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Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie)

Medikamentöse Therapie

Stand: 19. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Wenn sich der Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) durch allgemeine Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme, Stressabbau oder Bewegung nicht ausreichend und dauerhaft beheben lässt, kann eine medikamentöse Therapie weiterhelfen. Während dieser Behandlung ist es notwendig, den Blutdruck viertel- bis halbjährlich kontrollieren zu lassen.

Zur Behandlung von Bluthochdruck stehen Medikamente aus verschiedenen Wirkstoffklassen zur Verfügung. Jeder Betroffene erhält die Therapie, die individuell zu ihm passt. Die Herausforderung besteht darin, möglichst wirkungsvolle, aber zugleich verträgliche Medikamente einzusetzen, die sich im idealerweise auch für eine lebenslange Behandlung eignen.

Zu den Standardmedikamenten gegen Bluthochdruck zählen:

  • Entwässernde Medikamente (Diuretika): Diuretika wie zum Beispiel der Wirkstoff Hydrochlorothiazid sorgen dafür, dass Sie über die Nieren verstärkt Wasser und Salze ausscheiden. Die Blutgefäße sind dadurch weniger stark mit Flüssigkeit gefüllt – der Druck in den Gefäßen sinkt. Zu den Diuretika zählen sogenannte Thiaziddiuretika, Schleifendiuretika, kaliumsparende Diuretika und sogenannte Aldosteronantagonisten wie der Wirkstoff Spironolacton.
  • Medikamente, die den Herzschlag verlangsamen (Betablocker): Betablocker wie Atenolol oder Metoprolol sorgen für einen langsameren Herzschlag, sodass der Blutdruck sinkt. Sie schirmen das Herz zudem gegen Stresshormone ab. Bei Asthma und sehr langsamem Herzschlag dürfen Sie Betablocker nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt und einer Risikoabschätzung einnehmen.
  • Medikamente, die die Wirkung des Proteins ACE hemmen (ACE-Hemmer): ACE ist an der Herstellung des Hormons Angiotensin-II beteiligt, welches den Blutdruck erhöht. Ist ACE blockiert, sinkt somit auch der Blutdruck. Beispiele sind die Wirkstoffe Ramipril, Enalapril und Captopril.
  • Medikamente, die die Wirkung von Kalzium reduzieren (Kalzium-Antagonisten, Kalziumkanalblocker): Kalzium führt zu einer erhöhten Spannung der Blutgefäße. Ist der Kalziumkanal an den Gefäßen blockiert, weiten sich die Blutgefäße wieder. Beispiele sind die Wirkstoffe Verapamil, Nifedipin und Amlodipin.
  • Medikamente, die die Rezeptoren des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin-II blockieren (Angiotensin-II-Rezeptorblocker, AT1-Antagonisten oder "Sartane"). Beispiele sind die Wirkstoffe Valsartan, Candesartan und Losartan.

Zudem stehen zur medikamentösen Bluthochdruck-Behandlung drei Therapiestrategien zur Auswahl:

  • Stufentherapie: Sie erhalten gegen den hohen Blutdruck zunächst ein blutdrucksenkendes Medikament, bei unzureichender Wirkung kann der Arzt Ihnen ein weiteres Medikament verabreichen.
  • Kombinationstherapie: Ab Therapiebeginn erhalten Sie bestimmte niedrig dosierte Kombinationspräparate.
  • Sequenzielle Monotherapie: Hat ein Medikament nicht die gewünschte Wirkung erzielt, tauscht der Arzt dieses gegen ein anderes ein, bis Ihr Blutdruck deutlich sinkt.

Ein sehr hoher Blutdruck, Begleiterkrankungen oder vorhandene Organschäden erfordern eine Kombinationstherapie. Dies ist bei der Mehrheit der Hypertoniker der Fall. Dabei kommen gegen den Bluthochdruck zwei Medikamente gleichzeitig in Form eines vorgegebenen Kombinationspräparats und in möglichst niedriger Dosierung zum Einsatz. Ist der dadurch erzielte Erfolg dauerhaft unzureichend, ist es möglich, die Dosis zu steigern oder eine Dreifachkombination (z.B. Diuretikum mit ACE-Hemmer und Kalzium-Antagonist) einzusetzen. Ihre vollständige Wirkung entfalten die Medikamente innerhalb von zwei bis sechs Wochen.

Weiterlesen: Bluthochdruck: Verlauf

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