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Borderline-Syndrom

Weitere Therapieverfahren

Stand: 31. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Neben der dialektisch-behavioralen Borderline-Therapie (DBT) gibt es weitere verhaltenstherapeutische Ansätze, deren Wirksamkeit aber weniger gut belegt ist als bei der DBT:

  • Schema-fokussierte Therapie (SFT)
  • Mentalisierungs-basierte Therapie (MBT)
  • Übertragungs-fokussierte Psychotherapie (TFP)

Der Schema-fokussierten Borderline-Therapie liegt die Annahme zugrunde, dass negative Denkmuster (Schemata) die Ursache der Persönlichkeitsstörung sind. Sie können zum Beispiel infolge von negativen Kindheitserlebnissen entstehen. Bei der SFT versuchen Therapeut und Betroffener gemeinsam, diese Schemata zu erkennen und zu verändern. Dies geschieht in drei Phasen:

  • Der von Borderline Betroffene und der Therapeut bauen zunächst als Grundlage ein positives und vertrauensvolles Verhältnis zueinander auf. Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung lernen in dieser Phase außerdem, angemessen mit ihren Gefühlen umzugehen.
  • Die zweite Phase ist die eigentliche Therapiephase, in der es darum geht, die erlernten negativen Denkmuster aufzubrechen und zu verändern.
  • Die dritte Phase dient der psychischen Stabilisierung. Betroffene setzen die erarbeiteten Strategien in ihrem Alltag um und lösen sich dabei immer weiter vom Therapeuten.

Die Mentalisierungs-basierte Therapie kombiniert psychoanalytische Ansätze mit der sogenannten Bindungstheorie. Grundlage ist die Annahme, dass Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung die Fähigkeit fehlt, die eigenen Erlebnisse und Gefühle sowie die anderer nachzuvollziehen und zu verstehen – also zu mentalisieren. Bei der MBT stehen daher das Erleben der Betroffenen und die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen in den Mittelpunkt gestellt. Die Mentalisierungs-basierte Borderline-Therapie erfolgt in Gruppen.

Die Übertragungs-fokussierte Psychotherapie setzt sich aus einer Vorbereitungs- und mehreren Therapiephasen zusammen. In der Vorbereitungsphase schließen der Betroffene und der Therapeut mündlich einen Behandlungsvertrag, in dem die Therapieziele festgelegt werden. Die einzelnen Therapieziele werden anschließend in unterschiedlichen Therapiephasen bearbeitet. So kann zum Beispiel in einer Therapiephase zu Beginn der Behandlung das Ziel, das eigene Verhalten besser zu kontrollieren und eigene Gefühle zu verarbeiten im Vordergrund stehen.

Medikamente (sog. Psychopharmaka) können beim Borderline-Syndrom die Therapie ergänzen: zum Beispiel Neuroleptika, die auch in der Schizophrenie-Therapie verwendet werden, oder selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer.

Weiterlesen: Borderline-Syndrom: Verlauf

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