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Blasenkrebs (Harnblasenkrebs, Harnblasenkarzinom)

Blasenersatz und Harnableitung

Stand: 28. Januar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die entfernte Harnblase muss ersetzt werden, damit der Urin sich in einer künstlich geschaffenen "Ersatzblase" sammeln kann oder auf direktem Wege abgeleitet wird. Es gibt folgende Möglichkeiten, die sich in sogenannte kontinente und inkontinente Harnableitungen gliedern:

Kontinente ("dichte") Harnableitungen

  • Neoblase: Schaffung einer Ersatzblase aus Teilen des Dünndarms (Ileum)
  • Pouch: Harnreservoir aus Dünn- oder Dickdarm mit dichter Öffnung zur Bauchdecke (Stoma)
  • Einpflanzung der Harnleiter in den Mastdarm: Harnableitung in den Mastdarm, kontrolliertes Absetzen des Harns über den After

Bei der Ersatzblase (Neoblase) verbindet der Operateur ein vom restlichen Dünndarm entkoppeltes Stück Darm einerseits mit den beiden Harnleitern und andererseits mit der Harnröhre. Die Harnleiter transportieren normalerweise den Urin von den Nieren in die Blase, die Harnröhre leitet den Urin beim Mann über den Penis und bei der Frau über die Mündung der Harnröhre im Bereich der Vulva nach außen. Das so geschaffene innere Darmreservoir ermöglicht ein nahezu natürliches Wasserlassen. In manchen Fällen muss der Betroffene die Darmersatzblase (mehrmals täglich und einmal nachts) über einen Katheter entleeren. Beckenbodengymnastik hilft, die Kontrolle über das Wasserlassen wieder zu erlangen oder zu verbessern und Harnträufeln (eine Inkontinenz) zu vermeiden.

Kommt eine Ersatzblase nicht als Harnreservoir infrage, kann als weitere kontinente Methode die Schaffung eines Pouchs dienen. Hierbei handelt es sich um ein Reservoir, dass der Operateur aus einer "stillgelegten" Schlinge des Dünndarms oder Dickdarms bildet. Er schließt die Harnleiter an dieses Darmstück an und schafft eine direkte Öffnung zur Bauchdecke, ein sogenanntes Stoma. Das geschaffene Stoma schließt dicht ab und arbeitet wie ein Ventil, sodass nicht unwillkürlich Urin aus dem Reservoir nach außen entweichen kann. Mit einem Katheter kann der Betroffene den gespeicherten Urin über das Stoma entleeren.

Die Einpflanzung der Harnleiter in den Mastdarm (letzter Teil des Dickdarms) stellt die dritte Möglichkeit der kontinenten Harnableitung dar. Im Mastdarm mischt sich der Urin mit dem Stuhl und der Betroffene kann ihn willkürlich über den After absetzen (Kontrolle über den Schließmuskel).

Alle drei Alternativen sind nur dann sinnvoll, wenn die Nieren gut arbeiten, da die lange Kontaktzeit des Urins mit dem Darmgewebe dazu führt, dass bestimmte Stoffe zurück ins Blut gelangen, die die Nieren dann wieder filtern müssen.

Inkontinente Harnableitungen

  • Ileum-Conduit: Schaffung eines künstlichen Harnausgangs aus Teilen des Dünndarms (Ileum), sog. Harnleiterfistel

Eine Harnleiterfistel ist folgendermaßen aufgebaut: Die Harnleiter enden in einem kurzen Dünndarmstück (dem Krummdarm, auch Ileum genannt), das wiederum direkt mit der Bauchdecke verbunden ist und dort über eine undichte Öffnung (Stoma) mündet. Auf diesem Stoma klebt von außen auf dem Körper ein Sammelbeutel, in den der Urin direkt hineinläuft.

Weiterlesen: Blasenkrebs (Harnblasenkrebs, Harnblasenkarzinom): Therapie – Strahlentherapie und Chemotherapie

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