen Hohlnadel, in der sich ein winziges Hochgeschwindigkeitsmesser befindet
  • Feinnadelbiopsie: Entnahme einzelner Zellen mithilfe sehr dünner Nadeln; wird nicht mehr als Standardmethode empfohlen.
  • Exzisionsbiopsie: In Ausnahmefällen wird eine auffällige Veränderung komplett durch einen Schnitt in der Haut herausgeschnitten (Exzision = Ausschneidung).

Anschließend untersucht ein Experte das Gewebe unter dem Mikroskop und prüft, ob gut- oder bösartige Veränderungen vorliegen. Sofern Brustkrebs vorliegt, erhält er gleichzeitig auch Aufschluss über den Tumortyp und den Grad seiner Aggressivität (sog. Grading).

In Einzelfällen setzt der Arzt auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) zur Brustkrebs-Diagnose ein.

Patientinnen mit einem fortgeschrittenen Mammakarzinom und einem hohen Risiko für Metastasen (Tochtergeschwulsten), zum Beispiel in Lunge, Leber und Knochen, werden mit weiteren Verfahren untersucht, wie beispielsweise:

  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • nuklearmedizinische Untersuchung der Knochen (Knochenszintigraphie)
  • Ultraschalluntersuchung der Leber

Sogenannte Tumormarker wie die körpereigenen Stoffe CEA und CA 15-3 spielen für die eigentliche Diagnose von Brustkrebs keine Rolle. Sie eignen sich eher für die Nachsorge, wenn es darum geht, Rückfälle frühzeitig festzustellen.

Einordnung des Tumors

Die Ergebnisse aller Untersuchungen erlauben es, den Tumor in das sogenannte TNM-SchemaTumorgröße, Lymphknotenbefall (engl. Node = Knoten), Metastasenbildung – einzuordnen, aus dem sich wiederum eine Einteilung in Stadien ergibt. Diese Stadieneinteilung bestimmt zusammen mit der Gewebeuntersuchung zum einen die Prognose der Krebserkrankung, zum anderen entscheidet sie über die Behandlungsstrategie.

Tumoren der Brust lassen sich grob unterteilen in:

  • Milchgangskarzinome (duktale Karzinome): Sie wachsen in den Milchgängen.
  • Läppchenkarzinome (lobuläre Karzinome): Sie wachsen in den Milchdrüsen.

Duktales Karzinom in situ (DCIS)

Stellt der Arzt ein sogenanntes duktales Karzinom in situ (DCIS) als Diagnose fest, bedeutet das, dass in den Milchgängen eine Brustkrebs-Vorstufe vorhanden ist oder ein sehr frühe Form von Brustkrebs. Der Brusttumor ist in dieser Phase noch auf die Milchgänge beschränkt und wächst nicht in anderes Gewebe hinein. In diesem frühen Stadium kann der Brustkrebs noch keine Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden.

Hinweise auf ein DCIS erhält der Arzt mithilfe der Mammographie: Auf dem Mammogramm erkennt er winzige Kalkablagerungen (Mikrokalk), wenn ein DCIS vorhanden ist. Mikrokalk kann aber auch bei gutartigen Veränderungen auftreten. Der Arzt entnimmt etwas Gewebe (Biopsie), um die genaue Ursache herauszufinden.

Lobuläres Karzinom in situ (LCIS)

Auch in den Milchdrüsen können Vorstufen von Brustkrebs oder frühe Brustkrebsformen auftreten. Mediziner sprechen dann von einem lobulären Karzinom in situ (LCIS). Die LCIS-Diagnose erfolgt auf dieselbe Weise wie beim duktalen Karzinom in situ über eine Mammographie und eine Biopsie.

Inflammatorisches Karzinom

Eine besondere Form von Brustkrebs ist das entzündliche (inflammatorische) Karzinom: Dabei brechen Tumorzellen in die unter der Haut gelegenen Lymphbahnen ein und verursachen einen Lymphstau. In der Folge schwellen ausgedehnte Hautbereiche an und es bildet sich ein Lymphödem. Die Oberfläche der Haut ähnelt in ihrer Struktur der einer Orange ("Orangenhaut") oder zeigt eine entzündungsähnliche Rötung.

Therapie

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) richtet der Arzt die Therapie individuell auf die Patientin und ihre Krebserkrankung aus. Welche Therapie beziehungsweise welche Behandlungskombination sich jeweils am besten eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie:

  • der Tumorgröße,
  • ob der Krebs bereits gestreut, also Metastasen gebildet hat,
  • den Gewebeeigenschaften des Tumors,
  • dem Hormonrezeptor-Status, also ob der Tumor Rezeptoren für weibliche Sexualhormone besitzt und
  • ob die Frau bereits in den Wechseljahren ist.

Wichtigste Behandlungsmaßnahme ist in den meisten Fällen eine operative Entfernung des Tumorgewebes. Im Anschluss erfolgt häufig eine Strahlentherapie.

Daneben haben sich bei Brustkrebs außerdem die Chemotherapie sowie die Antihormontherapie etabliert. Die Therapie von Brustkrebs beim Mann unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von der bei Frauen.

Operation

Brusterhaltende Operation

Durch Einsatz von Strahlen- und / oder Chemotherapie ist es Chirurgen heutzutage häufig möglich, bei Frühstadien von Brustkrebs eine brusterhaltende Operation durchzuführen. Dies gilt oft für sogenannten nicht-invasiven Brustkrebs, wie etwa ein duktales Karziom in situ (DCIS).

Das Risiko, dass der Tumor wieder auftritt, wäre nach einer brusterhaltenden OP im Vergleich zu einer kompletten Brustentfernung (Radikaloperation), zwar erhöht. Es lässt sich durch die nachfolgende Bestrahlung des verbleibenden Brustgewebes jedoch wieder deutlich senken. Daher schließt sich an eine brusterhaltende Operation in aller Regel eine Bestrahlung an.

In manchen Fällen empfehlen Ärzte allerdings auch bei frühen Formen von Brustkrebs die Entfernung der gesamten Brust (Radikaloperation):

  • Die Patientin ist jünger als 45 Jahre.
  • Der Tumor konnte nicht mit ausreichend Sicherheitsabstand zum angrenzenden Gewebe entfernt werden.
  • Der Tumor hat mit bestimmte Gewebe-Eigenschaften.

Denn Studien haben gezeigt, dass es in unter diesen Umständen häufiger zu einem Rezidiv, also einem Wiederauftreten von Brustkrebs, kommt.

Welches Vorgehen sich am besten eignet, wird der Arzt mit der Patientin besprechen. Eine Strahlentherapie sollte sich in jedem Fall anschließen.

Radikaloperation

Eine Radikaloperation, also die Entfernung der gesamten Brust (Mastektomie), war einst die gängige Therapie bei Brustkrebs. Heute weiß man, dass sich – was die Wahrscheinlichkeit betrifft, dass der Tumor wieder auftritt – vergleichbare Ergebnisse erzielen lassen, wenn brusterhaltend operiert wird und sich eine Bestrahlung anschließt. Daher kommt die Radikaloperation mittlerweile wesentlich seltener zum Einsatz. Unter bestimmten Umständen ist sie bei Brustkrebs jedoch unumgänglich:

  • Es finden sich stark ausgedehnte Kalkablagerungen (Kalzifikation) in der Brust.
  • Der Tumor ließ sich nicht komplett operativ entfernen.
  • Es sind mehrere Krebsherde in einer Brust vorhanden.
  • Es besteht ein ungünstiges Verhältnis zwischen Tumorgröße und gesundem Brustgewebe.
  • Eine Bestrahlung ist nicht möglich.
  • Es handelt sich um ein entzündliches (inflammatorisches) Mammakarzinom.
  • Das Operationsergebnis ist kosmetisch nicht zufriedenstellend.
  • Die Betroffene wünscht eine vollständige Entfernung der Brust.

Lymphknotenentfernung

Für die Brustkrebs-Therapie ist es auch entscheidend, ob sich der Krebs schon in Lymphknoten der Achselhöhle (axilläre Lymphknoten) ausgebreitet hat. Um dies festzustellen, kommen zwei Vorgehensweisen infrage:

  • Entweder entnimmt und untersucht der Arzt während der Brustoperation direkt mehrere Lymphknoten und untersucht sie.
  • Oder er wählt die sogenannte Wächterlymphknoten-Biopsie.

