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Bauchspeicheldrüsen­krebs (Pankreaskarzinom): Therapie

Veröffentlicht von: Carolin Grob (28. Januar 2014)

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) und dessen Therapie kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage, die zum Teil miteinander kombiniert werden:

  • Operation (chirurgische Entfernung)
  • Chemotherapie (z.B. mit dem Wirkstoff Gemcitabin)
  • Strahlentherapie (Bestrahlung)
  • sog. zielgerichtete Therapie mit dem Wirkstoff Erlotinib (in Kombination mit Gemcitabin)

Die chirurgische Entfernung ist die wichtigste Therapieform: Sie ist die einzige Behandlung, die bei Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Chance auf Heilung verspricht. Im Anschluss an eine Operation sollte eine Chemotherapie erfolgen.

Liegen bereits Absiedelungen des Tumors in weiter entfernt liegenden Organen oder Lymphknoten vor (Fernmetastasen), so wird in der Regel nicht mehr operiert. Beim metastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt eine palliative Therapie, also krankheitslindernde Behandlung, zum Einsatz. Sie soll die Lebensqualität erhalten oder verbessern. Eine Heilung ist in diesen fortgeschrittenen Fällen nicht mehr möglich. Die palliative Therapie besteht aus Chemotherapie oder einer Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie (sog. Radiochemotherapie).

Operation

Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) verspricht nur die Operation eine Chance auf Heilung. Je früher der Bauchspeicheldrüsenkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Solange der Tumor die Grenzen der Bauchspeicheldrüse nicht überschritten hat, lässt sich der Tumor operieren – in manchen Fällen geht dies auch dann, wenn Nachbarorgane bereits mitbefallen sind.

Das Alter des Betroffenen spielt für die Entscheidung zur Bauchspeicheldrüsenkrebs-Operation keine Rolle, sofern der gesundheitliche Allgemeinzustand nicht gegen einen solchen Eingriff spricht (z.B. bei schwerer Herz-, Lungen- oder Lebererkrankung). Das genaue Ausmaß der Operation hängt individuell von der Ausdehnung des Tumors, seiner Lage in der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskopftumor, Pankreaskörpertumor oder Pankreasschwanztumor) und vom feingeweblichen Tumortyp ab.

Bei einer Operation entfernt der Chirurg den Tumor, umgebendes gesundes Gewebe sowie benachbarte Lymphknoten. Eine solche Entfernung "im Gesunden" senkt das Risiko, dass bösartige Tumorzellen im Bauchbereich verbleiben. Die Bauchspeicheldrüse wird dabei je nach Befund teilweise oder ganz entfernt. Auch die (teilweise) Entfernung weiterer Organe kann notwendig sein, zum Beispiel:

  • Gallenblase
  • Teile der Gallengänge
  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Teile des Magens
  • Milz

Falls möglich, erhält der Chirurg bei einer Operation Teile der Bauchspeicheldrüse. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil bei einem vollständigen Verlust des Organs auch lebenswichtige Hormone und Verdauungsenzyme fehlen – der Betroffene muss diese dann in Form von Medikamenten ersetzen. Entfernt der Operateur die Bauchspeicheldrüse komplett, entsteht ein Insulin-Mangel und somit ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Wie auch manche Diabetiker muss der Betroffene nach der Operation regelmäßig Insulin spritzen, um seinen Blutzuckerspiegel in normalen Grenzen zu halten.

Die sonst von der Bauchspeicheldrüse produzierten Verdauungsenzyme muss der Betroffene nach der Entfernung des Organs in Form von Kapseln gemeinsam mit den Mahlzeiten einnehmen. Um den korrekten Umgang mit den Enzymen und die Kontrolle des Blutzuckerspiegels mit Insulin zu erlernen, bieten sich eingehende Ernährungsberatungen und Diabetikerschulungen an.

Whipple-Operation

Eine gängige Operationstechnik, die beim Pankreaskopfkarzinom zum Einsatz kommt, heißt Whipple-Operation (Fachbegriff: partielle Duodenopankreatektomie). Sie kann in zwei Varianten erfolgen, die sich darin unterscheiden, ob der Operateur auch den Magen teilweise entfernt oder nicht. Bei dieser Operation entnimmt der Chirurg neben einem Teil der Bauchspeicheldrüse unter anderem auch den Zwölffingerdarm. Da sich dieser direkt an den Magen anschließt und die Mündung für den Gallen- und den Bauchspeicheldrüsengang enthält, muss der Chirurg einen weiter abwärts gelegenen Teil des Dünndarms mit dem Magen und dem Rest der Bauchspeicheldrüse und des Gallengangs verbinden. Dies stellt sicher, dass der Nahrungsbrei durch den Verdauungsapparat transportiert werden kann und die Gallenflüssigkeit sowie der Verdauungssaft aus der Bauchspeicheldrüse gut abfließen können.

Liegt das Pankreaskarzinom im linken Teil des Organs, also im Schwanzbereich, entfernt der Chirurg in der Regel auch nur diesen Teil sowie in manchen Fällen die benachbarte Milz: Man spricht von einer sogenannten Linksresektion des Pankreas.

Chemotherapie

Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) setzen Mediziner eine Chemotherapie in verschiedenen Situationen ein. Als Wirkstoffe verwenden sie sogenannte Zytostatika – Medikamente, die das Zellwachstum hemmen und vor allem auf sich schnell teilende Zellen wie Krebszellen wirken.

Zum einen kann eine sechsmonatige Chemotherapie nach einer Operation erfolgen, wenn diese eine Heilung zum Ziel hatte und den Tumor vollständig oder bis auf kleine Überreste beseitigen konnte. Die Chemotherapie soll unter Umständen noch im Körper verbliebene Krebszellen abtöten.

Darüber hinaus hat die Chemotherapie – ebenso wie die Strahlentherapie – beim Bauchspeicheldrüsenkrebs in der krankheitsmildernden (palliativen) Therapie ihren Stellenwert. Ihr Ziel: Die Beschwerden und die Lebensqualität der Betroffenen zu bessern, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Besonders das Medikament Gemcitabin kommt dann zum Einsatz. Kombiniert der Arzt es mit weiteren Wirkstoffen wie Erlotinib, kann dies die Überlebenszeit weiter verlängern. Eine Chemotherapie lässt sich bei nicht operierbarem Bauchspeicheldrüsenkrebs auch mit einer Strahlentherapie kombinieren (sog. Radiochemotherapie).

Strahlentherapie

Wenn der Chirurg den Bauchspeicheldrüsenkrebs vollständig entfernen konnte, erübrigt sich in den meisten Fällen eine Strahlentherapie (Bestrahlung). Besteht beim Bauchspeicheldrüsenkrebs keine Aussicht auf Heilung, erfolgt eine palliative Therapie. Sie soll Schmerzen mindern und die Lebensqualität der Betroffenen bessern.

Die Strahlentherapie kann bei der Behandlung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) im Gehirn oder Skelett eine Rolle spielen. Die Strahlen können dort Krebszellen vernichten und somit die von den Tumorabsiedlungen ausgehenden Beschwerden mildern. Unerwünschte Begleiterscheinungen einer Bestrahlung sind trotz allen Fortschritts nicht vollständig zu verhindern.



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