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Blasenentzündung (Zystitis): Verlauf

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (17. August 2015)

Meist nimmt eine Blasenentzündung (Zystitis) einen unkomplizierten Verlauf – das bedeutet:

  • Es handelt sich um eine akute Zystitis,
  • Funktion und Anatomie des Harntrakts sind normal,
  • die Nieren arbeiten ungestört und
  • es liegen keine begünstigenden Begleiterkrankungen (wie Diabetes mellitus) vor.

Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung ist mit einer günstigen Prognose zu rechnen: Rechtzeitig behandelt heilt die Entzündung innerhalb weniger Tage wieder aus. In 25 bis 42 Prozent verschwinden die Beschwerden einer unkomplizierten akuten Zystitis sogar von selbst – allerdings kann eine Antibiotika-Behandlung die Heilungsrate noch deutlich steigern und gleichzeitig die Erreger beseitigen, sodass es seltener zu erneuten Infektionen kommt.

Eine Blasenentzündung kann aber auch hartnäckig verlaufen oder dauerhaft immer wieder auftreten (sog. chronische Zystitis).

Komplikationen

Wenn eine Blasenentzündung in ihrem Verlauf Komplikationen verursacht, können davon sowohl andere Organe als auch die Blase selbst betroffen sein. Eine Ausbreitung auf andere Organe passiert, wenn die Erreger der Zystitis von der Harnblase aus über die Harnleiter aufsteigen: Erreichen die Erreger so zum Beispiel die Nieren, können sie eine Nierenbeckenentzündung auslösen. Bemerkbar macht sich diese Entzündung durch Fieber, Schüttelfrost und Beschwerden beim Wasserlassen. Außerdem kann es zu Rückenschmerzen im Bereich der Nieren kommen.

Das Risiko, dass sich eine Blasenentzündung im weiteren Verlauf auf die oberen Harnwege ausbreitet, beträgt jedoch selbst ohne ausreichend wirksame Behandlung nur etwa zwei Prozent.

In äußerst seltenen Fällen kann infolge einer kompliziert verlaufenden Blasenentzündung ein akutes Nierenversagen entstehen. Gelangen die Erreger der Zystitis in die Blutbahn, kann es zu dem zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

Eine unkomplizierte Blasenentzündung bereitet – selbst wenn sie wiederholt auftritt – in der Regel keine schwerwiegenden Probleme, solange sie sich nicht auf andere Organe ausbreitet. Wenn die Zystitis jedoch chronisch immer wieder auftritt und die ganze Wand der Blase betrifft, kann dies mit der Zeit das Organ schädigen: Das Gewebe der Blase kann absterben (sog. Nekrose) und verkalken beziehungsweise verhärten. Im weiteren Verlauf verkleinert sich die Harnblase (sog. Schrumpfblase). Nur in ganz schweren Fällen ist es nötig, die Harnblase durch eine Operation zu entfernen und den Harn dann künstlich abzuleiten.



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