Bei einer Wächterlymphknoten-Biopsie spritzt der Arzt der Patientin vor der Operation eine radioaktiv markierte Substanz (Radionuklid) in die Nähe des Tumorgewebes. Anschließend prüft er mit einem Messgerät, ob sich der radioaktive Stoff in einem Lymphknoten angereichert hat. Der erste Lymphknoten, der das Radionuklid speichert, wird Wächterlymphknoten (oder engl. Sentinel-Node) genannt. Der Arzt entfernt den Lymphknoten und lässt ihn umgehend untersuchen. Nur wenn er von Krebszellen befallen ist, entfernt er auch die anderen Lymphknoten.

Bei sehr frühen Stadien (sog. nicht-invasiver Brustkrebs wie das DCIS) erfolgt mitunter keine Untersuchung der Lymphknoten.

Anschluss-Therapie nach der Operation

Die Anschluss-Therapie (sog. adjuvante Therapie) erfolgt nach der eigentlichen Behandlung, im Regelfall also nach einer Operation. Sie hat das Ziel, möglicherweise im Körper verbliebene Krebszellen zu vernichten, damit der Brustkrebs nicht erneut auftritt. Die Anschluss-Therapie kann aus einer Antihormontherapie oder einer Chemotherapie bestehen oder aus einer Kombination beider Verfahren.

Welche Form der Anschluss-Therapie bei Brustkrebs die richtige ist, hängt in erster Linie von Größe und Art des Tumors ab sowie davon, ob sich der Krebs schon in die Lymphknoten ausgebreitet hat. Weitere Kriterien sind die Hormonempfindlichkeit des Tumors sowie der sogenannte Menopausen-Status der Patientin – also ob sie bereits ihre letzte Regelblutung (Menopause) hatte oder nicht.

Strahlentherapie

Häufig ist die Strahlentherapie ein wichtiger Bestandteil der Brustkrebs-Behandlung. Sie eignet sich als Anschluss-Therapie nach einer brusterhaltende Operation und wenn sich nicht ausschließen lässt, dass sich noch Tumorreste in der Brust befinden. Die Strahlentherapie soll nach der OP eventuell verbliebene Krebszellen abtöten und kann so das Risiko senken, dass der Brustkrebs wieder auftritt. Ohne Strahlentherapie nach einer brusterhaltenden Operation beträgt das Risiko für einen Krankheitsrückfall (Rezidiv) etwa 30 Prozent. Mit Strahlentherapie sinkt das Risiko auf etwa 5 bis 10 Prozent.

Nach einer kompletten Entfernung der Brust, die heute meist als sogenannte "modifiziert radikale Mastektomie" erfolgt, prüft der behandelnde Arzt individuell, ob eine Strahlentherapie notwendig ist. Sie ist unter anderem dann sinnvoll, wenn der Tumor sehr groß war oder wenn der Krebs den Brustmuskel oder die Haut befallen hat.

Die Strahlenbehandlung bei Brustkrebs dauert meist mehrere Wochen. Betroffene werden dazu an vier bis fünf Tagen pro Woche bestrahlt. Die einzelne Bestrahlung dauert nur wenige Minuten und kann meistens ambulant durchgeführt werden. Die Strahlentherapie beim Mammakarzinom ist nicht schmerzhaft, doch sie kann die Haut reizen und Rötungen hervorrufen. Gegen Ende der Strahlenbehandlung sind die Patientinnen häufig körperlich erschöpft und fühlen sich müde. Bleibende Veränderungen, wie eine Verfärbung der Haut oder kleine, spinnenartig erweiterte Blutgefäße im bestrahlen Bereich, kommen selten vor.

Abhängig vom Befund der Gewebeuntersuchung entscheidet der behandelnde Arzt bei jeder Brustkrebs-Patientin individuell, ob es erforderlich ist, neben der Bestrahlung der Brust und der Brustwand auch noch weitere Körperbereiche zu bestrahlen, zum Beispiel die Lymphabflusswege der Achselhöhle und Schlüsselbeingrube.

Zusätzlich zur Strahlentherapie von außen werden manche Tumorreste auch von innen bestrahlt: Dazu setzt der Arzt direkt im Anschluss an die Operation eine kleine Strahlungsquelle an der Stelle ein, an der der Tumor vorher saß. Diese Stelle wird dann mit einer sehr hohen Strahlendosis – einem sogenannten "Boost" – bestrahlt. Wenn die Operationswunden verheilt sind, folgt die Strahlentherapie von außen.

