Bettnässen (Enuresis): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Dezember 2014)

Bei Enuresis (Bettnässen) besteht der erste Schritt zur Diagnose darin, eine ausführliche Krankengeschichte zu erheben (sog. Anamnese). Dabei kann der Arzt folgende Fragen stellen:

  • Wie oft nässt sich das Kind ein?
  • Liegen Besonderheiten beim Wasserlassen vor?
  • Hatten die Eltern bereits Probleme mit dem Trockenwerden?
  • Wie sah das bisherige Sauberkeitstraining aus?
  • Erfolgte bereits eine Behandlung? Wenn ja, welche?
  • Liegen familiäre und kindliche Belastungen vor? Wenn ja, welche?
  • Hat das Kind körperliche und psychische Begleitstörungen?

Ein alleiniges nächtliches Bettnässen ohne weitere Beschwerden weist auf eine als harmlos geltende monosymptomatische Enuresis hin. Um bei der Diagnose mögliche organische Ursachen für das Bettnässen zu erkennen, sind trotzdem eine körperliche Untersuchung und eine Urinuntersuchung (sog. Urinstatus) nötig. Außerdem ist eine Ultraschalluntersuchung (sog. Sonographie) der Nieren und Harnwege sinnvoll, um körperliche Fehlbildungen als Auslöser für das unbeabsichtigte Einnässen sicher auszuschließen.

Zur allgemeinen Abklärung kann es bei einer Enuresis außerdem sinnvoll sein, das Kind für psychologische Zusatzuntersuchungen und Verlaufsbeobachtungen stationär aufzunehmen: Hier kann man die Häufigkeit des Wasserlassens und die Urinmenge in einem 24-Stunden-Miktionsprotokoll erfassen.

Ergibt diese Enuresis-Basisdiagnostik Hinweise auf eine organische Störung, können zusätzliche Untersuchungen nötig sein (wie Miktionscystourographie, Beckenboden-EMG, Uroflowmetrie). Beim Bettnässen eine organische Erkrankung auszuschließen ist deshalb wichtig, weil sich Entzündungen oder Fehlbildungen der Harnwege hinter dem Symptom verbergen können: Eine angeborene Missbildung des Harntrakts oder chronische Entzündungszustände können unerkannt über Jahre zu einer Zerstörung der lebenswichtigen Nieren führen.

Des Weiteren ist es bei der Diagnose einer Enuresis wichtig, Erkrankungen (wie Diabetes mellitus oder Epilepsie) oder eine Medikamenteneinnahme (etwa Diuretika zur Wasserabgabe des Körpers) als Ursache für das Bettnässen auszuschließen.


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