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Bronchiektasen

Bronchiektasen: Ursachen

Stand: 29. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei Bronchiektasen sind die wichtigsten Ursachen wiederholte, vor allem im Kindesalter auftretende bronchiale Infekte. Auch Masern können Bronchiektasen hervorrufen. Weitere Infekte, die Bronchiektasen auslösen können, sind beispielsweise Lungenentzündungen, Tuberkulose und Keuchhusten.

Bronchiektasen können weitere Ursachen haben wie eine dauerhafte Reizung beziehungsweise Entzündung der Atemwege durch eine Verengung oder Verlegung der Bronchien zum Beispiel durch:

  • Fremdkörper,
  • Bronchialtumoren oder
  • vergrößerte Lymphknoten bei Lymphknotenerkrankungen (z.B. Lymphknoten-Tuberkulose)

Bei der angeborenen Form der Bronchiektasen ist die Lunge nicht richtig entwickelt. Dadurch entstehen große sackförmige Hohlräume, die mit Sekret gefüllt sind und nicht zum Gasaustausch fähig sind.

Auch angeborene Erkrankungen kommen bei Bronchiektasen als Ursachen infrage:

  • Mukoviszidose (cystische Fibrose) mit abnormer Zähigkeit des Bronchialsekrets
  • Kartagener-Syndrom mit einer Störung der Flimmerhärchen und damit des Sekrettransports
  • Antitrypsinmangel-Syndrome (z.B. Alpha-1-Antitrypsinmangel) mit einem Mangel an schützenden Eiweißen im Sekret der Atemwege

All diese Krankheitsbilder führen zu einer Störung des sogenannten Mukoziliar-Apparats (also der Flimmerhärchen und der Alveolarzellen). Das Bronchialsekret kann dadurch nicht richtig abfließen und die Lunge ist dauerhaft gereizt beziehungsweise entzündet. Als Spätfolge können Bronchiektasen entstehen.

Ferner gibt es Bronchiektasen, die nicht eindeutig mit Infektionen oder anderen Ursachen in Zusammenhang gebracht werden können (sog. idiopathische Bronchiektasen).

Bei Bronchiektasen ist der mukoziliare Apparat beeinträchtigt – die Flimmerhärchen sind nicht mehr in der Lage, Schleim und Fremdstoffe aus dem Bronchialsystem zu entfernen. Die eiweißproduzierenden Zellen arbeiten nicht mehr richtig. Dadurch sammelt sich das Sekret in den endständigen Luftgefäßen beziehungsweise in den Erweiterungen an, wodurch sich Bakterien, Viren oder Pilze leicht ansiedeln können.

Ausgehend von diesen ständig infizierten Hohlräume können weitere Infektionen auftreten und sich innerhalb des Lungengewebes ausbreiten. Dabei gehen Schleimhäute zugrunde, die Lunge vernarbt und es entstehen weitere Hohlräume. Manchmal kapseln sich im Verlauf einer bakteriellen Infektion Eitergeschwüre ab (Abzess) – wenn diese die Wand des Lungengewebes durchbrechen, kommt es zum Lungenkollaps (Pneumothorax). Die Bakterien können auch aus der Lunge "auswandern" und über das Blut in andere Organe gelangen. Dort können neue Entzündungsherde und Abszesse entstehen – zum Beispiel im Gehirn.

Weiterlesen: Bronchiektasen: Symptome

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