Chemotherapie

Die Chemotherapie bei Brustkrebs erfolgt mit sogenannten Zytostatika, also Wirkstoffen, die das Wachstum der Krebszellen hemmen. Je nach Wirkstoff verabreicht der Arzt die Medikamente über eine Vene (Infusion) oder die Patientin nimmt sie in Tablettenform ein. Laut Leitlinie sollen alle Patientinnen, deren Tumor keinen Rezeptor für bestimmte Hormone aufweisen (sog. rezeptornegative Tumoren), nach eigentlichen Behandlung eine Chemotherapie erhalten.

Zur Chemotherapie bei Brustkrebs kommen vor allem Wirkstoffe aus der Gruppe der Anthrazykline und aus der Gruppe der Taxane infrage. Anthrazykline wie etwa der Wirkstoff Doxorubicin zerstören die Erbinformation einer Krebszelle und schädigen die Zellmembran, sodass die Krebszelle sich nicht mehr teilen kann. Auch Taxane, zum Beispiel die Wirkstoffe Docetaxel oder Paclitaxel, hemmen die Zellteilung.

Chemotherapeutika ziehen allerdings auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft, insbesondere in schnell wachsenden Geweben wie der Haut, dem Knochenmark, der Magen- und Darmschleimhaut und den Haarwurzeln. Daher können sie Nebenwirkungen verursachen, wie:

Mit modernen Medikamenten lassen sich jedoch viele Nebenwirkungen der Chemotherapie relativ gut lindern.

Die Chemotherapie erfolgt in sogenannten Zyklen. Das bedeutet, dass jedem Behandlungstermin eine therapiefreie Zeit von ein bis drei Wochen folgt. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass sich der Körper regelmäßig von eventuellen Nebenwirkungen erholen kann.

Antihormontherapie (endokrine Therapie)

Ungefähr zwei Drittel aller Brustkrebstumoren sind hormonabhängig. Das heißt, bestimmte körpereigene Hormone regen die Krebszellen zum Wachstum an. Der wichtigste ist hierbei das weibliche Sexualhormon Östrogen. Das bedeutet umgekehrt, dass sich das Wachstum des Tumors durch Substanzen, die die Wirkung der Hormone unterbinden, bremsen lässt. Ist eine Chemotherapie notwendig, sollte die Antihormontherapie erst beginnen, nachdem die Chemotherapie abgeschlossen ist.

Wenn der Tumor hormonpositiv ist – also auf Hormone reagiert –, erfolgt eine Antihormontherapie (auch endokrine Therapie genannt). Zur Antihormontherapie von Brustkrebs stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden. Ein häufig eingesetzter Wirkstoff ist das Antiöstrogen Tamoxifen. Tamoxifen besetzt die Östrogenrezeptoren auf den Zellen und verhindert dadurch, dass Östrogene "andocken" können. Dieses Prinzip heißt kompetitive Hemmung. Tamoxifen gilt bei Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren sind, als Therapie der Wahl.

Die Antihormontherapie mit Tamoxifen erstreckt sich über etwa fünf Jahre und ist im Allgemeinen gut verträglich. Potenzielle Nebenwirkungen von Tamoxifen sind beispielsweise

Eine weitere Therapiemöglichkeit bei hormonpositivem Brustkrebs ist die Behandlung mit sogenannten Aromatasehemmern wie dem Wirkstoff Letrozol. Aromatasehemmer sind Substanzen, die das körpereigene Enzym Aromatase hemmen, welches für die Bildung von Östrogen außerhalb der Eierstöcke von Bedeutung ist. Wirkstoffe aus dieser Gruppe eignen sich vor allem für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und keine Regelblutung mehr haben.

Die Antihormontherapie kann je nach vorliegendem Befund verschieden lang dauern und entweder mit einem einzigen Wirkstoff erfolgen oder unterschiedlich kombiniert sein. Mögliche Varianten der Antihormontherapie sind zum Beispiel:

  • 5 Jahre Tamoxifen
  • 5 Jahre Aromatasehemmer
  • 2 bis 3 Jahre Tamoxifen gefolgt von Aromatasehemmern bis zu einer Gesamttherapiedauer von 5 Jahren
  • 2 bis 3 Jahre Aromatasehemmer gefolgt von Tamoxifen bis zu einer Gesamttherapiedauer von 5 Jahren
  • 5 Jahre Tamoxifen gefolgt von 5 Jahren Aromatasehemmern

Östrogen entsteht vor allem in den Eierstöcken. Deshalb besteht eine weitere Behandlungsmöglichkeit von hormonpositivem Brustkrebs darin, die Produktion von Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken medikamentös auszuschalten. Außerdem ist es möglich, die Eierstöcke zu bestrahlen oder operativ zu entfernen.

