Botulismus: Was ist das?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (16. Dezember 2015)

Botulismus ist eine lebensbedrohliche Lebensmittelvergiftung mit einem Bakteriengift. Die Bezeichnung Botulismus leitet sich dabei vom lateinischen Wort botulus ab, das "Wurst" bedeutet. Verunreinigte beziehungsweise schlecht konservierte Fleisch- und Wurstkonserven sind ein besonders häufiger Verursacher von Botulismus.

Hervorgerufen wird Botulismus durch das sogenannte Botulinumtoxin. Dieser Giftstoff wird von der Bakterienart Clostridium botulinum gebildet. Das Nervengift blockiert die Übertragung von Nervensignalen zu Muskelzellen. Als Folge kommt es zu einer schlaffen Lähmung des betroffenen Muskels. Botulinumtoxin gilt als das stärkste natürliche von Bakterien gebildete Gift. Bereits kleinste Mengen sind unbehandelt für den Menschen tödlich.

Der Verdacht auf Botulismus, die Erkrankung und der Tod durch Botulismus sind laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

Häufigkeit

Lebensmittelvergiftungen durch Botulinumtoxin kommen weltweit vor. Normalerweise gibt es nur Einzelfälle oder kleinere Ausbrüche, bei denen etwa drei bis fünf Personen betroffen sind. Zu Fällen von mehr als einer Person kommt es in der Regel nur, wenn mehrere Personen das gleiche verunreinigte Lebensmittel verzehrt haben. In den westlichen Industrienationen sind Vergiftungen mit Botulinumtoxin mittlerweile sehr selten geworden. Im Jahr 2014 traten in Deutschland fünf Fälle auf.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst