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Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Blinddarmentzündung (Appendizitis): Diagnose

Stand: 29. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Um bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) die Diagnose zu sichern, befragt der Arzt den Erkrankten zunächst zu seinen Beschwerden (Anamnese).

In der anschließenden körperlichen Untersuchung zeigt sich eine Blinddarmentzündung oft durch charakteristische Druck- und Schmerzpunkte, die in Einzelfällen aber auch fehlen können. Je jünger der Betroffene ist, desto untypischer sind die Symptome.

Personen mit einer Appendizitis weisen meist einen Temperaturunterschied von mehr als 0,8 Grad zwischen der Achselhöhle und dem Enddarm auf, wobei die Temperatur im Enddarm höher ist. Zudem ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen im Blut leicht vermehrt (Leukozytose). Darüber hinaus ist hier die Konzentration eines bestimmten Eiweißes (sog. C-reaktives Protein), welches Entzündungen im Körper anzeigt, erhöht.

In den letzten Jahren hat die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) bei der Blinddarmentzündung-Diagnose an Bedeutung gewonnen. Ein gesunder, nicht entzündeter Wurmfortsatz (Appendix) ist im Ultraschall nicht erkennbar, während der entzündete Appendix im Querschnitt als schießscheibenartig gestreifte Struktur sichtbar sein kann. Auch eine Computertomographie (CT) kann Hinweise auf eine Entzündung geben. Sie ist in der Regel aber nicht aussagekräftiger als der Ultraschall und wird eher selten durchgeführt.

Im Zweifelsfall erfolgt bei einer Blinddarmentzündung eine eindeutige Diagnose nur durch eine Bauchspiegelung. Bestätigt sie die Entzündung, kann der Arzt sofort operieren.

Übt man vorsichtig mit der Hand Druck auf die Bauchdecke über dem rechten Unterbauch aus, entsteht eine sogenannte Abwehrspannung, das heißt der Patient spannt die Bauchwandmuskeln reflexartig an, um dem Druck entgegenzuwirken. Besteht für die gesamte Bauchwand eine Abwehrspannung, ist dies ein Hinweis auf eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) und somit auf eine fortgeschrittene Erkrankung.

Zersetzt die Entzündung die gesamte Wand des Wurmfortsatzes, kann er aufplatzen und Bakterien und Darminhalt gelangen in die Bauchhöhle.

Schmerzprovokation

Erste Hinweise auf eine Blinddarmentzündung erhält der Arzt oft durch eine bewusste Schmerzprovokation. Die Lage des Blinddarms sowie des Wurmfortsatzes lässt sich anhand von Verbindungslinien zwischen Bauchnabel und den Darmbeinvorsprüngen des Beckenknochens (Spina iliaca anterior superior) abschätzen. Der Blinddarm liegt über der Mitte dieser Linien – dem so genannten McBurney-Punkt – und ist bei einer Blinddarmentzündung druckschmerzhaft. Der Lanz-Punkt zeigt die direkte Lage des Wurmfortsatzes an und liegt zwischen äußerem und mittlerem Drittel der Verbindungslinie zwischen dem rechten und linken Darmbeinvorsprung. Auch hier führt eine Schmerzprovokation durch Klopfen oder Drücken bei einer Blinddarmentzündung zu Schmerzen.

Darüber hinaus können weitere Tests bei einer Blinddarmentzündung die Diagnose sichern:

  • Blumberg-Zeichen/Loslass-Schmerz: Schmerzen im Bereich des Wurmfortsatzes, nachdem auf der Gegenseite die Bauchdecke eingedrückt und losgelassen wurde.
  • Rovsing-Zeichen: Schmerzen im Bereich des Dickdarms, wenn man den Dickdarm entgegen dem Uhrzeigersinn in Richtung Blinddarm ausstreicht.
  • Douglas-Schmerz:: Schmerzen bei rektaler Untersuchung; sie sind ein Hinweis auf eine Verlagerung des Wurmfortsatzes ins kleine Becken beziehungsweise auf eine Reizung des Bauchfells (peritoneale Reizung)
  • Psoas-Schmerz: Schmerzen bei Streckung des rechten Beines aus einer starken Beugung.

Bei Frauen müssen stets gynäkologische Erkrankungen und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Weiterlesen: Blinddarmentzündung (Appendizitis): Therapie

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