Immuntherapie (Antikörpertherapie)

Die Immuntherapie – auch Antikörpertherapie genannt – nutzt künstlich hergestellte Abwehrstoffe des Immunsystems, um Krebszellen zu zerstören. Bei ungefähr einer von vier Frauen mit Brustkrebs tragen die Brusttumoren spezielle Andockstellen – sogenannte HER2-Rezeptoren – auf der Zelloberfläche. Ist dies der Fall, kann eine Immuntherapie mit Antikörpern wie dem Wirkstoff Trastuzumab eine Behandlungsmöglichkeit sein. Dieser spezielle Antikörper bindet sich an die HER2-Rezeptoren und hemmt damit das weitere Wachstum des Tumors. Das Immunsystem wird aktiviert und kann die Tumorzellen angreifen.

Da der Antikörper sich gezielt gegen Krebszellen mit HER2-Merkmal richtet, vertragen die meisten Betroffenen die Immuntherapie gut. Zu Beginn der Behandlung treten manchmal grippeähnliche Beschwerden auf. Allerdings kann auch das Herz beeinträchtigt sein. Deshalb ist es wichtig, während der Behandlung regelmäßig die Herzfunktion kontrollieren zu lassen.

Ärzte wenden die Immuntherapie meist bei fortgeschrittenem Brustkrebs an – in der Regel in Kombination mit einer Chemotherapie. Die Behandlung kann bei Brustkrebs, der den HER2-Rezeptor aufweist, sinnvoll sein, aber auch als Anschluss-Behandlung nach der Haupttherapie infrage kommen.

Therapie des metastasierten Mammakarzinoms

Von einem metastasierten Mammakarzinom (Brustkrebs) spricht man, wenn sich Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen, etwa in der Leber, den Knochen oder dem Gehirn, gebildet haben. Zytostatika sind Substanzen, die das Zellwachstum – insbesondere die Zellteilung – verhindern oder verzögern. Mit diesen Substanzen, einer Antihormontherapie und eventuell einer zusätzlichen Strahlentherapie ist es möglich, die Beschwerden durch Metastasen zu lindern und häufig auch deren Wachstum einzudämmen.

Bisphosphonate bei Knochenmetastasen

Tochtergeschwulste betreffen bei Brustkrebs häufig die Knochen. Die Metastasen stören das natürliche Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau des Knochens und der Knochen verliert an Stabilität. Spontane Knochenbrüche, also solche ohne äußere Einwirkung und erkennbare Ursache, können die Folge sein.

Daneben gibt es ein weiteres Problem: Wird viel Knochensubstanz abgebaut, gelangt viel Calcium ins Blut. Eine hohe Konzentration dieses Mineralstoffs im Blut kann sich auf den gesamten Stoffwechsel nachteilig auswirken, zum Beispiel auf die Funktion von Herz und Nieren.

Bestimmte Medikamente, die Bisphosphonate, vermindern den Abbau des Knochens. Frauen mit Mammakarzinom und Knochenmetastasen erhalten Bisphosphonate als Tabletten oder als Infusionen über eine Vene.

Angiogenesehemmer

Damit sich Tumorzellen teilen können, benötigen sie Nährstoffe und Sauerstoff. Beides erhalten sie aus dem Blut. Reicht die Blutversorgung nicht aus, bildet der Tumor selbst neue Blutgefäße. Diesen Prozess nennen Mediziner auch Angioneogenese. Hierfür schütten die Tumorzellen den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) aus. Spezielle Medikamente, die sogenannten Angiogenesehemmer, blockieren den Wachstumsfaktor VEGF, sodass der Tumor keine Blutgefäße mehr bilden kann und langfristig unterversorgt ist – er "hungert" gewissermaßen aus.

