Anzeige

Anzeige

Bauchspeicheldrüsen­krebs (Pankreaskarzinom): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. Juli 2016)

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) kommen zur Therapie folgende Möglichkeiten infrage – allein oder kombiniert:

Den Tumor der Bauchspeicheldrüse operativ zu entfernen, ist dabei die einzige Behandlung, die bei Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Chance auf Heilung verspricht. Im Anschluss an die Operation empfiehlt sich eine Chemotherapie.

Hat sich der Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits auf weiter entfernt liegende Organe oder Lymphknoten ausgebreitet (bzw. Fernmetastasen gebildet), verspricht eine Operation in der Regel keinen Erfolg mehr. Stattdessen kommt gegen ein solches metastasiertes Pankreaskarzinom eine sogenannte palliative Therapie zum Einsatz: Sie kann in einer Chemotherapie oder einer Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie (sog. Radiochemotherapie) bestehen. Das Ziel besteht darin, die Krankheit aufzuhalten, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern. Eine Heilung ist in diesen fortgeschrittenen Stadien jedoch nicht mehr möglich.

Operation

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nur durch eine Operation heilbar. Je früher es gelingt, den Krebs zu entdecken, desto besser sind die Heilungschancen. Möglich ist die Operation, solange das Pankreaskarzinom die Grenzen der Bauchspeicheldrüse nicht überschritten hat – in manchen Fällen auch, wenn Nachbarorgane bereits mitbefallen sind.

Das Alter spielt bei Bauchspeicheldrüsenkrebs für die Entscheidung zur Operation keine Rolle, sofern der gesundheitliche Allgemeinzustand nicht gegen einen solchen Eingriff spricht (z.B. bei schwerer Herz-, Lungen- oder Lebererkrankung). Das genaue Ausmaß der Operation hängt individuell von der Ausdehnung des Pankreaskarzinoms, seiner Lage in der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskopfkarzinom, Pankreaskörperkarzinom oder Pankreasschwanzkarzinom) und vom feingeweblichen Tumortyp ab.

Bei der Operation entfernt der Chirurg das Pankreaskarzinom, umgebendes gesundes Gewebe sowie benachbarte Lymphknoten. Eine solche Entfernung "im Gesunden" senkt das Risiko, dass bösartige Tumorzellen im Bauchbereich verbleiben. Die Bauchspeicheldrüse wird dabei je nach Befund teilweise oder ganz entfernt. Auch die (teilweise) Entfernung weiterer Organe kann notwendig sein, zum Beispiel:

  • Gallenblase
  • Teile der Gallengänge
  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Teile des Magens
  • Milz

Falls möglich, erhält der Chirurg bei einer Operation Teile der Bauchspeicheldrüse. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil bei einem vollständigen Verlust des Organs auch lebenswichtige Hormone und Verdauungsenzyme fehlen – diese Mängel muss man dann durch entsprechende Medikamente ausgleichen:

  • Entfernt der Operateur die Bauchspeicheldrüse vollständig, entsteht ein Insulinmangel und somit ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Nach der Operation ist darum eine regelmäßige Insulingabe nötig, um den Blutzuckerspiegel in normalen Grenzen zu halten.
  • Die sonst von der Bauchspeicheldrüse gebildeten Verdauungsenzyme kann man durch Kapseln ersetzen, die gemeinsam mit den Mahlzeiten einzunehmen sind.

Um den korrekten Umgang mit den Enzymen und die Kontrolle des Blutzuckerspiegels mit Insulin zu erlernen, bieten sich eingehende Ernährungsberatungen und Diabetikerschulungen an.

Chemotherapie

Eine bei Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzte Chemotherapie kann verschiedenen Zwecken dienen. Die hierbei verwendeten Wirkstoffe – sogenannte Zytostatika – hemmen das Zellwachstum und wirken vor allem auf sich schnell teilende Zellen wie Krebszellen.

Zum einen kann eine sechsmonatige Chemotherapie nach einer Operation erfolgen, wenn diese eine Heilung zum Ziel hatte und der Operateur der Bauchspeicheldrüsenkrebs vollständig oder bis auf kleine Überreste beseitigen konnte. Die Chemotherapie soll unter Umständen noch im Körper verbliebene Krebszellen abtöten. Zum anderen kommt eine Chemotherapie manchmal vor der Operation zum Einsatz, um das eigentlich für die OP zu große Pankreaskarzinom so weit zu verkleinern, dass es doch operierbar ist.

Darüber hinaus kommt die Chemotherapie beim Bauchspeicheldrüsenkrebs als krankheitsmildernde (palliative) Therapie in Betracht. Ihr Ziel: Die Beschwerden und die Lebensqualität zu bessern, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Zu diesem Zweck bietet sich besonders das Medikament Gemcitabin an. Kombiniert der Arzt es mit weiteren Wirkstoffen wie Erlotinib, kann dies die Überlebenszeit weiter verlängern. Eine Chemotherapie lässt sich bei einem nicht operierbaren Pankreaskarzinom auch mit einer Strahlentherapie kombinieren (sog. Radiochemotherapie).

Strahlentherapie

Wenn es gelingt, den Bauchspeicheldrüsenkrebs vollständig zu entfernen, erübrigt sich in den meisten Fällen eine Strahlentherapie. Auch als alleinige palliative Therapie bei einem unheilbaren Pankreaskarzinom ist sie nicht zu empfehlen. Eine Bestrahlung kann jedoch bei der Behandlung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) im Gehirn oder Skelett eine Rolle spielen: Die Strahlen können dort Krebszellen vernichten und somit die von den Tumorabsiedlungen ausgehenden Beschwerden mildern. Unerwünschte Begleiterscheinungen der Strahlenbehandlung sind allerdings trotz allen Fortschritts nicht vollständig zu verhindern.

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige