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Blasenentzündung (Zystitis): Therapie

Veröffentlicht von: Carolin Grob (18. Juni 2013)

Meist ist eine Blasenentzündung (Zystitis) unkompliziert. Die Therapie zielt dann in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern. Welche Medikamente und sonstigen Maßnahmen dabei geeignet sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab.

Was Sie selbst tun können

Um bei einer Blasenentzündung (Zystitis) die geeignete Therapie festzulegen, ist zwar ein Arztbesuch unbedingt empfehlenswert – es gibt jedoch einiges, was Sie selbst tun können, um die Behandlung zu unterstützen:

  • Trinken Sie viel, auch wenn das Wasserlassen durch die Blasenentzündung schmerzt. Denn wer viel trinkt, spült die Harnwege durch und trägt dazu bei, diese von Bakterien zu befreien.
  • Eine Wärmflasche und Sitzbäder entspannen und können die Beschwerden einer Blasenentzündung lindern.

Was der Arzt tun kann

Bei einer Blasenentzündung (Zystitis) kann zur erfolgreichen Therapie einiges nötig sein, was nur der Arzt tun kann.

Wenn Sie Anzeichen einer Harnblasenentzündung verspüren, ist daher ein Arztbesuch in jedem Fall empfehlenswert: Wenn Sie sich bei der Bekämpfung der Blasenentzündung nur auf Hausmittel verlassen und den Infekt dadurch womöglich verschleppen, können die ursächlichen Erreger von der Harnblase über die Harnleiter weiter aufsteigen und unter Umständen eine Nierenbeckenentzündung (sog. oberer Harnwegsinfekt) und in schweren Fällen eine Blutvergiftung (Urosepsis) auslösen.

Gegen eine akute Blasenentzündung sind zur Therapie verschreibungspflichtige Antibiotika geeignet, da sie die Symptome in der Regel rasch und wirkungsvoll beseitigen. In 25 bis 42 Prozent verschwinden die Beschwerden einer Blasenentzündung zwar auch ohne Antibiotikum von selbst, die Antibiotika-Behandlung steigert jedoch die Heilungsrate deutlich und bekämpft außerdem die Zystitis-Erreger. Wenn Sie die Blasenentzündung antibiotisch behandeln, sinkt zudem das Risiko, dass die Infektion erneut auftritt.

Welches Antibiotikum Sie gegen Ihre akute Zystitis verabreicht bekommen, richtet sich nach verschiedenen Faktoren – zum Beispiel danach, ob Sie zuvor schon Antibiotika eingenommen haben, ob Sie gegen bestimmte Antibiotika allergisch sind oder ob Sie schwanger sind. Mit welchem Mittel die Blasenentzündung zu behandeln ist, hängt außerdem davon ab, welche Erreger hinter der Entzündung stecken: Dabei ist zu beachten, dass sich mittlerweile viele Erreger gegen bestimmte Wirkstoffe wehren können – sie sind unempfindlich oder resistent.

Daher sind die entsprechenden Medikamente keine Hilfe mehr bei der Behandlung einer Blasenentzündung. So bleiben beispielsweise die gängigen Antibiotika gegen den häufigsten Zystitis-Erreger – Escherichia coli – bei der Therapie oft wirkungslos:

  • Ampicillin ist in 60 Prozent der Fälle wirkungslos,
  • Trimethoprim/Sulfamethoxazol in 30 Prozent,
  • und selbst die stattdessen vermehrt eingesetzten Chinolone (Gyrasehemmer) sind mittlerweile bei jeder 10. Behandlung gegen E. coli nutzlos.
Jemand hält Tabletten in der einen, ein Glas Wasser in der anderen Hand.

Eine Blasenentzündung kann mit Antibiotika behandelt werden.

Häufig kommt gegen eine Harnblasenentzündung die Kombination aus Trimethoprim und Sulfametoxazol zum Einsatz. Um eine Blasenentzündung kurzzeitig zu behandeln, gelten jedoch Fosfomycin-Trometamol, Nitrofurantoin und Pivmecillinam als Mittel der ersten Wahl. Allerdings steht Pivmecillinam in Deutschland nicht zur Verfügung – und Nitrofurantoin empfiehlt sich nur dann, wenn wirksamere und risikoärmere Mittel gegen die Blasenentzündung für Sie nicht infrage kommen. Zur Therapie einer Zystitis während der Schwangerschaft eignen sich Fosfomycin-Trometamol oder ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine.

Üblicherweise müssen Sie die Tabletten drei bis zehn Tage einnehmen, um die Blasenentzündung wirksam zu behandeln. Nehmen Sie das Medikament auf jeden Fall so lange, wie Ihr Arzt es Ihnen verordnet hat – wenn Sie es gut vertragen. Andernfalls ist es wichtig, mit Ihrem Arzt Rücksprache zu halten und sich zu beraten.

Gegen eine dauerhafte beziehungsweise immer wieder auftretende (chronische) Zystitis ist ebenfalls eine Behandlung mit Antibiotika sinnvoll. Die verordneten Antibiotika sind in der Regel vier bis sechs Wochen lang einzunehmen. Manche ständig auftretende Blasenentzündung erfordert eine Therapie über einen noch längeren Zeitraum. In solchen Fällen kommen dauerhaft Antibiotika zum Einsatz.

Sehr unangenehm sind die bei einer Blasenentzündung oft krampfartigen Schmerzen beim Wasserlassen. Um sie zu lindern, sind in der Regel krampflösende Schmerzmittel (sog. Spasmolytika) gut geeignet. Wenn ein gestörter Harnabfluss für Ihre Blasenentzündung (mit)verantwortlich ist, ist eine gezielte Therapie ratsam, um die Ursachen hierfür zu beseitigen: Steckt beispielsweise eine Vergrößerung der Prostata hinter Ihrer Zystitis, kann eine Operation die Abflussstörung des Harns beheben.






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