Beim metastasierten Mammakarzinom ist der Wirkstoff Bevacizumab in Kombination mit Taxanen zur Chemotherapie zugelassen. Die Betroffenen erhalten Bevacizumab als Infusion alle drei Wochen begleitend zur Chemotherapie. Mögliche Nebenwirkungen können unter anderem Bluthochdruck (Hypertonie) und ein erhöhtes Thromboserisiko sein.

Tyrosinkinasehemmer

Krebszellen vermehren sich in der Regel sehr schnell und unkontrolliert. Ein Grund dafür ist eine Fehlfunktion der für das Zellwachstum zuständigen Enzyme, unter anderem der Tyrosinkinasen. Ein moderner Ansatz in der Krebstherapie sind Wirkstoffe, die gezielt Tyrosinkinasen hemmen und somit das Zellwachstum blockieren.

Bei fortgeschrittenem Brustkrebs kommt der Tyrosinkinasehemmer Lapatinib zum Einsatz. Er wird in Tablettenform verabreicht. Als Nebenwirkungen können unter anderem Durchfall und Hautausschlag auftreten.

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Verlauf

Wiederaufbau der Brust

Ein Wiederaufbau der Brust, also eine Brustrekonstruktion, bietet sich zum Beispiel nach einem ausgedehnten Eingriff wie der Radikaloperation (Entfernung der gesamten Brust, sog. Mastektomie) an. Ein Wiederaufbau ist aber auch nach einer brusterhaltenden Operation möglich.

Die Rekonstruktion lässt sich sowohl sofort im Anschluss an die Operation als auch Monate oder Jahre später durchführen. Der Zeitpunkt der Rekonstruktion und die Wahl des Verfahrens hängen wesentlich von den jeweiligen Umständen der Nachbehandlung sowie vom Wunsch der Patientin ab.

Es gibt grundsätzlich zwei Varianten, die Brust wiederaufzubauen:

  • Rekonstruktion der Brust mit körpereigenem Gewebe, etwa Muskelgewebe oder Gewebe aus der Bauchdecke
  • Rekonstruktion mit Implantaten (mit Silikon bzw. mit Kochsalzlösung gefüllte Kunststoffkissen) oder mit sog. Brustprothesen, die sich z.B. in den Büstenhalter einlegen lassen

Bei beiden Methoden der Wiederherstellung der Brust ist das kosmetische Ergebnis bereits kurz nach der Operation gut. Die Implantate haben den Nachteil, dass Frauen sie in einigen Fällen nach gewisser Zeit als Fremdkörper in der Brust wahrnehmen.

Wiederaufbau der Brust: Unser Video zeigt Ihnen, welche Möglichkeiten der Brustrekonstruktion es gibt.

Nachsorge

Nach der Brustkrebs-Therapie sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Sie finden zunächst meist alle drei Monate statt, später werden die Abstände größer. Außerdem sollte sich die Betroffene einmal im Jahr einer Mammographie der gesunden Brust unterziehen. Nach einer brusterhaltenden Operation mammographiert der Arzt die operierte Brust zusätzlich alle sechs bis zwölf Monate. Besteht der Verdacht, dass der Brustkrebs erneut aufgetreten ist (sog. Rezidiv), erfolgen gegebenenfalls weitere Untersuchungen, zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).

Nach einer Brustkrebs-Erkrankung ist neben der medizinischen Betreuung auch die soziale und psychische Unterstützung wichtig. Hier können Gespräche mit dem Arzt sowie mit Angehörigen und Freunden, gegebenenfalls auch mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten, hilfreich sein. Unterstützung bieten außerdem zahlreiche Selbsthilfegruppen, in denen man sich mit anderen Betroffenen, die ein Mammakarzinom haben oder hatten, austauschen kann.

Die Tumormarker CEA und CA 15-3 sind körpereigene Stoffe, die im Zusammenhang mit Brustkrebs vermehrt im Blut auftreten. Diese bestimmt der Arzt vor allem nach der Brustkrebs-Therapie regelmäßig aus einer Blutuntersuchung.  Die Werte können darauf hinweisen, ob der Brustkrebs unter Umständen wieder aufgetreten ist.

