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Blasenentzündung (Zystitis): Verlauf

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (18. Juni 2013)

Bei der Blasenentzündung (Zystitis) ist der Verlauf meist unkompliziert – das bedeutet:

  • Es handelt sich um eine akute Zystitis,
  • Funktion und Anatomie des Harntrakts sind normal,
  • die Nieren arbeiten ungestört und
  • es liegen keine begünstigenden Begleiterkrankungen (wie Diabetes mellitus) vor.

Bei einer solchen Blasenentzündung ist mit einem gutartigen Verlauf zu rechnen: Rechtzeitig behandelt heilt die Harnblasenentzündung innerhalb weniger Tage wieder aus. In 25 bis 42 Prozent verschwinden die Beschwerden einer unkomplizierten akuten Zystitis sogar von selbst; allerdings kann eine Antibiotika-Behandlung die Heilungsrate noch deutlich steigern und gleichzeitig die Erreger beseitigen, sodass es seltener zu erneuten Infektionen kommt.

Eine Blasenentzündung kann aber auch einen hartnäckigen Verlauf nehmen oder dauerhaft immer wieder auftreten (sog. chronische Zystitis.

Komplikationen

Eine Blasenentzündung (Zystitis) kann im weiteren Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein, wobei sowohl andere Organe als auch die Blase selbst betroffen sein können:

So kann eine Blasenentzündung Komplikationen verursachen, indem die ursächlichen Bakterien von der Harnblase aus über die Harnleiter in andere Organe aufsteigen: Erreichen die Bakterien zum Beispiel die Nieren, können sie dort eine Nierenbeckenentzündung auslösen. Diese äußerst sich durch Fieber, Schüttelfrost und Beschwerden beim Wasserlassen. Außerdem kann es zu Rückenschmerzen im Bereich der Nieren kommen. Das Risiko, dass sich eine Blasenentzündung im weiteren Verlauf auf die oberen Harnwege ausbreitet, beträgt jedoch selbst ohne ausreichend wirksame Behandlung nur etwa zwei Prozent. In äußerst seltenen Fällen kann ein akutes Nierenversagen auftreten. Eine Blutvergiftung (Sepsis) kann ebenfalls die Folge einer Blasenentzündung sein.

Eine unkomplizierte Blasenentzündung verursacht auch bei wiederkehrendem Verlauf in der Regel keine schwerwiegenden Komplikationen, solange sie sich nicht auf andere Organe ausbreitet. Wenn die Blasenentzündung jedoch chronisch immer wieder auftritt und die ganze Wand der Blase betrifft, kann dies mit der Zeit das Organ schädigen: Das Gewebe der Blase kann durch die chronische Zystitis absterben (sog. Nekrose) und verkalken beziehungsweise verhärten. Im weiteren Verlauf verkleinert sich die Harnblase (sog. Schrumpfblase). Nur in ganz schweren Fällen ist es nötig, die Harnblase durch eine Operation zu entfernen und den Harn dann künstlich abzuleiten.






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