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Botulismus: Was sind die Ursachen?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (16. Dezember 2015)

Ursache für Botulismus ist eine Vergiftung mit dem Bakteriengift Botulinumtoxin. Das Nervengift wird von der Bakterienart Clostridium botulinum gebildet. Die stäbchenförmigen Bakterien können Sporen bilden und sind dadurch sehr widerstandfähig gegen äußere Einflüsse.

Zu einer Infektion im eigentlichen Sinne kommt es beim Botulismus nicht – die Symptome werden nicht durch die Bakterien, sondern allein durch die Aufnahme des Bakteriengifts ausgelöst. Das Botulinumtoxin hemmt die Signalübertragung von Nerven- auf Muskelzellen. Dadurch kommt es zu Lähmungserscheinungen. Botulismus wird in der Regel durch das Botulinumtoxin Typ A, B, E oder F verursacht. 

Übertragungsweg

Botulismus ist eine Form der Lebensmittelvergiftung – das Toxin wird mit der Nahrung aufgenommen. Besonders häufig steckt das Botulinumtoxin in eiweißreichen Lebensmittelkonserven – also Konserven mit Speisen, die beispielsweise Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte enthalten. Diese können mit Clostridium botulinum verunreinigt sein. Unter Luftabschluss können sich die Bakterien vermehren und Giftstoffe bilden. Bei industriell hergestellten Konserven ist die Gefahr verhältnismäßig klein, selbst gemachte Konserven bergen ein höheres Risiko.

Bei den meisten Fällen von Botulismus sind selbst gemachte Konserven die Toxinquelle.

Ein Botulismus-Risiko bergen vor allem Konserven, die durch eine Gasentwicklung aufgetrieben sind, beziehungsweise Gläser, deren Deckel nicht fest auf der Gummidichtung haften. Auch geräuchertes Fleisch und Fisch enthalten häufiger das Bakteriengift. Teilweise sind die mit Botulinumtoxin verunreinigten Lebensmittel auch geschmacklich und geruchlich verändert: Eventuell bemerkt man den Geschmack und Geruch von Buttersäure, da die Clostridien eiweißspaltende Enzyme freisetzen. Den Geruch von Buttersäure empfinden die meisten Menschen als unangenehm, er ähnelt am ehesten dem Geruch von Erbrochenem.

Botulismus: Man sieht mehrere Gläser mit selbst eingewecktem Gemüse. © iStock

Botulismus-Risiko durch selbst eingeweckte Speisen: Scheint der Deckel beim Öffnen nicht dicht aufzuliegen oder ist aufgebläht, sollte man vorsichtshalber auf den Verzehr verzichten.

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Entscheidend für das Überleben der Bakterien ist die Fähigkeit von Clostridium botulinum, Sporen zu bilden. Zwar kann man die Bakterien und auch das Gift durch Erhitzen der Lebensmittel auf etwa 100 Grad Celsius über eine Zeit von 15 Minuten abtöten – die Sporen sind jedoch hitzestabil und können ein Erhitzen auf 100 Grad Celsius über mehrere Stunden überleben. Unter Ausschluss von Sauerstoff können aus den Sporen dann neue Clostridien auskeimen, die Toxine bilden. Sporen können allerdings innerhalb von 30 Minuten bei 120 Grad Celsius abgetötet werden.

Das Botulinumtoxin ist hitzeempfindlich und durch 15-minütiges Kochen der Lebensmittel zerstört.

Inkubationszeit

Bei Botulismus beträgt die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen der Aufnahme des Gifts und den ersten Krankheitszeichen im Durchschnitt 12 bis 36 Stunden.

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