Rehabilitation

Jede Frau erholt sich individuell unterschiedlich von Brustkrebs. Krankengymnastische Übungen für den Arm und die Schulter der betroffenen Seite helfen, Kraft und Bewegungsfreiheit nach der Brustkrebs-Behandlung schneller wiederherzustellen. Außerdem verhindert sie Nacken- und Rückenbeschwerden.

Nach der Entfernung der Lymphknoten aus der Achselhöhle kann der Arm auf der operierten Seite anschwellen, weil die Flüssigkeit aus dem Lymphsystem, die Lymphe, nicht abfließen kann. Es entsteht ein Lymphödem. Krankengymnastik sowie Lymphdrainage sorgen dafür, dass die Lymphe wieder abfließt und der Arm wieder beweglicher wird.

Hilfen bei der beruflichen und sozialen Rehabilitation, Angebote für Kuren und weitere Unterstützung bei Brustkrebs können Sie bei psychosozialen Beratungsstellen und den Krankenkassen erfragen.

Vorbeugen

Einer Brustkrebs-Erkrankung lässt sich nur bedingt vorbeugen, indem man bestimmte Risikofaktoren meidet. Übermäßiger Alkoholgenuss zum Beispiel kann begünstigen, dass ein Mammakarzinom entsteht. Nach den Wechseljahren steigern Übergewicht und mangelnde Bewegung das Risiko für Brustkrebs.

Wer Hormone einnimmt, um Wechseljahresbeschwerden zu lindern, sollte das so kurz wie möglich tun. Betroffene Frauen halten hierzu am besten mit dem behandelnden Arzt Rücksprache, um gemeinsam Vor- und Nachteile einer Hormontherapie abzuwägen.

Maßnahmen zur Früherkennung

Zu den Früherkennungsmaßnahmen von Brustkrebs zählt auch die Selbstuntersuchung der Brust. Idealerweise sollten Frauen ihre Brüste einmal im Monat selbst untersuchen und auch die Haut von Brust und Achselhöhle genau anschauen und abtasten. Auffälligkeiten sollte man von einem Arzt abklären lassen, wie zum Beispiel:

  • Verhärtungen,
  • Knoten,
  • nicht heilende Wunden,
  • Einziehungen der Haut,
  • Anschwellung der Lymphknoten oder
  • aus der Brustdrüse austretende Flüssigkeit.

Die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust ist wichtig, um Veränderungen der Brust frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen. Unser Video zeigt Ihnen, wie es geht!

Klar machen muss man sich jedoch: Durch eine Selbstuntersuchung der Brust lässt sich Brustkrebs genaugenommen nicht im Frühstadium erkennen, sondern erst in späteren Stadien. Im eigentlichen Sinne ist das Abtasten der eigenen Brust daher keine Früherkennungsmaßnahme. Dennoch spielt die Selbstuntersuchung der Brust eine wichtige Rolle, insbesondere bei Frauen, die nicht regelmäßig an Früherkennungsuntersuchungen beim Arzt teilnehmen.

Um Brustkrebs möglichst früh zu erkennen und somit die Chance auf Heilung zu erhöhen, kommt der ärztlichen Untersuchung deshalb die größere Bedeutung zu. Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben in Deutschland einmal jährlich gesetzlichen Anspruch auf eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt.

Mammographie-Screening

Für alle Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr zählt in Deutschland außerdem die zweijährliche Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) zu den gängigen Früherkennungsuntersuchungen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten des Brustkrebs-Screenings.

Für Risikopatientinnen, also beispielsweise Frauen mit häufigen Krebserkrankungen in der Familie oder mit einer gutartigen Veränderung der Brust (proliferative Mastopathie), empfehlen sich bereits ab dem 30. Lebensjahr regelmäßige Mammographien.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Brustkrebs (Mammakarzinom)":

Onmeda-Lesetipps:

Linktipps:

Patientinnen-Initiativen:

Stiftung PATH
Patient's Tumorbank of Hope
Postfach 750729
81337 München
+49 (0)89 - 78 06 78 48
info@stiftungpath.org www.path-biobank.org

mamazone –
Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V.
Postfach 310220
86063 Augsburg
+49 (0)821 - 26 84 19 10
info@mamazone.de www.mamazone.de

Aktion Pink Deutschland e.V.
Heinrich-Hoffmann-Str. 3
60528 Frankfurt
+49 (0)69 - 678 65 38 12
corinna.saric@aktionpink.de www.aktionpink.de

Krebsberatung:

www.krebsinformationsdienst.deDas Deutsche Krebsforschungszentrum bietet auf seiner Website eine Suche zu psychosozialen Beratungsstellen in ganz Deutschland an, bei denen Patienten, Angehörige und Interessierte umfassende Beratung und Hilfe finden.

