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Stand: 29. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von Bronchiektasen ist die Physiotherapie. Sie unterstützt die medikamentöse Therapie. Bei Bronchiektasen sind Hauptziele der Physiotherapie:
Insbesondere unter Belastung wie etwa beim Treppensteigen tritt bei Bronchiektasen teilweise ein trockener Husten auf. Verschiedene Atemtechniken können helfen, diesen Hustenreiz zu lindern. Etwa bei der sogenannten Lippenbremse atmen Betroffene durch die geschürzten Lippen aus. Dadurch entsteht im Mund und in den Atemwegen ein Druck, der die Bronchien auseinanderdrückt und der Hustenreiz bessert sich. Eine weitere Möglichkeit, Hustenreiz zu lindern, ist, mit zwei Fingern die Nasenflügel leicht zusammenzudrücken und dann ruhig ein- und auszuatmen. Dadurch verlangsamt sich die Atmung und die Atemzüge sind nicht zu tief.
Da das Bronchialsekret bei Bronchiektasen nicht richtig abtransportiert wird, sammeln sich größere Mengen davon in den Atemwegen an. Eine sogenannte Drainage-Lagerung kann helfen, das Sekret abzuhusten und die Beschwerden bei Bronchiektasen zu lindern. Dazu liegen Betroffene auf dem Rücken oder auf der Seite und lagern ihren Oberkörper dabei tief (sog. Quincke-Lagerung). In dieser Position können sie den Schleim besser abhusten und die Lunge wird gereinigt.
Zusätzlich zur Drainage-Lagerung unterstützt eine Vibrationsmassage das Abhusten. Diese Massage kann zum Beispiel mit einem Vibrationsgerät erfolgen. Angehörige können diese Methode erlernen und dann selbstständig anwenden.
Auch verschiedene Atemtechniken erleichtern das Abhusten des Schleims. Etwa beim sogenannten Huffing atmen die Betroffenen tief ein und anschließend schnell und kräftig wieder aus. Auch die Lippenbremse ist hier hilfreich.
Auch das tägliche Inhalieren physiologischer Kochsalzlösung kann das Abhusten begünstigen, da es die Schleimhäute feucht hält und zähes Bronchialsekret verflüssigt.
Bei akuter Atemnot können verschiedene Atem- und Entspannungstechniken helfen, etwa die Lippenbremse. Sie kann auch bei Belastung, beispielsweise beim Treppensteigen, angewandt werden. Außerdem können verschiedene Körperpositionen das Atmen erleichtern.Dazu gehört zum Beispiel der Kutschersitz: Der Betroffene sitzt dabei, beugt den Oberkörper nach vorne und stützt die Unterarme auf die Knie auf. Dadurch wird die Atemhilfsmuskulatur angeregt, welche die Atmung unterstützt. Auch durch das Stehen an einer Wand und das Aufstützen des Oberkörpers auf einem Autodach, Schrank oder Ähnlichem können Betroffene besser atmen.
Um die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, gehört bei Bronchiektasen auch regelmäßiger Sport zur Therapie. Bei der Krankengymnastik und in sogenannten Lungensportgruppen können Betroffene geeignete Übungen erlernen, die ihre Atemmuskulatur stärken und so die Atmung verbessern. Das Training muss dabei auf die individuelle Lungenfunktion und die möglicherweise bestehende Herzschwäche angepasst werden.
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