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Bettnässen (Enuresis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Dezember 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Enuresis (bzw. Enuresis nocturna) ist ein regelmäßiges nächtliches Bettnässen bei über fünfjährigen Kindern, das nicht wegen organischer Veränderungen oder Grunderkrankungen auftritt. Bis zum fünften Lebensjahr ist es allerdings völlig normal, dass Kinder sich gelegentlich einnässen.

Bettnässen bei Kindern vor dem fünften Lebensjahr ist also keine Enuresis, denn: Erst etwa ab dem zweiten Lebensjahr lernt ein Kind, seine Blase zu kontrollieren. Wie lange es dauert, bis das Kind endgültig trocken ist, schwankt individuell stark. Von einer Enuresis spricht man aber erst, wenn sich ein Kind nach seinem fünften Geburtstag über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten regelmäßig im Schlaf einnässt.

Wenn dabei die längste trockene Phase des Kindes nach seinem fünften Geburtstag keine sechs Monate dauerte, das Kind also nie dauerhaft trocken gewesen ist, hat es eine primäre Enuresis. Beginnt ein Kind hingegen erneut mit dem Bettnässen, nachdem es schon über sechs Monate trocken war, bezeichnet man dies als sekundäre Enuresis.

Bettnässen bei Kindern ist weit verbreitet: Etwa ein Drittel aller 5-Jährigen hat eine Enuresis.

Die Zahl der Bettnässer geht allerdings mit jedem weiteren Lebensjahr um 15 Prozent von selbst zurück, sodass sich nur noch etwa 10 Prozent der 7-Jährigen regelmäßig im Schlaf einnässen. Nur bei einem Teil der Kinder bleibt das Problem dauerhaft bestehen: Bettnässen findet sich noch bei etwa 1 Prozent der Erwachsenen (sog. adulte Enuresis).

Bettnässen kann verschiedene Ursachen haben. Die primäre nächtliche Enuresis gilt als eine unkomplizierte Entwicklungsverzögerung. Bei der sekundären Enuresis sind oft seelische Gründe zu finden, wobei das Einnässen möglicherweise ein Zeichen für eine unbewusste Verunsicherung des Kindes ist. Andere Gründe für den ungewollten Harnabgang sind vor allem dann zu suchen, wenn ein Kind (zusätzlich oder nur) tagsüber einnässt und/oder Symptome einer Blasenfunktionsstörung zeigt (z.B. plötzlichen starken Harndrang, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen): In dem Fall liegt eine kindliche Harninkontinenz vor, die zum Beispiel mit Fehlbildungen des Harntrakts verbunden sein kann.

Obwohl eine Enuresis auch ohne Therapie mit der Zeit verschwinden kann, ist es ratsam, bei über 5-jährigen Bettnässern nicht einfach abzuwarten, sondern die Ursache für das Bettnässen von einem Arzt abklären zu lassen, denn:

  • Zum einen kann hinter dem unwillkürlichen Bettnässen eine organische Störung oder eine Erkrankung stecken, die eine Behandlung erfordert.
  • Zum anderen löst das unbeabsichtigte Einnässen bei den Kindern einen hohen Leidensdruck aus, wodurch sie Verhaltensprobleme entwickeln können.

Wie die Behandlungsmaßnahmen gegen das Bettnässen dann im Einzelnen aussehen, hängt von der Ursache der Störung ab. In den meisten Fällen gelingt es mithilfe einer ausführlichen Beratung, dem Einsatz eines Klingelgeräts, das beim Einnässen ein Signal abgibt (z.B. Klingelhose), oder auch durch Medikamente, die Enuresis erfolgreich zu behandeln.



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