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BotulismusÜbertragungswegeStand: 28. Dezember 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Da das Toxin der Krankheitsauslöser des Botulismus ist und keine Infektion mit dem Bakterium stattfindet, handelt es sich um eine Vergiftung und nicht um eine ansteckende Erkrankung, die direkt übertragen werden kann. Das Toxin wird überwiegend mit der Nahrung aufgenommen, es handelt sich daher um eine Lebensmittelvergiftung. Eine besondere Gefährdung geht dabei von eiweißreichen Lebensmittelkonserven, die beispielsweise Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte enthalten, aus. Diese können mit dem Bakterium Clostridium botulinum verunreinigt sein. Unter Luftabschluss können sich die Bakterien vermehren und Toxine bilden. Bei industriell hergestellten Konserven ist die Gefahr verhältnismäßig klein, selbst gemachte Konserven bergen ein höheres Risiko. In einem Großteil aller Botulismusfälle waren selbst gemachte Konserven die Toxinquelle. Verdächtig auf Botulismus sind alle Konserven, die durch eine Gasentwicklung aufgetrieben sind beziehungsweise Gläser, deren Deckel nicht fest auf der Gummidichtung haften. Eine erhöhte Gefahr geht auch von geräuchertem Fleisch und Fisch aus. Im Allgemeinen haben die mit Botulinumtoxin verunreinigten Lebensmittel den Geschmack und Geruch von Buttersäure, da die Clostridien Eiweiß spaltende Enzyme freisetzen. Lediglich beim Typ E erscheinen die Nahrungsmittel völlig normal. Der Typ E kommt vorwiegend bei Fischkonserven beziehungsweise geräuchertem Fisch vor. Entscheidend für die Verbreitung des Toxins ist die Fähigkeit von Clostridium botulinum, Sporen zu bilden. Durch das Erhitzen der Lebensmittel auf etwa 100 Grad Celsius über eine Zeit von 15 Minuten werden zwar die Clostridien abgetötet, die Sporen sind jedoch hitzestabil und können ein Erhitzen auf 100 Grad Celsius über mehrere Stunden überleben. Unter Ausschluss von Sauerstoff können aus den Sporen dann neue Clostridien auskeimen und Toxine bilden. Sporen können allerdings innerhalb von 30 Minuten in 120 Grad Celsius heißem Dampf abgetötet werden. Das Botulinumtoxin selbst ist hitzelabil: Es wird durch Kochen der entsprechenden Lebensmittel zerstört. Eine besondere Form des Botulismus betrifft Säuglinge in den ersten Lebensmonaten, man spricht dann von Neugeborenenbotulismus. Diese Form des Botulismus wurde 1976 erstmals beschrieben. Entscheidend ist hierbei nicht die Aufnahme des Botulinumtoxins, sondern die Aufnahme von Sporen, die besonders häufig in Honig vorkommen. Der kindliche Darm gestattet die Vermehrung der anaeroben Bakterien unter Sauerstoffausschluss und ermöglicht so die Toxinbildung. Trotz der Ausscheidung von Clostridien, Sporen und Toxinen mit dem Stuhl, sind Übertragungen von Botulismus zwischen einzelnen Menschen bisher nicht bekannt. Das Botulismus auslösende Toxin kann prinzipiell auch eingeatmet und über die Lunge aufgenommen werden. Dies ist aber sehr selten der Fall. Eine weitere eher seltene Form der Aufnahme des Botulinumtoxin erfolgt über Wunden, die mit Clostridium botulinum infiziert sind. Über diese Form des Botulismus wurde erstmals 1951 berichtet. Weiterlesen: Botulismus: Ursachen – Inkubationszeit Das könnte Sie auch interessieren
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