Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Blasenentzündung (Zystitis) > Definition

Blasenentzündung (Zystitis)

Blasenentzündung (Zystitis): Definition

Stand: 20. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Grafik der weiblichen Geschlechtsorgane
Die weiblichen Geschlechtsorgane
(Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)

Eine Blasenentzündung (Zystitis), auch als Blasenkatarrh bezeichnet, ist eine Entzündung der Schleimhaut (Urozystitis) oder der gesamten Wand (Panzystitis) der Harnblase. Solche Blasenentzündungen können akut auftreten oder chronisch immer wiederkehren. Meistens ist eine Blasenentzündung unkompliziert: Eine unkomplizierte Zystitis liegt per Definition vor, wenn

  • die Entzündung akut verläuft,
  • Funktion und Anatomie des Harntrakts normal sind,
  • die Nieren ungestört arbeiten und
  • keine begünstigenden Begleiterkrankungen (wie Diabetes mellitus) vorliegen.

Der sogenannte Harntrakt setzt sich zusammen aus Harnblase, Harnröhre, Harnleitern und Nieren, wobei Harnröhre und Blase die unteren Harnwege und Harnleiter und Nieren die oberen Harnwege bilden. Demnach ist die Blasenentzündung ebenso wie die Harnröhrenentzündung (Urethritis) ein unterer Harnwegsinfekt.

Die Erreger der Blasenentzündung gelangen über die Harnröhre in die Blase. Daher verursachen untere Harnwegsinfekte typischerweise nur im unteren Teil des Harntrakts Beschwerden, zum Beispiel Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), starken Harndrang, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen oder Schmerzen im Unterbauchbereich.

Steigen die Erreger der Blasenentzündung jedoch von der Harnblase über die Harnleiter weiter auf, können sie zu einer Nierenbeckenentzündung (sog. oberer Harnwegsinfekt) führen und in schweren Fällen eine Blutvergiftung (Urosepsis) auslösen.

Häufigkeit

Die Blasenentzündung (Zystitis) gehört zu den Infektionen, die am häufigsten zu einem Arztbesuch führen. Mit besonders großer Häufigkeit tritt sie bei Frauen auf: Etwa 50 bis 70 Prozent aller Frauen sind mindestens einmal in ihrem Leben von einer Blasenentzündung betroffen. In ungefähr 5 bis 10 Prozent der Fälle treten die Blasenentzündungen wiederholt auf. Bei etwa 5 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter finden sich Bakterien im Urin (sog. Bakteriurie).

Das Risiko für eine Blasenentzündung nimmt in der Schwangerschaft zu, weil der Harn nur noch relativ langsam durch die Harnwege durchfließen kann. Der Harn staut sich mehr an, Keime verbleiben länger in der Harnblase und erhöhen das Risiko einer Infektion. Etwa 5 Prozent der schwangeren Frauen entwickeln eine Zystitis.

Eine durch Bakterien ausgelöste Blasenentzündung ist bei Männern vor dem 50. Lebensjahr eher selten, denn Männer haben eine längere Harnröhre als Frauen, sodass Krankheitserreger nicht so leicht bis in die Harnblase vordringen können. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt bei Männern die Häufigkeit der bakteriellen Blasenentzündung allerdings zu. Der Grund: Beim Mann über 50 entwickeln sich häufiger Prostataerkrankungen. Hierbei vergrößert sich die Prostata in der Regel und engt die Harnröhre ein. Dies behindert den Harnabfluss, sodass sich neben Urin (Restharn) auch vermehrt Krankheitserreger in der Blase und Harnröhre sammeln und Infekte der Harnwege auslösen können.

Weiterlesen: Blasenentzündung (Zystitis): Ursachen

Das könnte Sie auch interessieren

Krankheitsgebiete

Krankheitsgebiete

Von A wie Allergien bis Z wie Zahnerkrankungen – hier finden Sie alle Krankheiten nach Krankheitsgebieten sortiert. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Sudoku

Sudoku

Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...

Weitere Themen:

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.