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Stand: 29. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine Blutvergiftung (Sepsis) ist eine umfassende, sich auf den gesamten Körper auswirkende (systemische) Entzündungsreaktion auf eine Infektion (meist mit Bakterien, seltener mit Pilzen oder Viren). Dabei bleibt die Infektion nicht örtlich begrenzt, sondern breitet sich auf dem Blutweg im Körper aus und bereitet massive Schäden an lebenswichtigen Organen.
Das Krankheitsbild, das bei einer Blutvergiftung durch die typischen Entzündungsreaktionen auf eine Infektion entsteht, bezeichnet man als SIRS (= systemisches Inflammationsreaktionssyndrom, engl.: Systematic Inflammatory Response Syndrome). Dieses Syndrom kann auch nicht-infektiös entstehen (z.B. durch eine schwere Entzündung der Bauchspeicheldrüse, durch Verbrennungen oder andere Arten von Schock). Sobald jedoch eine Infektion für ein SIRS verantwortlich ist, gilt es per Definition als Sepsis. Somit ist die Blutvergiftung eine durch Infektion ausgelöste Sonderform des SIRS, deren Symptome sich nicht von einem SIRS anderer Ursache unterscheiden.
Sowohl das nicht-infektiöse SIRS als auch die Sepsis können sich schnell verschlimmern und bis zum Schock führen. Je nach Schweregrad teilt man die Blutvergiftung wie folgt ein:
In der Vergangenheit bezeichnete man die Blutvergiftung als Wundfäule. Aufgrund mangelnder Hygiene kam es bei Infektionen früher häufig zu Komplikationen.
Entgegen der landläufigen Meinung ist ein roter Streifen, der in Richtung Herz wandert, kein Anzeichen einer Blutvergiftung. Ein solcher roter Streifen zeigt sich vielmehr bei der (häufig fälschlicherweise als Blutvergiftung bezeichneten) Lymphangitis. Bei der Lymphangitis bestehen im Gegensatz zur Blutvergiftung bessere Heilungschancen. Eine Sepsis kann jedoch aus einer Lymphangitis entstehen, wenn es bei dieser zu Komplikationen kommt.
In Deutschland tritt die Blutvergiftung (Sepsis) mit einer Häufigkeit von etwa 154.000 Fällen jährlich auf, wobei ältere Menschen häufiger betroffen sind als jüngere. Die schwere Sepsis und der septische Schock verlaufen in etwa 30 bis 60 Prozent tödlich (u.a. weil es oft zu spät gelingt, die Blutvergiftung zu erkennen). Dabei steigt auch die Sterblichkeitsrate mit zunehmendem Alter der Betroffenen.
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