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Blasenkrebs (Blasenkarzinom) – anfangs oft ohne Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Januar 2016)

© iStock

Blasenkrebs (Blasenkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung der Harnblase. Er macht bei Frauen etwa 1,8 Prozent und bei Männern etwa 4,5 Prozent aller Krebserkrankungen aus.

Blasenkrebs geht fast immer von der Schleimhaut aus, die die Harnblase innen auskleidet. Der Tumor tritt vor allem im höheren Lebensalter auf, bei Männern etwa dreimal häufiger als bei Frauen. Bei etwa drei Viertel der Erkrankungen handelt es sich um eine oberflächliche Form – sie lassen sich im Rahmen einer Blasenspiegelung (sog. TUR) gut behandeln.

Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für Blasenkrebs, aber auch Passivrauchen birgt ein erhöhtes Risiko. Bestimmte chemische Stoffe (sog. aromatische Amine), zu denen manche Berufsgruppen Kontakt hatten oder haben, begünstigen ebenfalls, dass ein Blasenkarzinom entsteht. Ebenso gelten manche Medikamente (z.B. der Wirkstoff Cyclophosphamid ) als Risikofaktor.

Bei Menschen mit einer chronischen Blasenentzündung (Zystitis) ist das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, ebenfalls erhöht. In tropischen Regionen (v.a. in Afrika, Asien und Südamerika) ist eine langjährig anhaltende Infektion, die sogenannte Bilharziose, eine mögliche Ursache für Blasenkrebs. Einzeller, die in Seen und Flüssen leben, lösen die Infektion aus.

Bei Blasenkrebs spielt die Früherkennung eine entscheidende Rolle. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Sichtbares beziehungsweise durch Tests nachweisbares Blut im Urin ist neben häufigem oder schmerzhaftem Wasserlassen das Haupt- und Frühsymptom von Blasenkrebs. Wer eine solche Veränderung bei sich feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen, um die genaue Ursache zu klären. Oft stecken harmlosere Erkrankungen hinter den Beschwerden – dies kann aber nur der Arzt feststellen.

Die wichtigste Untersuchung, um Blasenkrebs bestätigen oder ausschließen zu können, ist die Blasenspiegelung (Zystoskopie). Dabei kann der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen, die ein Gewebespezialist dann unter dem Mikroskop beurteilt. Er klärt, ob ein bösartiger Blasentumor vorliegt und stellt die Tumorart und die Tiefe des Tumorwachstums fest. Die Röntgendarstellung der Harnwege (Urographie) macht den gesamten Harntrakt sichtbar. Das dabei entstehende Bild heißt Ausscheidungsurogramm. Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) helfen dabei, festzustellen oder auszuschließen, ob sich der Blasenkrebs schon auf Nachbarorgane, Lymphknoten oder auf entfernt liegende Organe ausgebreitet hat.

Entartete Zellen im Urinspeicher

Die Blasenkrebs-Behandlung richtet sich wesentlich danach, welche Tumorart vorliegt, wo das Blasenkarzinom genau sitzt, welches Stadium besteht und ob sich der Blasenkrebs bereits ausgebreitet hat. Oberflächliche Tumoren kann der Arzt über die Harnröhre mittels einer endoskopischen Operation (sog. TUR) entfernen – bei ihnen bestehen sehr gute Aussichten auf vollständige Heilung. Fortgeschrittene Formen des Blasenkarzinoms erfordern meist eine offene Operation. Während des Eingriffs entfernt der Arzt dann komplett die Blase sowie benachbarte Organe (beim Mann z.B. die Prostata, bei der Frau bspw. die Gebärmutter). Der Eingriff heißt Zystektomie. Auch eine Strahlen- oder Chemotherapie oder eine Kombination aus beidem sind beim Blasenkarzinom mögliche Behandlungsoptionen.

Jeder kann etwas dazu beitragen, das Risiko für ein Blasenkarzinom möglichst gering zu halten: Wer gar nicht erst mit dem Rauchen anfängt oder es aufgibt, senkt nicht nur das Blasenkrebs-Risiko, sondern beugt zudem einer Reihe weiterer bösartiger Tumoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.



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