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Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Wenn Sie Anzeichen einer Blasenentzündung (Zystitis) verspüren, ist ein Arztbesuch in jedem Fall empfehlenswert, denn: Eine erfolgreiche Therapie kann einiges nötig machen, was nur der Arzt tun kann. Wenn Sie sich bei einer Blasenentzündung allein auf Hausmittel verlassen und den Infekt durch die unzureichende Behandlung womöglich verschleppen, können die ursächlichen Erreger von der Harnblase über die Harnleiter weiter aufsteigen und unter Umständen eine Nierenbeckenentzündung (sog. oberer Harnwegsinfekt) und in schweren Fällen eine Blutvergiftung (Urosepsis) auslösen.
Wirksame Mittel gegen eine akute Blasenentzündung sind verschreibungspflichtige Antibiotika, da sie die Symptome in der Regel rasch und wirkungsvoll beseitigen. Zwar verschwinden die Beschwerden einer Zystitis in 25 bis 42 Prozent auch ohne Antibiotika von selbst, die Antibiotika-Therapie steigert jedoch die Heilungsrate deutlich und bekämpft außerdem die Erreger der Blasenentzündung – zudem kommt es nach einer Antibiotika-Behandlung seltener zu erneuten Infektionen.
Welches Antibiotikum Sie gegen Ihre Blasenentzündung verabreicht bekommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel davon, ob Sie zuvor schon eine Behandlung mit Antibiotika durchgemacht haben, ob Sie eine gegen bestimmte Antibiotika allergisch sind oder ob Sie schwanger sind. Eine große Rolle bei der Wahl der Mittel gegen Blasenentzündung spielt die Frage, welche Erreger für Ihre Blasenentzündung verantwortlich sind: Dabei ist zu beachten, dass sich viele Erreger gegen bestimmte Wirkstoffe mittlerweile wehren können – sie sind resistent oder unempfindlich. Daher sind die entsprechenden Medikamente keine Hilfe mehr bei der Behandlung einer Blasenentzündung.
So zeigen beispielsweise die gängigen Antibiotika gegen den häufigsten Zystitis-Erreger – Escherichia coli – oft keine Wirkung:
Häufig kommt gegen Blasenentzündungen die Kombination aus Trimethoprim und Sulfametoxazol zum Einsatz. Als Mittel der ersten Wahl zur kurzzeitigen Therapie der Blasenentzündung gelten jedoch Fosfomycin-Trometamol, Nitrofurantoin und Pivmecillinam. Allerdings steht Pivmecillinam in Deutschland nicht zur Verfügung – und Nitrofurantoin empfiehlt sich nur dann, wenn wirksamere und risikoärmere Mittel gegen die Blasenentzündung für Sie nicht infrage kommen. Zur Behandlung einer Zystitis während der Schwangerschaft eignen sich Fosfomycin-Trometamol oder ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine geeignet.
Üblicherweise müssen Sie die Tabletten drei bis zehn Tage einnehmen. Nehmen Sie das Medikament auf jeden Fall so lange, wie Ihr Arzt es Ihnen verordnet hat – wenn Sie es gut vertragen. Andernfalls sollten Sie mit Ihrem Arzt Rücksprache halten und sich beraten.
Eine dauerhafte (chronische) oder immer wieder auftretende Blasenentzündung kann man ebenfalls mit Antibiotika behandeln. Die verordneten Antibiotika sind in der Regel vier bis sechs Wochen lang einzunehmen. Manche chronische Blasenentzündung erfordert eine Behandlung über einen noch längeren Zeitraum. In solchen Fällen kommen dauerhaft Antibiotika zum Einsatz.
Sehr unangenehm sind die bei einer Blasenentzündung oft krampfartigen Schmerzen beim Wasserlassen. Um sie zu lindern, sind in der Regel krampflösende Schmerzmittel (sog. Spasmolytika) gut geeignet. Wenn der Harnabfluss bei Ihnen gestört ist, ist es ratsam, die Ursachen hierfür beseitigen zu lassen. Steckt beispielsweise eine Vergrößerung der Prostata hinter Ihrer Blasenentzündung, kann eine Operation die Abflussstörung des Harns beheben.
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