Hilfe und Informationen zum Thema Brustkrebs:

www.brustkrebs-info.deHier finden Sie wissenschaftlich fundierte Informationen zu Brust, Brustkrebs und anderen Brusterkrankungen von den Ärzten der Mammasprechstunde des Immanuel-Krankenhauses Berlin.

www.brustkrebs-info.de/brustkrebs-lexikon/Stichwortlexikon zu Brustkrebs mit über 750 Einträgen

www.krebshilfe.deAuf den Seiten der Deutschen Krebshilfe können Sie kostenlose Patienteninformationen über Brustkrebs anfordern oder direkt herunterladen.

Selbsthilfegruppen / Beratungsstellen:

Netzwerk Männer mit Brustkrebs e.V.
Höhenstr. 4
75196 Remchingen
+49 (0)7232 – 7 94 63

kontakt@brustkrebs-beim-mann.de
www.brustkrebs-beim-mann.de

Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.
Thomas-Mann-Str. 40
53111 Bonn
+49 (0)228 - 33 88 94 00
kontakt@frauenselbsthilfe.de
www.frauenselbsthilfe.de

Buchtipps:

Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms

buch-fischer-mamma.jpg Uwe Fischer, Friedemann Baum

292 Seiten Thieme 2014

Grundlagen, Diagnostik und Therapie in einem Band; konzentriertes Wissen zum Mammakarzinom; detaillierte Anleitungen für die Durchführung der Untersuchungen, Interventionen und operativen Eingriffe; berücksichtigt alle bildgebenden Verfahren: Mammografie, Mammasonografie, Mamma-MRT; zum raschen Nachschlagen: Leitlinien (S3), Klassifikationen (BI-RADS), Qualitätssicherung; alle Therapiestandards anschaulich aufbereitet: operative, medikamentöse und radioonkologische Behandlung; Mit praktischen Tipps für die Gesprächsführung, die Logistik in Brustzentren, verwendete Materialien und Instrumente; interdisziplinäres Expertenteam aus Radiologie und gynäkologischer Onkologie Alles, was für den Praktiker in der Mammakarzinom-Behandlung wichtig ist.

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Quellen:

Brustkrebs, Mammakarzinom. Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): www.krebsgesellschaft.de (Abrufdatum: 30.5.2017)

Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie e.V. (Hg.): Brustkrebs: Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2017. Zuckschwerdt, München 2017

Brustkrebs: Früherkennung durch Abtasten und Mammographie. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 28.4.2017)

Diagnostik und Therapie primärer und metastasierter Mammakarzinome. Online Informationen der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie e.V. (AGO): www.ago-online.de (Stand: 29.3.2017)

Risikofaktoren für Brustkrebs: Worauf können Frauen achten? Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 23.6.16)

Deutsche Krebshilfe: Die blauen Ratgeber: Brustkrebs (Stand: Februar 2016)

Robert Koch-Institut (Hg.): Krebs in Deutschland 2011/2012. Robert Koch-Institut, Berlin 2015

Risiko Brustkrebs: Veranlagung, Vererbung, Genetik. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 18.8.2015)

Risikofaktoren für Brustkrebs: Worauf können Frauen achten? Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 14.8.2014)

Goerke, K., et al.: Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2013

Marjoribanks, J., et al: Long term hormone therapy for perimenopausal and postmenopausal women (Review). Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 7 (11.7. 2012)

Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/045 (Stand: Juli 2012)

Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.: Früherkennung von Brustkrebs. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 077/001OL (Stand: 2010)

Brustkrebs: Die Ersterkrankung und DCIS – Eine Leitlinie für Patientinnen. Online-Informationen des Leitlinienprogramms Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Krebshilfe: www.leitlinienprogramm-onkologie.de (Stand: 15.12.2009)

Berliner Krebsgesellschaft / Deutsche Krebsgesellschaft (Hg.): Patientenratgeber Brustkrebs. Deutsche Krebsgesellschaft, Berlin 2009

Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme, Stuttgart 2008

Aktualisiert am: 2. Juni 2017

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