Bettnässen (Enuresis): Verhaltenstherapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Dezember 2014)

Reichen bei einer Enuresis (Bettnässen) zur Therapie einfache Maßnahmen nicht aus, bietet sich eine sogenannte apparative Verhaltenstherapie mit einem Klingelgerät an (d.h. mit einer Klingelmatte oder auch einer Klingelhose), das beim Einnässen ein Signal abgibt und so das Kind weckt. Dies soll bewirken, dass das Kind lernt, entweder trocken durchzuschlafen oder aufzuwachen, wenn die Blase gefüllt ist. Das Gerät kommt über mehrere Wochen zum Einsatz. Häufig ist diese Klingeltherapie nur sinnvoll, wenn sich auch die Eltern wecken lassen, sodass sie mit dem Kind zur Toilette gehen können, da Kinder die Klingel häufig überhören.

Mit einem Klingelgerät gegen die Enuresis anzugehen ist sowohl für Ihr Kind als auch für Sie selbst sehr aufwändig. Es ist ratsam, dass die ganze Familie ausführlich über die Anwendung des Klingelgeräts informiert ist. Wichtig ist dabei, Ihr Kind zu motivieren und ihm eine dem Alter angemessene Verantwortung für die Behandlung zu übergeben. Richtig angewendet hat die apparative Verhaltenstherapie eine Erfolgsquote von etwa 70 Prozent. Die Klingeltherapie ist besonders für Kinder mit nächtlichem Bettnässen geeignet, die bisher noch nie über längeren Zeitraum trocken waren (sog. primäre Enuresis nocturna).

Neben dem Klingelgerät bietet die Verhaltenstherapie weitere Methoden zur Behandlung der Enuresis an – zum Beispiel das sogenannte Blasentraining: Dieser Therapie liegt der Ansatz zugrunde, dass die Kinder die Blasenkontrolle noch nicht ausreichend erlernt haben. Dies sollen sie nun mithilfe von Übungen nachholen. Häufig kombiniert man das Blasentraining gegen Bettnässen langfristig mit einer Belohnung trockener Nächte (Lernen am Erfolg, operante Konditionierung).


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