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Blasenkrebs (Harnblasenkrebs, Harnblasenkarzinom)

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Porträt Prof. Dr. Peter Wust Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust Forum Krebserkrankungen
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(Stand: 4. Dezember 2009)

Blasenkrebs (Harnblasenkrebs, Harnblasenkarzinom) macht etwa drei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Er geht fast immer von der Schleimhaut aus, die die Harnblase innen auskleidet. Der Tumor tritt gehäuft im höheren Lebensalter auf, bei Männern etwa zweieinhalbmal häufiger als bei Frauen. Etwa dreiviertel der Erkrankungen werden als oberflächliche Form erkannt – und lassen sich im Rahmen einer Blasenspiegelung (sog. TUR) gut behandeln.

Zigarettenrauchen ist der Hauptrisikofaktor für Blasenkrebs, aber auch Passivrauchen birgt ein erhöhtes Risiko. Bestimmte chemische Stoffe, zu denen manche Berufsgruppen Kontakt hatten oder haben, begünstigen ebenfalls, dass Harnblasenkrebs entsteht. Ebenso gelten manche Medikamente als Risikofaktor. In tropischen Regionen (vor allem in Afrika, Asien und Südamerika) ist eine langjährig anhaltende Infektion, die sogenannte Bilharziose, eine mögliche Ursache für Blasenkrebs. Einzeller, die in Seen und Flüssen leben, lösen die Infektion aus. Bei Menschen mit einer chronischen Blasenentzündung (Zystitis) ist es ebenfalls wahrscheinlicher, dass sie ein Harnblasenkarzinom bekommen.

Beim Blasenkrebs spielt die Früherkennung eine entscheidende Rolle. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Sichtbares oder unsichtbares Blut im Urin ist neben häufigem oder schmerzhaftem Wasserlassen das Haupt- und Frühsymptom von Blasenkrebs. Wer eine solche Veränderung bei sich feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen, um die genaue Ursache zu klären. Oft stecken harmlosere Erkrankungen hinter den Beschwerden – dies kann aber nur der Arzt feststellen.

Die wichtigste Untersuchung, um Blasenkrebs bestätigen oder ausschließen zu können, ist die Blasenspiegelung (Zystoskopie). Während ihr kann der Arzt Gewebeproben entnehmen (Biopsien), die ein Gewebespezialist dann unter dem Mikroskop beurteilt. Er klärt, ob ein bösartiger Blasentumor vorliegt und stellt Tumorart und Tiefe des Tumorwachstums fest. Die Röntgendarstellung der Harnwege (Urographie) ermöglicht es, den gesamten Harntrakt darzustellen. Das dabei entstehende Bild heißt Ausscheidungsurogramm. Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Kernspinuntersuchung (MRT) helfen dabei, festzustellen oder auszuschließen, ob der Krebs sich schon auf Nachbarorgane oder Lymphknoten ausgebreitet hat (Blasenkrebs-Metastasen).

Die Blasenkrebs-Behandlung richtet sich wesentlich nach der Tumorart, dem Sitz, dem Stadium und der Ausbreitung des Harnblasenkarzinoms. Oberflächliche Tumoren können über die Harnröhre mittels einer endoskopischen Operation (sog. TUR) entfernt werden – bei ihnen bestehen sehr gute Aussichten auf vollständige Heilung. Fortgeschrittene Formen des Blasenkrebses erfordern meist eine offene Operation, während der der Arzt die Blase und benachbarte Organe komplett entfernt. Der Eingriff heißt Zystektomie. Auch eine Einzeltherapie oder eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie kommt zum Einsatz.

Jeder kann viel dazu beitragen, keinen Blasenkrebs zu bekommen: Wer gar nicht erst mit Rauchen anfängt oder das Rauchen aufgibt, senkt nicht nur das Blasenkrebs-Risiko, sondern schützt sich zudem vor einer Reihe weiterer bösartiger Tumoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Weiterlesen: Blasenkrebs (Harnblasenkrebs, Harnblasenkarzinom): Definition

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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