Bettnässen (Enuresis): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Dezember 2014)

Der Begriff Enuresis (auch Bettnässen bzw. Enuresis nocturna genannt: lat. nocturnus = nächtlich) bezeichnet per Definition die ungewollte, vollständige Blasenentleerung im Schlaf, wobei folgende Kriterien erfüllt sein müssen:

  • Das Kind ist älter als 5 Jahre.
  • Das Bettnässen tritt über einen Zeitraum von drei Monaten auf, und zwar:
    • bei Kindern unter 7 mindestens 2-mal im Monat bzw.
    • bei älteren Kindern 1-mal im Monat
  • Das Einnässen ist nicht auf organische Veränderungen oder Grunderkrankungen zurückzuführen.

Ein solches nächtliches Einnässen gilt als relativ harmlos, da es oft von selbst aufhört – vorausgesetzt, das Bettnässen ist das einzige Symptom (sog. monosymptomatische Enuresis).

Wenn das Kind auch tagsüber einnässt oder neben dem Bettnässen andere Anzeichen für eine Störung der Blasenfunktion zeigt, ist die Enuresis nicht monosymptomatisch: Diese Unterscheidung ist wichtig, um die Störung einschätzen und angemessen behandeln zu können.

Darüber hinaus ist es für die Beurteilung der Enuresis nötig, zwischen primärem und sekundärem Bettnässen zu unterscheiden:

  • Eine primäre Enuresis liegt per Definition vor, wenn das Kind noch nie dauerhaft trocken gewesen ist – das heißt, wenn die längste trockene Phase keine sechs Monate dauerte.
  • Als sekundäre Enuresis bezeichnet man ein erneutes Bettnässen, nachdem das Kind schon über sechs Monate trocken war.

Ein Bettnässen bei Kindern vor dem fünften Geburtstag ist gemäß Definition keine Enuresis: In den ersten fünf Lebensjahren ist es ganz normal, wenn sich Kinder hin- und wieder einnässen!

Etwa ab dem zweiten Lebensjahr beginnt ein Kind zu lernen, seine Blase zu kontrollieren. Das Zusammenspiel von Nierenfunktion, Blasenfüllung und Steuerung der Blasenmuskulatur ist ein komplexer Entwicklungsschritt für das heranwachsende Nervensystem des Kindes. Wie lange es dauert, bis diese Reifung abgeschlossen ist und die Tage und Nächte trocken sind, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Wenn eine körperliche Erkrankung als Ursache ausgeschlossen ist, brauchen Eltern sich bis etwa zum fünften Geburtstag über Bettnässen keine Sorgen zu machen. Geduld ist gefragt – meist löst sich das Problem von selbst.

Ein Mädchen schläft im Bett und hält einen Teddy im Arm. © Jupiterimages/Stockbyte

Regelmäßiges Bettnässen nach dem 5. Lebensjahr sollte untersucht werden.

Wenn das Kind nach dem fünften Lebensjahr noch regelmäßig einnässt, besteht jedoch häufig eine ernste Störung, die ärztlich abzuklären ist. Außerdem ist Bettnässen mit einem hohen Leidensdruck verbunden: Das Kind schämt sich, kann nicht bei Freunden übernachten oder hat Angst vor Schulausflügen. Oft versuchen Bettnässer und deren Familien, die Probleme zu verheimlichen. Dabei besteht eine große Chance, das Bettnässen erfolgreich zu behandeln und damit das Leiden der Kinder zu beheben.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst